Microsoft Warnung vor Mitlesern und Lösch-Attacken
Redmond - In einer Mitteilung des Microsoft-Sicherheitschefs Christopher Budd hieß es in der Nacht zu Freitag, durch die jetzt entdeckten Lücken könnten Angreifer mit Hilfe von E-Mails oder einer Web-Seite Teile von Office missbrauchen. Sie könnten Programme ausführen, Daten verändern oder die Festplatte löschen. Die Lücken in den jüngsten drei Versionen des Internet Explorers könnten es Angreifern auch erlauben, Dateien zu lesen. Microsoft stellte auf seiner Web-Site ein Programm zur Behebung der Lücken ("Patch") bereit.
"Es ist wichtig, dass sich Benutzer den Patch holen", sagte der Sicherheits-Chef der Computersicherheits-Firma TruSecure, Russ Cooper. "Bei diesen Problemen dauert es meist sechs bis neun Monate, bis wir einen massiven Versuch sehen, sie auszunutzen." Eine vorbeugende Behebung der Lücke sei daher dringend. Da Office weltweit von mindestens 100 Millionen Menschen verwendet werde, sei die Gefahr von groß angelegten Angriffen signifikant. Microsoft zufolge sind unter anderem die Produkte Office 2000, Office XP, Money 2002, Money 2003 und Project 2002 betroffen. Der Patch sei im Internet unter http://www.microsoft.com/technet abrufbar.
Vor einigen Monaten hatte Microsoft die Initiative "Trustworthy Computing" ins Leben gerufen, um die Sicherheit seiner Produkte zu verbessern. Mitgründer Bill Gates zufolge hat Microsoft in diesem Jahr bislang 100 Millionen Dollar (etwa 103 Millionen Euro) im Rahmen der Initiative ausgegeben. In diesem Zeitraum sind von Microsoft mehr als 30 Hinweise zu Sicherheitslücken herausgegeben worden.
Am Donnerstag hatte die Investmentbank Salomon Smith Barney die Bewertung der Microsoft-Aktie auf "outperform" von "neutral" angehoben. Die Titel des Softwarekonzerns stiegen um rund 1,8 Prozent auf 53,23 Dollar und gehörten zu den umsatzstärksten Werten an der Nasdaq. Der Konzern könne nach einer Umfrage unter Technologie-Einkäufern von einer gestiegenen Investitionsneigung der Unternehmen profitieren, hieß es.