Mobile Computing: Voll aufs Auge - DER SPIEGEL
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Mobile Computing Voll aufs Auge

Als der Walkman aufkam, bangten viele um ihre Kinder - oder um ihre Autos: Lautstark beschallte Jugendliche, so wurde befürchtet, würden sich bald als tänzelnde Rock-Autisten in den fließenden Verkehr einfädeln. Bleibt abzuwarten, was die Mahner vom neuesten mobilen PC-Prototyp aus dem Hause IBM halten werden. "Eye track" verlegt den Bildschirm direkt vors Auge.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Irgendwie scheint die Computerwelt besessen von zwei Ideen: Erstens, den PC absolut mobil zu machen; Zweitens, den Blick auf die Welt völlig durch den in die Welt des Computers zu ersetzen. "Cyber-Brillen" waren der Anfang, inzwischen werden die entsprechenden Gadgets immer kleiner, feiner, besser. Der Gedanke ist tatsächlich verlockend: Displays, die das Bild direkt auf die Netzhaut übertragen, sind der einzig denkbare Weg in eine wahrhaft virtuelle Realität. Außer man glaubt daran, dass die Entwicklung von Holodecks doch noch vor 2200 gelingt.

"Eye track" ist bisher nicht mehr als eine Designstudie, ein Prototyp aus dem Hause IBM. Der "Augen-Monitor" kommt vom Optik-Spezialisten Olympus. Der kleine, vollwertige Wndows-PC ist für die Handtasche oder den Aktenkoffer gedacht - oder als "Einhaker" für den Gürtel. Das System ist somit eines der bisher kleinsten und elegantesten seiner Art - ob es auch praktisch ist, steht auf einem anderen Blatt. Teuer wird die Sache auf jeden Fall, obwohl bisher keine Preise bekannt sind. Ob sich ein "PC", der wohl eher als "Fun-Machine" denn als kleiner digitaler Sklave erscheint, dann letztlich rechnet, bleibt abzuwarten. Das Augendisplay könnte im Gamer-Bereich immerhin zu einer echten "Killer-App" werden.

Frank Patalong