Multifunktionsdrucker im Test So gut arbeiten Scanner-Drucker-Zwitter
Bei A4-Druckern gehört eine Scanfunktion immer öfter zur Ausstattung.
Dabei handelt es sich längst nicht mehr um unbefriedigende Kompromisslösungen.
Stattdessen entspricht die Qualität der Druckwerke dem Standard der Solo-Printer, und die Auflösung der Scanner ist für Aufsichtvorlagen befriedigend.
Eine Durchlichteinheit steht dagegen bei allen Geräten erst gar nicht auf der Ausstattungsliste. Zumindest die Kandidaten von Canon und Epson machen in allen Disziplinen eine gute Figur.
Geschwindigkeit, Druckqualität, Handhabung - "Colorfoto" vergleicht sechs Alleskönner-Drucker.
Brother DCP-585CW - ordentliche, teure Ausdrucke
Das kompakteste Multifunktionsgerät arbeitet mit vier Tintentanks, die fest eingebaut und über Schläuche mit dem Druckkopf verbunden sind. Obwohl die Tanks recht groß ausfallen stecken nur winzige 4,3 Gramm Tinte drin. Damit sind die Brother-Ausdrucke die teuersten des Testfelds und brauchen zudem mit knapp dreieinhalb Minuten auch recht lange. Die Haltbarkeit der Dye-Tinten ist durchschnittlich, so dass trotz der passablen Handhabungsnote nur der letzte Platz mit 23 Punkten in der Praxiswertung bleibt.
Die Qualität der Ausdrucke ist in Ordnung, allerdings mit Schwächen bei der Zeichnung von dunklen Partien, die wohl auf das fehlende Fotoschwarz zurückgehen dürfte. Der Scanner arbeitet insgesamt solide, hat aber eine recht große Farbabweichung, während der Kopierer gravierende Schwächen zeigt, denn die Prints sind viel zu dunkel, und ein starker Grünstich stört.
Canon Pixma MP630 - zweiter Testsieger
Display und Bedienfeld sitzen beim MP630 auf dem Kopierer-deckel. Wer ist bloß auf diese Idee gekommen? Das ist ebenso benutzerunfreundlich wie die Lieferung als Bausatz: Fast 50 Teile hat man in der Hand, bevor das Gerät seinen Dienst aufnimmt. Dafür gibt es das tolle Auswahlrad, und der MP630 druckt schnell, leise und sparsam. Ein W-Lan-Modul ist allerdings nicht an Bord.
Die Qualität der Prints entspricht dem guten Niveau des IP4600 mit neutralen Farben und ausreichend Details. Der Scannertreiber ist leicht zu bedienen, und gute Bildergebnisse sind nach wenigen Sekunden fertig - der beste in der Konkurrenz. Ebenso kann die Kopierfunktion überzeugen. Wer ein Foto ohne besonders kritische Bildteile, kopiert muss genau hinschauen, um die Kopie zu entlarven. Tempo, Seitenpreis und Druckqualität machen den Canon zum zweiten Testsieger neben dem Epson.
Epson Stylus Photo PX700W - Testsieger
Die Optik des PX700W wird von einer Menge Klavierlackschwarz und dem klappbaren Bedienpanel beherrscht. Und der Umgang damit ist eine Freude auch ohne Studium des Handbuchs. Der Stand-by-Verbrauch ist etwas zu hoch, wie auch die Tintenkosten.
Doch dafür kann sich der Epson den ersten Platz bei der Bildqualität sichern, denn er geht besonders feinsinnig mit den Fotos um und zeigt vor allem bei Hauttönen und SW-Fotos Präzision und Neutralität. Der Scanner ist schnell und bietet die beste Auflösung des Testfelds. Die Software ist trotz vieler Funktionen einfach zu bedienen, und die Kopien sind ansehnlich mit geringem Farbstich. Damit holt sich der PX700W den Testsieg vor allem dank der Druckqualität.
HP Photosmart C6324 - Druckkosten im Mittelfeld
Die Resultate der Printer-Sektion ähneln denen des D5460: Die Druckkosten sind im Mittelfeld angesiedelt und die Ozonbeständigkeit ist dank der Verwendung des Premium-Plus-Papiers sehr gut. Bei der Bedienung gibt es die schon notorischen Treiberprobleme, und der Stand-by-Verbrauch ist zu hoch.
