"Manipulation": Bundesaufsichtsamt warnt vor Internet-Aktien-Tipps - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

"Manipulation" Bundesaufsichtsamt warnt vor Internet-Aktien-Tipps

Das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAWe) warnt Privatanleger vor vermeintlich heißen Aktientipps im Internet. Zunehmend würden die so genannten Chat-Rooms im Datennetz für Manipulationen von Aktienkursen ausgenutzt, so der BAWe-Präsident Georg Wittich.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt/Main - Viele Anleger liefen den Empfehlungen oft blind nach und seien sich über mögliche negative Folgen dieses riskanten Spiels nicht im Klaren. "Das halten wir für sehr bedenklich und können das nicht einfach hinnehmen", sagte Wittich. Auch beim Feiertagshandel sollten die Kleinanleger vorsichtig agieren. Die geringen Umsätze erhöhten die Gefahr großer Kursschwankungen besonders bei den kleinen Aktientiteln. Kauf- oder Verkaufaufträge sollten an solchen Tagen daher nie unlimitiert in den Handel gegeben werden.

Weiter kritisierte die Aufsichtsbehörde, dass Finanzdienstleister und Banken gelegentlich ihre Kunden nicht ausreichend über mögliche Risiken von Wertpapiergeschäften informieren oder nicht genügend die persönlichen Bedürfnisse der Anleger beachteten.

Kein gutes Zeugnis stellte Wittich auch den Vorständen einiger Aktiengesellschaften aus, die auf der Jagd nach Höchstkursen für ihr Unternehmen Pflichtmitteilungen für Werbung und wenig aussagekräftige Pressearbeit missbrauchten. Die Unternehmen könnten dabei jedoch "sicher sein, dass auf diese Weise selbst unbedeutendste Informationen oder Werbebotschaften über die elektronischen Medien direkt zu den Investoren, Händlern und Analysten gelangen".

Die Öffentlichkeit sei praktisch gezwungen, die Nachricht "zumindest zur Kenntnis zu nehmen; dies allein schon deshalb, um tatsächlich wichtige Informationen nicht zu verpassen".