Netzwelt-Ticker 19 peinliche Fragen
Yahoo spricht mit Microsoft
Im Rahmen eines Beta-Tests können Anwender der Messaging-Dienste von Yahoo und Microsoft jetzt erstmals auch über die Systemgrenzen hinweg Nachrichten austauschen. Damit lösen die beiden Konzerne ein Versprechen ein, das sie im Oktober vergangenen Jahres gaben.
Ursprünglich sollte die Verbindung schon im Juni stehen. Die Verzögerungen haben aber nichts mit technischen Problemen der Dienste an sich zu tun, gab Blake Irving, Corporate Vice President von Windows Live, gegenüber Associated Press zu verstehen. Vielmehr, so Irving, sei es die enorme Größe des Projekts, welche Schwierigkeiten bereitet.
Das will man ihm glauben, denn einer Yahoo-Pressemitteilung ist zu entnehmen, dass die beiden Messaging-Dienste von insgesamt 350 Millionen Anwendern genutzt werden. Wohl, um nicht gleich an die Grenzen zu stoßen, ist die Beta-Phase auf eine nicht näher genannte Zahl von Testern beschränkt. Die müssen nicht nur die jeweils aktuellsten Versionen des Windows Live Messengers bzw. des Yahoo Messengers mit Voice installieren, sondern sich zudem bei Yahoo oder Microsoft zum Test . Bis Ende des Jahres sollen dann alle Anwender der beiden Messaging-Dienste miteinander plaudern können. Vorerst sind allerdings nur Text-Chats möglich. Die Integration von Voice-Chat ist für einen späteren Zeitpunkt geplant. Darüber, wie viel später das sein wird, mag man allerdings noch nichts verraten.
Microsoft verschenkt PCs
Allerdings nur virtuelle. Schließlich ist Microsoft in erster Linie ein Soft- und nicht ein Hardware-Hersteller ist. Deshalb handelt es sich bei dem Geschenk auch um eine Software, nämlich um Microsoft Virtual PC 2004 SP1 . Ursprünglich von der Firma Connectix entwickelt, um PC-Software auf Apple-Computern lauffähig zu machen, erwarb Microsoft das Programm 2003 und ließ eine Windows-Variante programmieren.
Die ermöglicht es nun, auf einem Computer mehrere virtuelle PCs zu installieren. Der Vorteil: stürzt einer der virtuellen Rechner ab oder wird von Viren befallen, laufen die anderen unbeeindruckt weiter. Außerdem können auf diese Weise mehrere Betriebssysteme parallel ausgeführt werden. So könnte man etwa neben Windows XP auch Windows 95 und ein Linux nebeneinander laufen lassen. Einer Pressemitteilung zufolge ist dieses Wunderding ab sofort kostenlos ladbar. Als Grund für diesen Schritt gibt der Hersteller an, dass Windows Vista Enterprise-Kunden pro Desktop-PC jeweils vier Kopien von Windows Vista in virtuellen Maschinen installieren dürfen. Das kann mit der jetzt freigegebenen Version schon mal ausprobiert werden. Volle Vista-Kompatibilität verspricht aber erst das für nächstes Jahr angekündigte Virtual PC 2007. Und das soll es dann wieder kostenlos geben.
19 peinliche Fragen
Die Electronic Frontier Foundation (EFF) wird nicht müde, der Unterhaltungsindustrie auf die Nerven zu gehen. Ihr neuestes Schaustück ist eine 19-teiliger Katalog "peinlicher Fragen" , die, in Anlehnung an die beliebte Phrase "Frequently Asked Questions" (FAQ) als "Frequently Awkward Questions" (ebenfalls FAQ) betitelt wurde.
Darin wird unter anderem gefragt, ob die rund 75 Millionen US-Dollar, welche die US-Plattenindustrie in Prozessen gegen Filesharer eingenommen hat, tatsächlich den betroffenen Künstlern ausgeschüttet werden. An anderer Stelle will die EFF wissen, ob es legal ist, mit einem digitalen Videorekorder Werbepausen zu überspringen bzw. worin sich dieser Vorgang davon unterscheidet, wenn man während einer solchen Pause die Toilette aufsucht. Eine Antwort der Unterhaltungsindustrie steht bislang noch aus.
