"Mixter": Gut in Englisch, schlecht in Mathe - DER SPIEGEL
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"Mixter" Gut in Englisch, schlecht in Mathe

Bei der Suche nach dem Hacker "Mixter" deuten alle Spuren auf einen Computerfreak aus Hannover hin. Die Mutter des 20-Jährigen klagt: "Wir werden ununterbrochen belästigt."
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Hannover - Wie die Mutter gegenüber der Deutschen Presse-Agentur erklärte, wolle sich ihr Sohn nicht selbst zu den Spekulationen äußern. Doch vieles spricht dafür, dass eines der effektivsten Hacker-Programme der jüngsten Zeit in Hannover geschrieben wurde.

"Mixter" soll in einer E-Mail eingeräumt haben, die Software "Tribe Flood Network" (TFN) geschrieben zu haben. Damit können Web-Angebote mit einer Flut von Daten beschossen werden, bis die Server aufgeben. Der "Neuen Presse " in Hannover sagte der 20-jährige Abiturient, es sei richtig gewesen, das Programm zu veröffentlichen.

Seine Computer-Karriere begann bereits mit acht Jahren. "Mein Bruder hat ihm damals einen billigen Computer geschenkt", sagte die Mutter. Er brachte sich selbst Englisch bei, um den Rechner bedienen zu können.

Der Weg des Jungen, der in Englisch eine Eins hatte und in Mathe nur mittelmäßig war, führte später auch vor Gericht: Mitte 1998 brach er mehrfach in Computer von Unternehmen ein und installierte dort Virenprogramme. Diese Methode erinnert nach Angaben des Staatsanwalts an die Vorgehensweise der Hacker-Angriffe der vergangenen Woche.

Anfang des Monats verhängte das Amtsgericht Hannover wegen Computersabotage und Ausspähung von Daten in neun Fällen 15 Tage sozialen Hilfsdienst. Die Staatsanwaltschaft legte allerdings Berufung ein: Sie hatte sechs Monate Jugendstrafe gefordert.

In dem Prozess hat der Computerfreak nach Angaben des Staatsanwalts zwei Mal sein Pseudonym "Mixter" verwendet. "Diese Sache von damals tut ihm leid", sagte die Mutter des 20-Jährigen. "Aber das war ein Hobby von ihm, da wusste er noch nicht, dass das kriminell ist." Die Mutter, eine ehemalige Lehrerin, steht offensichtlich hinter ihrem Sohn. "Ich bin stolz", sagte sie der "Neuen Presse".

Inzwischen beschäftige sich ihr Sohn vor allem mit Sicherheitsfragen in Datennetzen. Er habe lukrative Jobs in Aussicht, einen davon in Israel. Demnächst stehe sogar ein Vorstellungsgespräch an.

"Mixter" selbst hatte in seinen E-Mails betont, das Programm TFN für Analyse-Zwecke geschrieben zu haben. "Ich bin in keiner Weise an Angriffe gegen US-Websites oder an irgendwelchen kriminellen Handlungen beteiligt. Tatsächlich bin ich aber der einzige Programmierer, der ein in Frage kommendes Angriffsprogramm veröffentlicht hat und dazu steht."

Unterdessen ist die US-Bundespolizei FBI offenbar auf die ersten Verdächtigen der Server-Angriffe gestoßen. Wie die "Washington Post" berichtet, wollten Experten des FBI noch am Dienstag mehrere Computerfreaks verhören.

Einer von ihnen lebe in den USA und trete im Internet unter dem Namen "Coolio" auf. Bei dem zweiten Verdächtigen soll es sich um einen kanadischen Teenager mit dem Pseudonym "Mafiaboy" handeln.

Jirka Albig und Daniela Wiegmann