Microsoft Office 11: Wer nicht kaufen will, der muss - DER SPIEGEL
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Microsoft Office 11 Wer nicht kaufen will, der muss

Die nächste Version der Microsoft-Office-Software wird nur für Windows 2000 und XP erscheinen - alle anderen Betriebssystem-Versionen werden nicht bedient. Wer "Office 11" will, muss zweimal einkaufen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Inzwischen läuft er, nach schwächlichem Start im Oktober letzten Jahres: der Verkauf von Windows XP. Zwar meldete Microsoft vom ersten Verkaufstag an im üblichen Jubel-Jargon Befriedigung, doch die sitzt so tief wohl doch nicht. Zu viele Windows-Nutzer verlassen sich nach wie vor auf Alt-Versionen wie 95, 98 oder NT. Zum Glück gibt es Strategien, mit denen sich der Generationswechsel auf dem Betriebssystem-Markt forcieren lässt.

So, wie Microsoft dereinst über ein preiswertes Betriebssystem (DOS) seine übrigen Softwareprodukte als Standard in den Markt drückte, soll das nun auch anders herum funktionieren: Microsoft beginnt offenbar damit, die Nutzer älterer Betriebssystem-Versionen von den Segnungen der neuen Schlüsselprodukte auszuschließen.

Zu denen gehört fraglos das Office-Paket, das weltweit auf den "Desktops" dominiert. Wer heute eine EDV-Ausbildung beginnt, der lernt anhand von Word, Access, Excel, Powerpoint und Outlook. Wegzudenken sind die Produkte nicht.

Wohl aber wegzuzappen: Office 11 wird auf älteren Windows-Versionen schlicht nicht mehr lauffähig sein. Bedient werden allein Windows 2000 (mit Service-Pack 3) - und natürlich Windows XP. Alle anderen müssen draußen bleiben.

Und das sind eine Menge. Prognosen des Marktforschungsunternehmens IDC gehen davon aus, dass bis Jahresende bis zu 40 Prozent der Windows-User die Versionen 2000 oder XP nutzen werden. Mit anderen Worten: 60 Prozent der Kunden müssten noch einmal shoppen gehen, wenn sie Office 11 nutzen wollten.

So ganz nebenbei könnte es Microsoft so gelingen, die neuen Lizenzierungs-Bestimmungen, die vor Monaten für erheblichen Unmut sorgten, gegen die eigene Kundschaft durchzudrücken. Die betreffen in erster Linie Unternehmen, die unter dem so genannten Licence Agreement 6 kräftiger zur Kasse gebeten werden sollen. Das Geld kann Microsoft vor allem deshalb gut gebrauchen, weil man nie genug davon haben kann: Mitte Oktober gab das Unternehmen einen Rekord-Profit von 2,73 Milliarden Dollar im ersten Quartal 2002 bekannt.