Mac mini: Apple macht jetzt auf billig - DER SPIEGEL
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Mac mini Apple macht jetzt auf billig

Mit dem Mac mini wagt sich die Edel-PC-Schmiede Apple erstmals in das sonst so verschmähte Billigsegment. Für nicht einmal 500 Euro gibt’s eine Menge Software, Design und Rechenpower. Bisherige Windows-Nutzer könnten Gefallen finden an einem Zweit-PC mit Apple-Logo.
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Wo ist hier eigentlich der Dateimanager? Und gibt's hier keine Systemsteuerung? Für Windows-gewohnte Neulinge ist auf dem kleinen Apple-Rechner mit dem Betriebssystem Mac OS X zunächst alles fremd. Wenn sich die edle Aluminiumkiste auch nur halbwegs so gut verkaufen sollte wie der iPod, dann werden vielleicht schon bald Volkshochschulkurse veranstaltet, in denen man das Mac-OS-X-Einmaleins pauken kann.

Am Preis sollte die Sache nicht scheitern: Gerade mal 490 Euro kostet Apples Kleinster, der wirkt wie ein zu groß geratenes Netzteil einer Designer-Lampe.

Doch wozu überhaupt einen VHS-Kurs, mögen Apple-Fans einwenden, wo Apple-Software doch immer so intuitiv aufgebaut ist? Tatsache ist: Einsteigern glückt das "appeln" erst nach einigem Herumprobieren. Die Schaltzentrale von Mac-Rechnern heißt Finder, stellt man nach einigen Versuchen fest, und hier findet man auch die Systemsteuerung, die allerdings Systemeinstellungen heißt.

Mit dem Mac mini zielt Apple direkt auf bisherige Windows-Anwender. Der günstige Preis könnte so manchen von Viren und Würmern genervten Benutzer tatsächlich dazu bewegen, doch einfach mal fremdzugehen, und sei es auch nur beim Zweit-PC.

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Mac mini: Der Apple-Rechner fürs Volk

Foto: AP

Der Mac mini kommt ohne Maus, Tastatur und Monitor daher - doch es lassen sich problemlos die eigenen PC-Komponenten anschließen. DVI-Ausgang, zusätzlicher DVI-VGA-Adapter und USB-Anschlüsse machen's möglich. Daneben bringt der Rechner noch einen Firewire-Ausgang mit, um DV-Kamera, externe Festplatten oder einen iPod anzustöpseln.

Also, was die Ausstattung betrifft, gibt's am Volks-Mac nur wenig zu meckern. Hauptmanko ist vielleicht am ehesten der fehlende DVD-Brenner, einen solchen gibt's nur gegen einen Aufpreis von 100 Euro. Das standardmäßig eingebaute Combo-Drive Laufwerk brennt nur CDs und liest DVDs.

Ansonsten fällt bei der Arbeit höchstens noch unangenehm das laut arbeitende CD-Laufwerk auf - aber das kennt man ja auch von Windows-PCs. Wenn dieses nicht arbeitet, dann surrt der Lüfter im Gerät angenehm leise vor sich hin.

Trotz des günstigen Preises erweist sich der Mac mini als flotter Rechner. Das Fachblatt "Macwelt" stellte im Vergleichstest mit anderen Macs fest, dass selbst ein deutlich teureres Powerbook mit 1,5-Gigahertz-Prozessor nur minimal schneller werkelt als der Mac mini mit 1,42-Gigahertz-G4-Prozessor. Dieses Mini-System kostet 590 Euro und hat eine 80 Gigabyte große Festplatte, die einfache Variante mit 1,25 Gigahertz schlägt mit 490 Euro zu Buche (Festplatte 40 Gigabyte). WLAN und Bluetooth gibt's in beiden Versionen nur gegen Aufpreis.

Die mitgelieferte Software lässt einen Windows-PC, auf dem ausschließlich XP installiert ist, reichlich alt aussehen. Das Paket iLife '05 umfasst eigentlich alles, was man heutzutage in Sachen Multimedia treiben will: iTunes verwaltet die MP3s, iPhoto übernimmt Bildbearbeitung, Diashows und Fotoverwaltung, iMovie sorgt für einfachen Videoschnitt und iDVD brennt die Video-DVDs. Dafür muss natürlich ein Brenner (Superdrive) eingebaut sein.

Ein besonderes Bonbon stellt GarageBand dar. Damit lassen sich eigene Songs perfekt arrangieren und abmixen, ob sie nun aus Midi-Stücken oder Soundschnipseln bestehen. Zudem kann man damit auch Noten per Keyboard ins System einspielen.

Zum Briefeschreiben reicht das mitgelieferte AppleWorks 6 vollkommen aus. Wer sich am PC schon an den Freeware-Browser Firefox gewöhnt hat, holt sich einfach die Mac-OS-X-Version aus dem Netz und lässt die vorinstallierten Programme Safari und Explorer links liegen.

Fazit: Der Mac mini ist eine interessante Alternative zum Windows-PC, solange man damit Surfen will, Fotos und Musik verwalten und gelegentlich dem Vermieter nette Briefe schreiben. Erst bei Spezialanwendungen, für die es nur wenige Mac-Programme oder kaum passende Hardware gibt, erweist sich der Windows-/Linux-PC als flexibler beziehungsweise billiger.

A propos Hardware: Eigentlich kann man den Mac mini nicht selbst öffnen, etwa um Speicherbausteine oder die Festplatte zu tauschen. Dies ist laut Apple den eigenen Händlern vorbehalten, die über entsprechendes Spezialwerkzeug verfügen. Doch ein Spachtel aus dem Baumarkt tut es genauso, wie das Video auf der Website Smashsworld.com beweist .

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