Microsoft und Yahoo Gemeinsam gegen AOL
Microsoft und Yahoo beenden ihre jahrelange Rivalität beim Instant Messaging und wollen künftig einen Nachrichtenaustausch zwischen ihren jeweiligen Programmen ermöglichen, wie aus informierten Kreisen verlautete. Die Einigung sollte noch am Mittwoch bekannt gegeben werden. Einzelheiten der Partnerschaft wurden zunächst nicht bekannt. Sie gilt aber als Angriff auf AOL, den Marktführer beim Instant Messaging, dem Nachrichtenaustausch in Echtzeit.
Mit ihrer Partnerschaft kommen Microsoft und Yahoo beim Instant Messaging auf fast so viele Nutzer wie AOL. Für das AOL-Programm AIM wurden im September in den USA 51,5 Millionen Nutzer gezählt, der MSN Messenger von Microsoft kam auf 27,3 Millionen, der Yahoo Messenger auf 21,9 Millionen, wie die Marktforschungsfirma Nielsen/NetRatings mitteilte.
Ein Nachrichtenaustausch zwischen diesen Programmen war bislang nicht möglich. Nutzer mussten dafür auf andere Programmen wie Trillian zurückgreifen. Instant Messaging erfreut sich als Kommunikationsmedium nicht nur bei jüngeren Leuten einer stark wachsenden Beliebtheit, es wird auch in vielen Unternehmen immer wichtiger. Diese Programm bieten längst nicht mehr nur die Möglichkeit zum Austausch von Textnachrichten, inzwischen sind auch Video- und Telefonfunktionen möglich. Google startete im September ein eigenes Angebot, bei dem man sich auch unterhalten kann.
Bislang habe AOL in diesem Markt die Bedingungen festlegen und sich seine Partner aussuchen können, erklärte der IDC-Analyst Robert Mahowald. Dies werde sich nun ändern.
Weder Microsoft, Yahoo noch AOL wollten zunächst Stellung nehmen.
Allison Linn, AP