Krankenhäuser: Kein Chat mit den Patienten - DER SPIEGEL
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Krankenhäuser Kein Chat mit den Patienten

Deutschlands Krankenhausmanager sind Internetmuffel. Zwar hat so gut wie jedes Hospital einen Anschluss ans weltweite Netz, sinnvoll genutzt wird dieser aber meist nicht.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Münster - In deutschen Krankenhäusern werden die Möglichkeiten des Internets noch zu wenig ausgeschöpft. Zu diesem Schluss kommt das Münsteraner Centrum für Krankenhausmanagement (CKM) in einer jetzt vorgelegten Studie. Anders als in Großbritannien oder den USA spiele das Internet, so die Forscher, in deutschen Krankenhäusern bei Einkäufen noch keine Rolle. Stattdessen werde das neue Medium fast ausschließlich für Recherchen und Marketingauftritte eingesetzt.

"Mehr als ein Drittel der befragten Krankenhäuser misst dem Internet zwar eine hohe strategische Bedeutung zu, hat aber keinerlei Vorstellung, wie es aktiv eingesetzt werden kann", sagte der wissenschaftliche Leiter der Studie, Wilfried von Eiff. Obwohl alle der bundesweit 134 befragten Ärzte, Manager und Pfleger über einen Internet-Zugang verfügten, wickele kein einziges der 74 untersuchten Krankenhäuser seine Bankgeschäfte über das Netz ab.

Nur wenige würden zudem Medikamente auf dem Kosten sparenden elektronischen Weg bestellen. Die Bereitschaft zum Einsatz der Computer gestützten Verfahren sei allerdings in privaten Kliniken allgemein höher ausgeprägt als bei öffentlichen, sagte Ralf Ziegenbein vom CKM.

Von Eiff hält die neue Technologie auch bei der Betreuung von Patienten für fortschrittlich. Beispielsweise könnten Behandlungstermine elektronisch vergeben werden oder Kontakte zwischen Patient und Arzt über so genannte Chat-Rooms hergestellt werden. Autorisierte Angehörige könnten sich zukünftig über das Ergebnis von Operationen ihrer Verwandten und über deren Gesundheitszustand im weltweiten Netz informieren.