"Love Bug": Polizei nimmt Verdächtigen fest - DER SPIEGEL
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"Love Bug" Polizei nimmt Verdächtigen fest

Die philippinische Polizei hat das Haus in Pandacan durchsucht, in dem der Programmierer des "I love you"-Virus wohnen soll. Sie nahm eine unidentifizierte Person fest. Auch eine Studentin steht weiterhin unter Verdacht.
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Manila - Ermittler des philippinischen National Bureau of Investigation (NBI) haben am Montag die erste Person im "I love you"-Fall festgenommen. Zuvor hatten sie die Wohnung des 23-Jährigen, der bereits am Freitag der Virus-Attacke verdächtigt worden war, durchsucht. Es ist noch unklar, wer der Festgenommene ist.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte berichtet, die Polizei habe das Haus einer Studentin in Makati City durchsucht. Diese Meldung scheint falsch gewesen zu sein. Die Studentin, die am AMA Computer College in Makati City eingeschrieben ist, bleibt jedoch weiterhin eine Hauptverdächtige, sagten Vertreter der NBI am Montag.

Laut AP riegelte die Polizei die Straße ab und drang in die leere Wohnung des 23-Jährigen ein, der dort mit seiner Frau wohnt. Nachbarn berichteten, die philippinische Polizei sei von Ausländern begleitet gewesen - wahrscheinlich Agenten der US-Bundespolizei FBI, die sich in die Ermittlungen eingeschaltet hat.

Zunächst hatte es Schwierigkeiten gegeben, überhaupt einen Durchsuchungsbefehl zu bekommen. Es gebe kein Gesetz, dass eine Hausdurchsuchung in diesem Fall rechtfertige, hatte es am Wochenende geheißen. Für die philippinischen Behörden ist es der erste Fall von Computer-Kriminalität. Offenbar haben die Fahnder jetzt doch noch eine Möglichkeit gefunden: Dem Verdächtigen wird ein Verstoß gegen den "Access Device Act" vorgeworfen (vergleichbar in Deutschland mit dem Fernmeldegesetz).

Das "I love you"-Virus, das schnellste und gefährlichste Computervirus aller Zeiten, hatte letzten Donnerstag weltweit Computernetzwerke lahm gelegt. Neben dem 23-Jährigen und der Studentin war auch ein deutscher Austauschschüler in Australien verdächtigt worden.

Die australische Polizei hatte am Sonntag die Gerüchte um den deutschen Austauschschüler zurückgewiesen. Eine Polizeisprecherin sagte, es habe zwar eine Menge spekulative Berichte über den mutmaßlichen deutschen Hacker gegeben, ein wirklich harter Beweis liege aber nicht vor.

Am Samstag hatte der schwedische Computerexperte Fredrik Björck, der auch schon den Autor des "Melissa"-Virus letztes Jahr identifiziert hatte, erklärt, das Virus gehe auf einen deutschen Austauschschüler in Australien zurück. Der junge Mann namens Michael habe das Virus über die philippinische Rechner aktiviert. Ob er auf den Philippinen gewesen sei, könne er nicht sagen. Die australische Polizeisprecherin kündigte an, sobald handfeste Verdachtsmomente vorlägen, würden die Ermittlungen aufgenommen.