Linux/IBM: Kleiner Pinguin im großen Rechner - DER SPIEGEL
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Linux/IBM Kleiner Pinguin im großen Rechner

Der kleine Pinguin macht sich nun auch in Großrechnern breit. Der Computerkonzern IBM kündigte jetzt Linux-Software und auch -Dienstleistungen für seine S/390-Server an, die in zahlreichen Unternehmen das Rückgrat der Rechner-Infrastruktur bilden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Erste Linux-Distributoren, die das Betriebssystem anpassen werden, sind SuSE  und TurboLinux . Die entsprechenden Produkte sollen noch im Laufe des Jahres fertig sein. Beratung und Unterstützung bietet der IBM Global Services.

Dass Linux auch auf Großrechnern mit zehn Prozessoren laufe, sei schon eine kleine Überraschung gewesen, auch für Linus Torvalds, den Begründer von Linux, sagt Jürgen Ley, der IBM-Produktmanager für Linux, S/390 und OS/390. Denn den normalen Linux-Systemen fehlt derzeit noch die Multiprozessorfähigkeit.

Entwickelt wurde der Linux-Code für S/390 im Labor Böblingen von IBM. "Alles junge Leute und fast alle unter 30", wie Ley sagt. Sie arbeiteten praktisch in ihrer Freizeit daran und überzeugten ihren Arbeitgeber dann, dass es ein Produkt ist, mit dem IBM an die Öffentlichkeit gehen könne.

"Es läuft und es ist stabil", sagt Ley. Auch die Performance sei gut. In weiteren Tests müsse sich jetzt noch zeigen, wie die zehn Prozessoren ausgenutzt werden. Den Linux-Code für S/390 stellt IBM schon seit Januar kostenlos als Download und als Open Source im Internet zur Verfügung. Seitdem wurde er rund 2.200 Mal abgefragt, vor allem von IBM-Kunden, wie Ley sagt.

Bei Problemen mussten sich diese bislang selbst behelfen oder suchten Rat in Böblingen. Mit der Ankündigung, nun auch Dienstleistungen und Support für Linux auf S/390 anzubieten, werde das IBM-Engagement offiziell. Unterstützung gibt es dann über den IBM-Service oder die Linux Firmen SuSE und TurboLinux. Andere Distributionen würden sicher folgen.

Linux ist in vielen Firmen bislang schon die Basis vor allem für Internet-Rechner. Das sind aber zumeist nur kleinere Geräte. Aber mit Linux für S/390 ließen sich vielleicht 10 bis 20 dieser Maschinen ersetzen, sagt Ley. Und das sei dann für viele Firmen eine reine Wirtschaftlichkeitsrechnung.