MSN Wachstumsbemühungen
Das Online-Angebot MSN von Microsoft soll in Deutschland wachsen. Das ist nicht das erste Mal, doch irgendwie kam MSN in Deutschland immer ein kleines bisschen zu spät. Inzwischen ist der ehemalige Online-Dienst längst zum Internet-by-Call-Anbieter (IBC) geworden - und in diesem Konkurrenzumfeld steht er auch, obwohl MSN sich nach außen weiterhin gern als "Online-Dienst" verkauft. Da war die Senkung der Preise schon fast überfällig, denn im IBC-Markt tobt der Preiskampf.
Also kündigte der Softwarekonzern nun an, dass er die Gebühren für den Internet-Zugang von 3,3 auf 2,9 Pfennig senken will. Was allein wohl kaum genügen dürfte, um MSN doch noch zum Höhenflug zu verhelfen: Ab November soll darum mit einem Etat von rund 27 Millionen Mark insbesondere auf Privatsendern für das Internet-Produkt geworben werden.
Eine weltweite Kampagne: Um die Marke MSN bekannter zu machen, sollten weltweit 150 Millionen Dollar in einer der bisher größten Verbraucher-Kampagnen von Microsoft ausgegeben werden, hieß es.
Bisher gebe es in 33 Ländern MSN-Portale - ähnlich denen von Yahoo und Lycos. Mit Hilfe der Preissenkung in Deutschland wolle man verstärkt den beiden größten Online-Diensten AOL und T-Online Konkurrenz machen, hieß es weiter.
In Deutschland ist MSN Hotmail seit Februar mit einem neuen Auftritt aktiv. Seitdem sei die Anzahl der regelmäßigen Nutzer um 59 Prozent auf 4,5 Millionen Kunden gesteigert worden. Das ist schön, bringt dem Unternehmen aber erst einmal keinen Pfennig: Hotmail ist kostenlos. Hohe Nutzerzahlen helfen allerdings, die Refinanzierung durch Werbung anzukurbeln.
Aus den Internet-Zugängen rechnet der Konzern in Deutschland in diesem Jahr mit einem Umsatz von 60 Millionen Mark. Der Werbeumsatz solle in den nächsten zwei bis drei Jahren jeweils um 100 bis 200 Prozent gesteigert werden. Über die Höhe der derzeitigen Werbeumsätze lässt sich das Unternehmen allerdings nicht aus. Dazu sollen auch die Service-Angebote - vom Wetterkanal bis zur Suchmaschine - deutlich ausgebaut werden.