Messe 3GSM: Mobilfunker gegen Instant Messaging - DER SPIEGEL
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Messe 3GSM Mobilfunker gegen Instant Messaging

Alles, was in der Mobilfunkbranche Rang und Namen hat, tummelt sich derzeit in Barcelona. Schicke neue Handys gibt es da - aber, wichtiger noch, auch viele steile Pläne und gewagte Allianzen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Wie vor einigen Jahren UMTS intonieren die Mobilfunker in diesem Jahr vor allem das längliche Kürzel HSDPA als hinge ihr Seelenheil davon ab. Dahinter verbirgt sich ein Protokoll, das Daten-Durchsatzraten von bis zu 1,8 Megabit pro Sekunde ermöglichen soll und damit fast fünfmal schneller wäre als UMTS. Noch in diesem Quartal, ließ T-Mobile am Dienstag wissen, solle der besonders breite Dienst in Deutschland an den Start gehen. Ob dem dann der phänomenale Erfolg beschieden ist, der beim hochgelobten UMTS so lange ausblieb?

Gelernt haben die Mobilfunker in den letzten Jahren auf jeden Fall, dass nicht alles, was machbar ist, vom Kunden auch unbedingt gewollt ist. Der lässt sich durch mediokre Inhaltangebote nicht ins Bockshorn jagen. Im Kommen sind wohl auch darum nun Handy-Angebote, die das Fernsehen per Mobilfunk nicht mehr als Übertragung von Miniclips zu Maxipreisen missverstehen, sondern wörtlich meinen: Neben HSDPA-Anwendungen ist da auch der forcierte Verkauf von DVB-H-fähigen Telefonen und ähnlichen Geräten zu erwarten.

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Mobilmesse 3GSM: Monarchie und Technologie

Foto: AFP

Denn den Mobilfunkern droht Konkurrenz an allen Ecken und Enden. Voice-over-IP-Technik schickt sich an, über WLan-Hotspots auch als mobile Telefonie-Variante interessant zu werden, gewichtige Unternehmen wie Google und die eBay-Tochter Skype investieren schon kräftig. Die Messaging-Dienste der Internetunternehmen mutieren derweil zu kostenlosen Telefonie-Alternativen, über die sich auch noch so qualitativ hochwertige wie kostenlose Konferenzschaltungen abwickeln lassen. Das ist nicht nur Konkurrenz fürs Handy-Gespräch, sondern auch für SMS und MMS - und damit bedrohlich aus Perspektive der Mobilfunker.

Denn die machen den richtigen Reibach vor allem mit der jungen, Technik-affinen Zielgruppe. Kein Wunder, dass sie ihr Standing in diesem Markt verteidigen wollen. Und da sie den "Feind" nicht verdrängen können, versuchen sie nun, ihm mit den eigenen Mitteln Konkurrenz zu machen.

Insgesamt 15 Mobilfunkanbieter, die insgesamt unglaubliche 700 Millionen Kunden in die Wagschale werfen, stellten am Dienstag auf der 3GSM einen gemeinsamen Standard für Instant Messaging auf dem Handy vor. Die Sofortnachrichten, glauben die Funker, könnten mit der Zeit die SMS verdrängen. Unklar ist noch, wie abgerechnet wird und welche Kosten damit auf die Nutzer zukommen - online ist es schließlich kostenlos. T-Mobile will den Dienst im vierten Quartal 2006 starten.

pat/dpa/AP

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