Linux: Gemeinsam stark gegen Windows - DER SPIEGEL
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Linux Gemeinsam stark gegen Windows

Das Schöne an Linux ist, dass jeder Entwickler seine eigenen Features entwickeln kann. Das Schlechte daran ist, dass jeder Entwickler seine eigenen Features entwickeln kann. Um gegen Windows zu bestehen, braucht es Standards: jetzt definierte die Free Standards Group die so genannte Linux Standard Base 2.0.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Anzeige war ein echter Lacher, das mussten selbst Linux-Fans zugeben: Schon vor rund dreieinhalb Jahren leistete sich Microsoft den Gag, per Werbung auf eine vermeintliche Schwäche von Linux einzudreschen. Die Anzeige zeigte einen Pinguin, stellvertretend für das Linux-Maskottchen Tux, in vier mutierten Varianten. Die Botschaft: "Ein offenes Betriebssystem hat nicht nur Vorteile".

So etwas täte nicht weh, wenn nicht ein Körnchen Wahrheit darin steckte. Tatsächlich erlaubt die Open-Source-Lizenz, unter der Linux entwickelt und vertrieben wird, den verschiedenen Distributoren eine spezialisierte Weiterentwicklung ihrer Versionen. Gerade diese Möglichkeit, Linux verschiedenen Nutzungsbedürfnissen anzupassen, macht das alternative Betriebssystem attraktiv - doch es schafft auch Probleme. Software-Entwickler, die Programme für Linux entwickeln wollen, sind auf Standards angewiesen, die gewährleisten, dass ihre Produkte auf allen Linux-Versionen lauffähig sind.

Auch Linux selbst braucht das, wenn es wirklich zu einer echten Alternative zu Windows werden will: Was die Free Standards Group, in der unter anderem die Linux-unterstützenden Firmen Red Hat und Novell (SuSE), Red Flag und Turbolinux, Intel, AMD, Hewlett-Packard, Dell und IBM organisiert sind, verhindern will, ist die Entstehung konkurrierender Linux-Produkte, die sich langsam auseinander entwickeln. Genau das war vor Jahren schon auf dem Unix-Markt geschehen.

Am Montag einigten sich die Firmen in San Jose auf die so genannte Linux Standard Base 2.0. kurz "LSB". Die soll keine totale Vereinheitlichung von Linux schaffen, sondern Minimalstandards setzen, die die Kompatibilität und Interoperabilität von Programmen zwischen den verschiedenen Linux-Versionen garantieren sollen. Jon Hall von Linux International: "Dieses Konzept erlaubt Innovation in den Grenzen von Vorgaben. Davon profitieren alle Seiten."