Microsoft Betreute Spielwiese für Hacker
Seattle - Microsofts Medienbetreuer Rick Miller hatte auch gleich noch eine gute Nachricht für Millionen Nutzer der Software aus Redmond und die Aktienbesitzer des Konzerns. Der Einbruch sei nicht nur die ganze Zeit vom Überwachungssystem mitgeloggt worden, sondern habe auch nicht so lange gedauert, wie ursprünglich vermeldet. Anstatt fünf Wochen seien die Hacker gerade einmal zwölf Tage in dem Firmennetzwerk herumgewuselt.
Die Auswertung der Protokolle ergibt nach dieser Darstellung folgendes Bild: Am 14. Oktober haben ein oder mehrere Unbekannte mit Passwörtern Zugänge generiert, die Einblicke in eine höchste firmeninterne Sicherheitsebene erlaubten. "Wir begannen festzustellen, dass diese neuen Accounts geschaffen wurden, aber das konnte auch eine Anomalie des Systems sein", erzählte Miller freimütig. "Nach ein oder zwei Tagen erkannten wir dann, dass da jemand unser System hackt." Warum es dann allerdings bis zum 25. Oktober gedauert hat, bevor Microsoft das FBI einschaltete, verriet Miller nicht.
Der PR-Mann versuchte weiter zu beruhigen: "Wenn es irgendwelche Downloads oder sonstige Übertragungen von Microsoftware gegeben hat, sind sie in den Logfiles nicht aufgezeichnet." Zwischen den Zeilen gelesen eine Aussage, die nicht gerade beruhigt. "Auch über zwölf Tage hinweg wäre es durchaus möglich, Kopien von brisanten Dateien zu erzeugen", so Simon Perry, Sicherheitsfachmann bei Computer Associates. Es könne unmöglich gesagt werden, dass keine Dateien kopiert worden seien.
Microsoft bleibt bei seiner Darstellung, dass die Hacker nur Quellcodes von Produkten gesehen hätten, die noch in der Entwicklung und nicht auf dem Markt seien. Doch der Softwareriese weigert sich standhaft anzugeben, um was für Programme es sich handelt.