Mac OS X "Leopard" Apple verschiebt neues Betriebssystem
San Francisco - Das hätte nicht passieren dürfen. Ausgerechnet Apple muss den lange angekündigten Starttermin für sein neues Betriebssystem Mac OS X 10.5, Codename "Leopard", verschieben. Dabei hatte das Unternehmen noch im vergangenen August im Rahmen einer Entwicklerkonferenz einen Videospot gezeigt, in dem Mac-Softwareentwickler dazu aufgerufen wurden ihren Microsoft-Kollegen bei der Arbeit an Windows-Vista zu helfen. Schließlich, so der Tenor, sei das neue Mac OS doch bestens auf Kurs während Microsofts System zu diesem Zeitpunkt bereits fünf Jahre Verspätung mit sich herumschleppte.
Doch nun muss auch der mit seinem MP3-Player iPod extrem erfolgreiche kalifornische Computer-Produzent Probleme einräumen.
"Leopard" werde nun statt Anfang Juni erst im Oktober auf den Markt kommen, teilte Apple am Donnerstag mit. Die Ankündigung nach Börsenschluss ließ Apple-Aktien im elektronischen Handel um drei Prozent fallen.
Die Verzögerung sei der Entwicklung des Apple-Handys iPhone geschuldet, teilte der US-Konzern mit. "Das iPhone enthält die anspruchsvollste Software, die jemals in einem tragbaren Gerät ausgeliefert wurde", hieß es in einer Erklärung. Um die pünktliche Markteinführung des Mobiltelefons zu sichern, habe man Entwickler von Leopard abgezogen. Das iPhone werde wie angekündigt Ende Juni verfügbar sein.
Tim Bajarin von Creative Strategies sagte, viele Apple-Fans würden nun vermutlich bis Oktober mit den Kauf eines neuen Computers warten. Damit werde sich auch der Absatz-Anstieg verzögern, der üblicherweise einer neuen Version von OS X folge.
"Eigentlich glaube ich, dass die Auswirkungen eher vernachlässigbar sein werden", sagte Bajarin. Apple-Aktien fielen nachbörslich auf 89,51 Dollar von 92,19 Dollar beim Handelsschluss an der Nasdaq.
Das Betriebssystem Mac OS X ist Apples Gegenstück zum Microsoft- Betriebssystem Windows. Im Gegensatz zu Windows, das auf Computern unterschiedlicher Hersteller installierbar ist, läuft Mac OS X jedoch nur auf Macintosh-Rechnern von Apple.
Genaue Informationen über den Funktionsumfang, den das neue Betriebssystem mitbringen wird, sind noch nicht bekannt. Zwar hatte Apple-Chef Steve Jobs bereits im vergangenen Jahr einige Kernfunktionen von "Leopard" vorgestellt, tiefere Einblicke jedoch mit der Begründung verwehrt, man wolle Microsofts Entwicklern keine Blaupausen für Vista liefern.
mak/rts