Napster Ist heute schon alles vorbei?
Washington -Irgendwann im Laufe des heutigen abend könnte eine Sensationsmeldung um die Welt gehen: Aus für Napster. Oder auch nicht.
Immerhin gehen zahlreiche Prozess-Beobachter nach Informationen der Zeitung "USA Today" davon aus, dass Richterin Marilyn Hall Patel sehr schnell nach der gegen 19 Uhr deutscher Zeit beginnenden Anhörung ein Urteil bekannt geben könnte. Zuvor haben die Anwälte beider Seiten noch einmal die Chance, ihre Argumente vorzutragen.
Der Spruch von Richterin Patel könnte nach Meinung von Experten das Schicksal von Napster endgültig besiegeln. Das Unternehmen hatte bereits Mitte Februar vor einem Berufungsgericht eine Schlappe erlitten. Die Bundesrichter bestätigten eine einstweilige Verfügung gegen Napster, die von der Musikindustrie angestrengt worden war.
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Zwar wies das Gericht keine direkte Schließung an, rügte aber das kostenlose Herunterladen von urheberrechtlich geschützter Musik. Napster sei für die Einhaltung des Urheberrechts verantwortlich, so die Meinung der Richter.
Bertelsmann eCommerce Group: Bloß keine Aufregung
Alexander Adler, Sprecher der Bertelsmann eCommerce Group (BeCG), sieht der Anhörung mit Gelassenheit entgegen. Das Ganze sei nicht mehr als eine Anhörung, eine Entscheidung sei nicht zu erwarten. Adler: "Wir haben noch nicht einmal jemanden vor Ort". BeCG-Pressechef Frank Sarfeld weile in New York, 340 Kilometer vom Ort der Anhörung entfernt.
Richterin Marilyn Hall Patel, die die heutige Anhörung leitet, hatte ursprünglich bereits im vergangenen Juli versucht, Napster zu schließen. Dagegen hatte die Tauschbörse Berufung eingelegt. Bislang können Internet-Nutzer über Napster Musik-Dateien kostenlos austauschen. Seit der Übernahme durch Bertelsmann im vergangenen Herbst entwickeln beide Unternehmen eine kostenpflichtigen Version des Dienstes. Andere Musikunternehmen zögern jedoch bislang, sich als Kooperationspartner zu beteiligen.