Microsoft Das sind ja gleich zwei Probleme auf einmal!
München - Gleich zwei Sicherheitsprobleme musste Microsoft diesmal verkünden. Zum einen handelt es sich nach Angaben von Firmensprecher Thomas Baumgärtner um ein neuerliches Problem im Mail-Programm Outlook, dessen Bugs Würmern wie "Melissa", "Naked Wife" und "Anna Kurnikowa" bei der Verbreitung geholfen hatten.
"In Programmen, die seit 1997 vertrieben wurden, ist es möglich, über das Web auf den Posteingang und den Kalender zuzugreifen. Angreifer könnten diese Funktion missbrauchen, etwa um Mails unerlaubt zu löschen oder zu verändern", erklärt Baumgärnter im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE den neuerlichen Bug. Ursprünglich sei lediglich vorgesehen gewesen, über das Web das Lesen von Mails zuzulassen. Dass das dafür vorgesehene Active-X-Control auch die unerwünschten Manipulationen erlaube, habe man erst jetzt bemerkt. Für einen Angriff sei es allerdings nötig, dass ein potenzieller Eindringling sein Opfer auf eine Webseite locke, wo das Script dann ablaufe. Deswegen sollten Active-X-Scripte in der Internet-Zone am besten deaktiviert werden, sagt Baumgärtner. Außerdem warne Microsoft vor Links ins Web, die in nicht vertrauenswürdigen E-Mails enthalten seien.
Virus im Gepäck: Fiese Post vom "Security Notification Service"
Eine andere in keiner Weise vertrauenswürdige E-Mail macht seit einigen Tagen im Netz die Runde. Und sie kommt von Microsoft - behauptet jedenfalls der Absender. Im Text mit der Betreffzeile "Microsoft Security Bulletin MS01-037" warnt ein Unbekannter - getarnt als "Microsoft Security Notification Service" - vor einem angeblichen Virus, das sich über eine Windows-Sicherheitslücke verbreiten soll. Als Gegenmaßnahme schlägt die Mail den Download eines Programms mit dem Dateinamen "cvr58-ms.exe" von einer in der Mail angegebenen Adresse vor. "Die Webseite ist gefälscht", sagt Microsoft-Sprecher Baumgärtner. Hinter der Datei verstecke sich ein Virus, das aktiv werde, wenn das Programm auf dem lokalen Rechner gestartet werde.
Seit gestern informiert Microsoft in Deutschland zunächst 600 so genannte Premier-Vertragskunden telefonisch über die Attacke. "Im Laufe der nächsten Zeit kommen dann weitere Kunden dazu", sagt Baumgärtner und hat noch einen Ratschlag parat. Systemadministratoren sollten dafür sorgen, dass nicht von jedem Computer eines Netzwerks Dateien aus dem Internet geladen und ausgeführt werden dürfen. "Man kann schließlich von Glück sprechen, wenn dabei heutzutage nichts passiert."
Christoph Seidler