Die Qualität der Ausdrucke ist gut, und die Bilder wirken knackig sowie kontrastreich. Der Scanner ist eher langsam und die Bedienung verwirrend, aber er hat die beste Farbgenauigkeit auf der Habenseite zu verbuchen.
Eine nicht abzuschaltende Schärfung sorgt für merkwürdig krümelige Bilder und die schlechte Note für den Bildeindruck. Die Kopien sind neutral und nur minimal zu dunkel und haben ein "sehr gut" verdient. Wegen der geringen Ozonempfindlichkeit erhält der HP den Kauftipp Haltbarkeit - allerdings ist für die guten Ozontestwerte das Papier ausschlaggebend.
Kodak ESP 5 - niedrige Druckkosten
Der günstigere Bruder der beiden bisherigen Kodak-Inkjets strahlt nicht die Solidität der beiden teureren Modelle aus. Das Drucksystem ist aber identisch: Die grundsätzlich ungünstige Anordnung mit fünf Tinten in einem Behälter gleicht Kodak durch den günstigen Preis aus. Unter dem Strich stehen mit 1,10 Euro pro A4-Print richtig günstige Druckkosten.
Damit hat der ESP 5 beim Praxistest die Nase vorn, obwohl er nicht leise und eher langsam druckt und im Stand-by zu viel Energie verbraucht. Die Prints sind etwas zu dunkel und mittlere Grautöne erscheinen rotbraun, so dass das Druckergebnis insgesamt gegenüber der Konkurrenz abfällt. Der Scanner ist eher langsam unterwegs und landet auch bei Farbtreue und Bedienung nur im unteren Testfeld. Dafür hat Kodak die Anpassung an den Druckerteil gut hin bekommen, denn die Kopien sind passabel.
Lexmark X7675
Neben einem Fax gehört auch eine Duplex-Einheit zur überdurchschnittlichen Ausstattung des X7675. Die Tinte ist beständig gegen Licht und Ozon, aber es ist auch etwas Geduld gefragt, denn ein A4-Foto lässt fast fünf Minuten auf sich warten.
Wie bei den Lexmark-Druckern mit Pigmenttinte gewohnt, lassen die Ausdrucke die Feinzeichnung vermissen. Die Farben mittlerer Sättigung sind zu kräftig und etwas grob gerastert. Dennoch ist die Qualität insgesamt solide. Der Scanner lässt sich bei hoher Auflösung sehr viel Zeit, und der Software fehlen wesentliche Einstellmöglichkeiten.
Die Kopien fallen mit einem deutlichen Rotstich und zu hohem Kontrast wenig erfreulich aus und brauchen über sechs Minuten - das gibt die Rote Laterne in der Kopiererwertung für den X7675.
Fazit - Abstimmung ist alles
Erstaunlich ist immer wieder, um wie viel schlechter bisweilen die Kopien ausfallen als die Prints oder Scans. Hier muss der Prozessor des Geräts die Daten berechnen, und das geht mitunter kräftig daneben, während der Druck von der Speicherkarte eigentlich keine Abweichungen vom Rechner-Print aufweist. So liegen die vom Lexmark X7675 kopierten Fotos deutlich unter unseren Erwartungen.
Für Dokumente mag ein angehobener Kontrast ja nützlich sein, doch wenn als Qualität "Foto" eingestellt wird, sollte wohl auch eine passende Korrektur eingreifen. Dagegen kann Kodaks ESP 5 trotz der schlechtesten Wertung für Scanner und Drucker durchaus vernünftige Kopien abliefern.
Die Multifunktionsgeräte von Canon und Epson machen fast alles richtig und landen beinahe mit Punktegleichstand an der Spitze. Der Canon Pixma MP630 hat kein W-Lan und bleibt in der Druckqualität etwas hinter dem Epson Stylus Photo PX700W zurück. Dafür druckt er schneller und ist bei Druckkosten und Gerätepreis günstiger. Der HP Photosmart C6324 zeigt sich ausgewogen mit der besten Ozonstabilität, während Kodaks ESP 5 vor allem mit günstigen Tintenkosten überzeugt.