Napster-Filter Aus für den "Pig Encoder"
Los Angeles - Der Filesharing-Dienst Aimster hatte rund zehn Tage lang das Programm "Pig Encoder" auf seiner Webseite angeboten, mit dem User die Napster-Filter-Software leicht umgehen konnten. Mit Hilfe der Software wurden die Titel der zu tauschenden Songs in eine Form übersetzt, die den virtuellen Copyrightwächtern nicht verdächtig erscheinen sollte. So wurde etwa aus "'Music" das kryptisch anmutende "usicM", oder aus "Hello" ein vermeintlich unverdächtiges "elloH".
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"Auf Wunsch von Napster hat Aimster die Verbreitung der 'Pig Encoder'-Software über seine Webseite beendet", gab Aimster-Chef Johnny Deep nun das Ende des Services bekannt. Gleichzeitig bemühte sich Deep, seine Hände in Unschuld zu waschen: Wenn der "Pig Encoder" nun vom Aimster-Nutzern privat weitergegeben werde, dann sei seine Firma dafür nicht verantwortlich. Aber selbst wenn der "Pig Encoder" tatsächlich nicht mehr verbreitet werden würde, Alternativen stünden bereit, etwa ein ähnlich funktionierendes Programm der kanadischen Firma PulseNewMedia.
Kurz vor Ablauf der gerichtlichen Frist zur Sperrung von 135.000 copyrightgeschützten Titeln hatte sich Napster Hilfe für eine Verbesserung seiner Filtersysteme geholt. Eine Partnerschaft mit dem US-Unternehmen Gracenote soll helfen, die Löcher in der Überwachungssoftware zu schließen. Durch die Gracenote-Technologie soll auch die Verwendung leicht veränderter Dateinamen unmöglich werden.
Gracenotes Musikerkennungs-System kann nach eigenen Angaben auch Dateien finden, deren Namen von den Usern geändert wurden, um die Filtersysteme zu umgehen. Gracenote erkennt anhand des Musikinhaltes einer Datei, um welchen Titel es sich handelt, und nicht anhand des Namens. In der Datenbank des Unternehmens sind laut Gracenote 250.000 Interpreten gespeichert, sowie 140.000 Versionen der vom Originalnamen abweichenden Datensätze. Zudem fasst die Datenbank neun Millionen Paarungen von Interpreten und Songnamen.