Phisher fischen per Telefon
Weil die Internet-Nutzer immer vorsichtiger agieren und immer besser über Phishing-Versuche, also Passwort-Diebstahl per E-Mail, Bescheid wissen, weichen Internet-Gauner zunehmend auf das Telefon als Kommunikationsweg aus, berichtet Associated Press . Die als "Vishing", ein Kunstwort aus "Voice" und "Fishing," bezeichnete Methode setzt darauf, dass Anwender weniger zurückhaltend sind, wenn sie dazu aufgefordert werden, eine Telefonnummer anzurufen, um ihre Benutzerdaten zu verifizieren.
Tun sie das, landen sie in einem fingierten Call-Center, wo sie von automatisierten Sprachcomputern ausgefragt werden. Ein neuer Trick sei es außerdem, den Kontakt nicht mehr per E-Mail, sondern per Telefon herzustellen. Dann werde vom Anrufer beispielsweise die Kreditkartennummer angegeben, um Vertrauen zu schaffen und ihm schließlich die wertvolle Sicherheitsnummer von der Rückseite der Karte zu entlocken. Zusätzlichen Auftrieb, so Associated Press, erhält dieses Gewerbe durch den Einsatz von VoIP-Systemen, die nicht nur sehr kostengünstig arbeiten, sondern es zudem ermöglichen, falsche Anrufer-IDs vorzutäuschen. Paul Henry, Vize-Präsident der Secure Computing Corp rät in solchen Fällen dazu, sofort aufzulegen und das jeweilige Kreditkartenunternehmen anzurufen, um den Sachverhalt zu überprüfen. Mit Sicherheit ist das sicherer.
Inhalte statt Phrasen
Der Wikipedia-Gründer Jimmy Wales will sich in zukünftige Wahlkämpfe einmischen. Seiner Einschätzung zufolge geht es bei der politischen Meinungsbildung derzeit zu sehr um "Stil und Image". Er will nun dafür sorgen, dass "Substanz und Gedanken" wieder einen Platz finden.
Dafür hat er die Website "Campaigns Wikia" ins Leben gerufen. Dort, so seine Hoffnung, sollen die Wahlkampagnen der Zukunft ausgefochten werden. Dann aber bitte nicht mehr angefüllt mit tumben Floskeln und simplen Einordnungen wie "links" oder "rechts". Stattdessen, so Wales Wunsch, sollen die Kandidaten "Gemeinschaften engagierter Bürger" erschaffen, die sich auf intelligente und konstruktive Weise untereinander austauschen. Noch mangelt es dafür aber an Inhalten. Zwar werden bereits etliche anstehende Wahlen in den USA und sogar die kommenden Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gelistet, besonders viele Informationen sind den Wikis aber noch nicht zu entnehmen.
Symbian macht mobiler
Mit der neuen Version 9.3 unterstützt das Smartphone-Betriebssystem Symbian OS jetzt auch Verbindungen via WLAN. Damit steht Handys auf Basis dieses Systems die Möglichkeit offen, an so genannten WiFi-Hotspots Voice-over-IP-Gespräche zu führen, die beim Verlassen des Hotspots automatisch und ohne Unterbrechung in das normale Mobilfunknetz überführt werden, schreibt die "PC World" . Zudem würden Symbian 9.3 basierte Handys nun auch den neuesten Datenübertragungsstandard für UMTS-Netze, HSDPA, unterstützen. Damit sind derzeit DSL-ähnliche Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 3,6 MBit/s möglich. Erste Handys auf Basis des neuen Betriebssystems werden für Anfang 2007 erwartet.
Motorola lässt Fingerspitzen schreiben
Wie "MotoDaily" schreibt, hat der Handy-Hersteller Motorola im Rahmen eines Symposiums seines chinesischen Forschungs- und Entwicklungszentrum eine neue Schrifterkennungstechnologie vorgeführt. Anwender dieser Technologie sollen Textnachrichten und E-Mails dabei mit ihren Fingerspitzen auf ein spezielles Sensor-Pad kritzeln können. Vorerst soll das System mit englischer und chinesischer Sprache klarkommen, so "MotoDaily." Eine Angabe darüber, wann diese Technologie verfügbar sein wird, ist dem Artikel leider nicht zu entnehmen.