Microsoft Gates geht in die Offensive
Seattle/Washington - Der Konzern will vor dem Obersten Gericht eine Revision des Urteils erreichen, er habe seine Stellung als Monopolist ausgenutzt. Gleichzeitig forderte Microsoft das Berufungsgericht auf, alle weiteren Schritte bis zu einer Entscheidung der höchsten Richter aufzuschieben, ob sie sich des Falles annehmen.
Mit dem Gang vor den Supreme Court greift Microsoft entscheidend in den Ablauf des Verfahrens ein. Rechtsexperten zweifeln jedoch daran, dass der Supreme Court sich des Verfahrens annehmen wird. Microsoft spiele auf Zeit, sagte Bob Lande, Jura-Professor an der Universität von Baltimore. Im Oktober soll das neue Microsoft-Betriebssystem Windows XP in den Handel kommen.
Die nächste Etappe wäre die Bestrafung des Software-Riesen wegen wettbewerbswidriger Praktiken. Damit soll ein neuer Einzelrichter beauftragt werden. Dem bisherigen federführenden Richter Thomas Penfield Jackson war der Fall entzogen worden.
Zerschlagung abgewendet
Das Berufungsgericht hatte im Juni eine in erster Instanz angeordnete Zerschlagung Microsofts in eine Betriebssystem- und eine Anwendungssoftware-Firma rückgängig gemacht. Es bescheinigte dem in Redmond ansässigen Unternehmen aber, Betriebssystem-Monopolist zu sein und teilweise wettbewerbswidrige Geschäftsmethoden angewendet zu haben.
Microsoft hatte daraufhin seine Lizenzabkommen mit den Computerherstellern für das Windows-Betriebssystem geändert. Die Hersteller dürfen den Zugang zur Microsoft-Browsersoftware Explorer entfernen und andere Veränderungen auf dem Start-Schaufenster für Windows vornehmen.
Die PC-Hersteller sollen unter anderem die Möglichkeit haben, das Zeichen für den Browser Internet Explorer aus Symbolleisten und dem Start-Schaufenster zu entfernen. Das gelte sowohl für das neue Betriebssystem Windows XP, das Ende Oktober auf den Markt kommen soll, als auch für frühere Versionen wie Windows 98 und Windows 2000.