Mobiltelefonie: Strahlen-Grenzwerte bleiben unverändert - DER SPIEGEL
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Mobiltelefonie Strahlen-Grenzwerte bleiben unverändert

Die Regierung verzichtet auf die Einführung strengerer Strahlengrenzwerte. Das erspart den künftigen UMTS-Anbietern 18 Milliarden Mark.
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Die bisherigen Grenzwerte für die Strahlung von Mobilfunkantennen sollen offenbar unverändert bleiben, berichtet der "Tagesspiegel" unter Berufung auf "informierte Kreise". Das würde den Firmen hohe Zusatzkosten bei der Einführung des neuen Mobilfunkstandards UMTS ersparen. In "mit der Situation vertrauten Kreisen" hieß es am Freitag, die Regelung für die Strahlung werde wohl nicht verschärft. Dies habe ein Gespräch von Vertretern der deutschen Mobilfunkanbieter beim Bundeskanzleramt am Mittwoch ergeben.

Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums sagte, es sei eine Selbstverpflichtung der Mobilfunkanbieter geplant, statt einer Verschärfung der Grenzwerte für die Strahlung von Mobilfunkstationen.

Alles relativ

Seit Jahren warnen Bürgerinitiativen und manche Wissenschaftler vor den möglicherweise schädlichen Einflüssen der Mobilfunk-Strahlenbelastung. Andere Wissenschaftler und Experten der Industrie versichern hingegen, davon könne keine Rede sein: Die Brancheninitiative IZMF der Mobilfunkfirmen erklärt, es bestehe keine Gefahr, wenn die bestehenden Grenzwerte eingehalten würden.

Der Bericht des "Tagesspiegel" hatte klar gemacht, für wen die Grenzwerteänderung unmittelbar und nachgewiesenerweise schädlich gewesen wäre: Für die Industrie. Eine Verschärfung der bestehenden Regelungen hätte es nötig gemacht, die Zahl der geplanten Sendemasten zu erhöhen. Das hätte für die durch den Ankauf der exorbitant teuren UMTS-Lizenzen und die Börsenflaute des letzten Jahres bereits arg gebeutelten Unternehmen einen Mehraufwand von 18 Milliarden Mark bedeutet.

Die Regierung scheint sich bei der Entscheidungsfindung also an gesicherte Tatsachen gehalten zu haben: Während Mobilfunkstrahlung nur möglicherweise für Menschen relativ gefährlich sein könnte, wäre die geldliche Mehrbelastung für die betroffenen Unternehmen definitiv schmerzhaft gewesen. Ein Entscheidungskriterium, das Kritiker auf den Plan rufen dürfte: Grenzwerte, sagen diese seit Jahren, dürften nicht im Spannungsfeld zwischen Geld und Gesundheit definiert werden.