Microsoft Windows Pannen Loch und Löcher
Hunderte Millionen Dollar gab Microsoft aus, um bestimmte Hacker-Attacken, so genannte "Buffer Overflows", zu unterbinden. Vergebens, wie sich nur drei Monate nach der Markteinführung von Windows Server 2003 erwies: Eine polnischen Expertengruppe fand einen Weg, behände über die Schutzbarrieren zu hüpfen, in fremde Computersysteme einzubrechen und dort zu tun, was ihr beliebte. Microsoft ist nun gezwungen, erneut mit einem Patch nachzubessern, der mittlerweile zum Download bereitsteht.
Das Problem, räumte Microsoft ein, betreffe nicht nur die Betriebssysteme Windows 2000, NT und XP, sondern auch die neue Server 2003-Software - das erste Produkt, das unter der von Microsoft-Gründer Bill Gates mit großem Tamtam ausgerufenen "Trustworthy Computing"-Initiative verkauft wurde. Bei der Vorstellung von Windows Server 2003 erklärte Firmenchef Steve Ballmer die neue Software gar zum Durchbruch in Sachen Sicherheit.
Wie Trustworthy die neue Windows-Software ist, zeigte nun die erneute Panne. Marc Maiffret von eEye Digital Security etwa bezeichnete das jetzt entdeckte Loch als "eine der schlimmsten Verwundbarkeiten, die jemals in Windows entdeckt wurden". Maiffret, dessen Unternehmen in früheren Windows-Versionen mehrere größere Sicherheitsmängel aufdeckte, warnte Unternehmen vor Schäden: Bis der Patch installiert ist, sei ein Firmen-Netzwerk "wie Schweizer Käse. Jeder kann auf die Server zugreifen".
Internet Security Systems mit Sitz in Atlanta sprach von einer "enormen Bedrohung" und erhöhte die Warnstufe in seinem "AlertCon"-Frühwarnsystem von eins auf zwei ("erhöhte Wachsamkeit"). Das Sicherheitsloch betrifft Technologie, die zur gemeinsamen Nutzung von Dateien in Netzwerken dient. Laut Microsoft seien aber durch Firewalls geschützte Netzwerke vor Angriffen sicher.
Die Entdecker der Sicherheitslücke, die polnische "Last Stage of Delirium Research Group", haben ein Programm geschrieben, um die Größe des Lochs zu dokumentieren und in fremde Rechner einzubrechen. Veröffentlicht werde die brisante Software allerdings nicht, versicherte Tomasz Ostwald, ein Mitglied der Gruppe: "Das wäre zu gefährlich."