Mobilfunk: Handy-Markt legt deutlich zu - DER SPIEGEL
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Mobilfunk Handy-Markt legt deutlich zu

Auf dem Mobilfunkmarkt sind noch einmal enorme Zuwächse zu erwarten. Sind heute schon 30 Millionen Deutsche mit einem Handy ausgestattet, sollen es in zwei Jahren bereits 50 Millionen sein. Dann allerdings rechnen Experten mit einem erbitterten Konkurrenzkampf der Anbieter.
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Hannover - Nach Ansicht führender Mobilfunkunternehmen werden die Kundenzahlen 2000 und 2001 noch kräftig steigen. Dann allerdings ist der Markt erst einmal gesättigt: Neue Marktanteile kann nur noch erringen, wer erfolgreich Konkurrenten verdrängt.

Die Zukunft liegt, das machen im Vorfeld der Cebit alle Netzbetreiber klar, in der Verknüpfung von Internet und Mobilfunk. Zudem versuchen sich die Konkurrenten mit erneuten Tarifsenkungen gegenseitig Kunden abzujagen. Doch viel Spielraum nach unten dürfte angesichts schrumpfender Gewinnmargen nicht mehr vorhanden sein.

Die Telekom-Mobilfunktochter T-Mobil geht davon aus, dass sich 2002 die Wachstumskurve abflacht. Dann komme es darauf an, dass die Kunden das Handy nicht nur zum Telefonieren benutzen, sondern für zusätzliche Dienste, sagte der T-Mobil-Vorsitzende Kai-Uwe Ricke.

T-Mobil erzielte 1999 einen Umsatz von 9,8 Milliarden Mark, legte um 3,8 Millionen Kunden zu und steht kurz davor, den zehnmillionsten Kunden begrüßen zu dürfen. In Hannover kündigte Ricke weitere Preissenkungen an. So soll der Telly-Tarif für Privatkunden in der Spitzenzeit statt mit 1,29 Mark nur noch mit 99 Pfennig zu Buche schlagen.

Die Telekom-Tochter übte scharfe Kritik an der Preispolitik der Mitbewerber. Diese würden ihren Handy-Kunden zwar billige Tarife anbieten, wer allerdings aus dem Festnetz die Handys von D2- oder e-plus-Kunden anrufe, müsse tief in die Tasche greifen.

Ricke rechnete vor, dass ein Gespräch vom Festnetz zu D1 am Tag für fünf Minuten 2,40 Mark koste. Bei D2 oder Viag Interkom koste dasselbe Gespräch 4,80 Mark, bei e-plus sogar 7,20 Mark. Die Deutsche Telekom als Festnetzbetreiber kassiere davon nur zehn Prozent, der Rest fließe an die Mobilfunkunternehmen.

T-Mobil kündigte für den Sommer die Einführung des GPRS-Standards an. GPRS steht für General Packet Radio Service und ist eine Technik zur Datenübertragung, die auch bei Handys ISDN-Geschwindigkeiten erlaubt. Wer GPRS benutzen will, braucht aber ein neues Gerät. Nicht nur T-Mobil, auch die anderen Anbieter können im Vorfeld der Cebit starke Zuwächse melden. So berichtet e-plus, nach D2 und T-Mobil die Nummer drei auf dem deutschen Mobilfunk-Markt, von inzwischen vier Millionen Kunden. Firmenchef Klaus Thiemann kündigte massive Preissenkungen und ein e-plus-Internet-Portal an.

Der jüngste Telefonanbieter Viag Interkom mit seinem E2-Netz hat im ersten Jahr nach dem dem Start 1,2 Millionen Kunden gewonnen und will Ende 2000 bei drei Millionen landen. Beim Neugeschäft hat Viag Interkom nach eigenen Angaben einen Anteil von zehn Prozent. Der Umsatz soll von 1,69 Milliarden Mark 1999 auf drei Milliarden Mark 2000 und 15 Milliarden 2006 steigen.