Letzte Meile "Telekom verwechselt Euro mit D-Mark"
Köln - Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) hat den Plan der Deutschen Telekom scharf kritisiert, ab April von der Konkurrenz 17,40 Euro (rund 34 Mark) pro Monat für die Nutzung der so genannten letzten Meile zu kassieren. Offensichtlich verwechsele die Telekom Euro mit D-Mark, hieß es in einer am Donnerstag verbreiteten Pressemitteilung.
Am Tag zuvor hatte die Telekom angekündigt, die Gebühren für letzte Meile erhöhen zu wollen - falls die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) mitspielt. Der Preis soll von 25,40 Mark auf 34,03 Mark pro Monat angehoben werden. Die RegTP hatte diese Gebühr vor zwei Jahren bis zum 31. März 2001 festgelegt.
"Damit würde die Telekom von ihren Wettbewerbern über 50 Prozent mehr als von ihren eigenen Kunden verlangen und das für ein nacktes Kabel ohne jede Technik und Service", erklärte VATM-Präsident Joachim Dreyer. Privatkunden stellt die Deutsche Telekom derzeit 24,82 Mark für einen analogen Telefonanschluss in Rechnung.
In der Konsequenz müsse die Telekom nach der Vorgabe der EU-Kommission die eigenen Endkundentarife wegen Preisdumpings entsprechend anheben. "Höhere Preise für die Kunden wollen wir aber auf gar keinen Fall", sagte Dreyer.
Bereits vor Jahren hätten mehrere Wettbewerber der Regulierungsbehörde realistische Kostenkalkulationen vorgelegt, die durchschnittlich um 15 Mark lagen - in Ballungszentren noch deutlich darunter, so der Verband der Telekom-Konkurrenten. Nach nun drei Jahren Erfahrung mit eigenem Netzausbau würden diese Kalkulationen voll bestätigt.