Kooperation iTunes fürs Handy
Bisher läuft Musik, die man über Apples iTunes Musicstore ersteht, nur auf Rechnern, im CD-Player oder auf dem iPod. Ein weltweiter Marktanteil von über 75 Prozent dokumentiert, wie groß die Reichweite von iTunes schon in dieser Konstellation ist, denn der iPod ist nach wie vor der meistverkaufte mobile digitale Player. Doch es dürfen gern noch mehr Kunden werden - und die hofft Apple durch eine Kooperation mit Motorola zu erreichen, ohne dem eigenen Produkt iPod auf dem Markt der digitalen Player Konkurrenz zu machen.
Apple-Chef Steve Jobs in einer aktuellen Pressemitteilung: "Wir freuen uns, mit Motorola zusammenzuarbeiten, damit Millionen von Musikfans ihre Lieblingssongs aus iTunes von ihrem PC oder Mac auf die nächste Generation von Motorolas Mobiltelefonen überspielen können. Der Mobilfunkmarkt - mit weltweit 1,5 Milliarden Abonnenten bis Ende 2004 - ist eine phänomenale Gelegenheit, um iTunes in die Hände von noch mehr Musikfans überall auf der Welt zu legen. Wir sind überzeugt, dass Motorola der ideale Partner dafür ist."
Nicht gemeint ist damit allerdings, dass iTunes den Mobilfunk auch als Vertriebsweg nutzen wird. Zumindest die erste Generation der Handy-Schnittstelle sieht nur vor, dass iTunes-Kunden ihre Musikdateien auf Motorola-Handys übertragen können. Trotzdem hoffen die Unternehmen, den "Millionen von Mobilfunk-Anwendern eine neue faszinierende musikalische Erlebniswelt" eröffnen zu können, meint dazu Motorola-Chef Ed Zander.
Prinzipiell wäre auch der direkte Vertrieb von iTunes zu Handy denkbar, ohne sich dabei von einem Telekommunikationsunternehmen abhängig zu machen. Kaum ein Handy-Hersteller setzt so konsequent auf die Entwicklung hybrider Handys, die neben Mobilfunkprotokollen auch WiFi-Schnittstellen als Zugang zu WLan und Internet bieten sollen. Ein erstes entsprechendes Modell hat Motorola zeitgleich zur Apple-Kooperation für den Herbst 2005 angekündigt.
Die ersten mit der iTunes-Schnittstelle versehenen Handys sollen bereits im Frühjahr nächsten Jahres auf den Markt kommen. Diese wird die Übertragung von Musikdateien per Bluetooth oder USB-Schnittstelle erlauben: Ganz klassisch vom Rechner zum digitalen Musikplayer, mit dem man dann eben auch noch telefonieren kann.