Nach wie vor Die Homepage lebt
Die Nachfrage nach Internetadressen ist ungebrochen. Bei der deutschen Registrierungsstelle Denic in Frankfurt am Main sind inzwischen über acht Millionen Domainnamen mit der Endung .de registriert. Die deutsche so genannte Top-Level-Domain ist damit die erfolgreichste länderbezogene Domainnamen-Endung. Allein Adressen mit der Endung .com, einer generischen Top-Level-Domain, gibt es mit 30 Millionen häufiger.
Die wenigsten Domains werden jedoch direkt bei der Denic bestellt. In der Regel sucht sich der zukünftige Betreiber eines Internetangebots zunächst einen Webhoster, der ihm Platz auf einem Server sowie eine Anbindung ans Internet verkauft. Anwender stehen allerdings schnell vor dem sprichwörtlichen Heuhaufen, in dem sie nach der Nadel in Form des am besten auf ihre Bedürfnisse abgestimmten Angebots suchen müssen. Denn neben großen Webhostern wie Strato und 1&1 gibt es auf dem deutschen Markt gut 2000 weitere Anbieter. Den Einstieg gibt es bereits für ein paar Cent.
Erster Schritt: Bedarf ermitteln
In einem ersten Schritt sollten private wie geschäftliche Website-Betreiber den eigenen Bedarf ermitteln. Eine private Homepage mit ein paar Unterseiten, auf denen Fotos vom vergangenen Urlaub präsentiert werden sollen, muss mit weit weniger Funktionen ausgestattet sein als die Website eines Unternehmens, das Waren und Dienstleistungen auch über das Internet anbieten will.
Für einen kleinen privaten Internet-Auftritt mit ein paar Seiten über die eigenen Leidenschaften benötigen Hobby-Webmaster nicht mehr als ein paar Megabyte (MB) Platz auf einem Server, den sie sich mit anderen Anwendern teilen (shared hosting). Wichtig ist, dass sich die eigene Domain über ein benutzerfreundliches Webinterface verwalten lässt, um zum Beispiel E-Mail-Adressen und Weiterleitungen anzulegen. Wer die ganze Familie mit E-Mail-Adressen und einem eigenen Webauftritt versorgen will, sollte darauf achten, dass er ausreichend Postfächer oder Weiterleitungen nach dem Muster vorname@nachname.de ebenso anlegen kann wie so genannte Subdomains im Format vorname.nachname.de.
Pauschalangebote
Alternativ bieten sich Webspace-Pakte an, die mehrere Domains enthalten. Dann kann jedes Familienmitglied seine eigene Adresse auf dem gemieteten Serverplatz ablegen. Für ungeübte Anwender ohne HTML-Erfahrung lohnt sich der Blick auf Angebote mit einem Home-Page-Baukasten-System, wie es sie zum Beispiel bei Strato und 1&1 gibt. Mit ein paar Klicks lassen sich Seiten meist direkt online auf Grundlage von Vorlagen zusammenstellen.
Zum Standard sollte bei jedem Webspace-Angebot ein so genannter FTP-Zugang gehören. Über das File Transfer Protocol (FTP) werden die Dateien für die eigene Homepage vom Rechner zu Hause auf den entfernten Server geladen. Manche Provider bieten auch einen Upload per Web an. Für die schnelle und bequeme Homepagepflege ist ein FTP-Programm jedoch komfortabler. Die Kosten für diese Basisangebote reichen von rund 20 Cent pro Monat bis zu 5 Euro. Ein Preis- und Leistungsvergleich lohnt sich daher.
Soll das Internet-Angebot nicht nur aus statischen HTML-Seiten bestehen, benötigt der Anwender weitergehende Funktionen. Ein dynamischer Aufbau der Site ist immer dann sinnvoll, wenn Inhalte häufig geändert werden sollen oder mehrere Benutzer etwa am Auftritt eines Vereins arbeiten. Dynamische Websites setzen sich zusammen aus Seitenvorlagen (Templates), in denen das Layout gespeichert ist und den Inhalten. Sie liegen in einer Datenbank auf dem Server und werden beim Aufruf der Seite über einen Browser abgefragt.
Nichts für Anfänger: Dynamische Webseiten
Als Datenbank hat sich im Internet MySQL durchgesetzt. Dynamische Webseiten werden häufig in PHP geschrieben, einer Skriptsprache, die auf dem Server ausgeführt wird. Für ein entsprechendes Angebot müssen daher beide Funktionen auf dem Server installiert sein. Inzwischen gibt es in PHP geschriebene, frei verfügbare Systeme zur Verwaltung von Website-Inhalten. Eines der bekannteren ist zum Beispiel PHP-Nuke (http://phpnuke.org). Sie erfordern allerdings eine gründliche Einarbeitung.
Bei einem Test von Webspace-Angeboten mit fortgeschrittener Ausstattung der Fachzeitschrift "PC Professionell" (Ausgabe 11/2004) hat der Hoster all-inkl.com am besten abgeschnitten. Für knapp 5 Euro im Monat bietet das Unternehmen seinen Kunden ein halbes Gigabyte (GB) Speicherplatz und 50 GB Datentransfer-Volumen sowie PHP und MySQL. Bei der eigenen Suche nach dem besten Angebot hilft zum Beispiel www.webhostlist.de. Die Site verfügt über eine Datenbank mit über 2000 Webspace-Anbieter, die sich durchsuchen lässt.
Björn Sievers, ddp