Netzwelt-Ticker: 3250 US-Dollar für eine Playstation3 - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker 3250 US-Dollar für eine Playstation3

Zumindest die Öffentlichkeitsarbeit läuft wie bestellt: In den USA erntet Sonys PS3 Vorschusslorbeeren en masse - trotz Lieferengpässen. Außerdem im Überblick: Mac-Virus zeigt Gefahren auf, O2 veröffentlicht versehentlich Kundendaten und mehr.
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Viel Lob für PS3, Zweifel an Lieferversprechen

Am 17. November geht es los: Sonys Playstation 3 kommt in die Läden. Zumindest in den USA und Japan. Wir Europäer werden erst ab März 2007 beliefert. Doch schon jetzt wirft der Verkaufsbeginn seine Schatten voraus. So berichtet Associated Press  von der Sony Expo 2007 in Honolulu, wo Playstation-Fans schon mal einen Blick auf die neue Konsole werfen und auch ein kurzes Test-Spiel wagen durften. "Die Grafik ist Wahnsinn, viel besser als bei der Zweiten" wird dort ein begeisterter Gamer zitiert, der seine Ausführungen mit den Worten schließt: "Ich werde mir eine besorgen, ganz egal wie."

Genau das aber könnte zum Problem werden, denn ein Großteil der ersten, 400.000 Stück umfassenden PS3-Lieferung wurde bereits per Vorverkauf reserviert. Dementsprechend werden PS3-Kaufoptionen mittlerweile zu absurden Preisen auf Ebay gehandelt. Bisheriger Top-Preis: 3250 US-Dollar, also rund das sechsfache des regulären Verkaufspreises.

Glaubt man den Zahlen, die Electronic-Arts-Finanzchef Warren Jenson verbreitet, könnte dieser Wahnsinn noch eine Weile so weiter gehen. Jenson glaubt nämlich nicht daran, dass Sony tatsächlich die bis Jahresende versprochenen 1 bis 1,2 Millionen Playstation 3 in die USA liefern kann. Stattdessen geht er von 500.000 bis 800.000 Exemplaren aus.

Die Game-Spezialisten von Joystiq  fürchten, Jenson könnte mit diesen Zahlen richtig liegen. Schließlich, so Joystiq, sei Electronic Arts Sonys größter Spiele-Lieferant und darauf angewiesen, seine Produktion auf Sonys Liefermengen abzustimmen. Hat er recht, könnte das auch für uns Auswirkungen haben. So könnte Sony den PS3-Start in Europa erneut verschieben oder aber im März 2007 weniger Konsolen als geplant zu uns senden, um die Märkte in den USA uns Japan besser beliefern zu können.

O2 veröffentlicht versehentlich Kundendaten

Durch eine Panne sind die Telefonnummern von rund 1000 Kunden des Mobilfunkanbieters O2 im Netz veröffentlicht worden. Man prüfe nun, wie es dazu kommen konnte, sagte eine Sprecherin laut dpa. Betroffen seien Kunden mit dem Tarif "Surf&Email", und zwar nur solche, denen wegen zu hoher Nutzung einer Pauschale gekündigt worden sei. Auch ein Vermerk, ob aus Kulanz die Nutzung der Flatrate weiter erlaubt werde, wurde versehentlich mitveröffentlicht. O2 nehme den Datenschutz sehr ernst wurde betont. Mit einer internen Ermittlung soll nun der Mitarbeiter gefunden werden, der die Liste ins Internet gestellt habe. "Die Person hat gegen unsere Geschäftsgrundsätze verstoßen."

Enrons E-Mails

Im Jahre 2003 erschütterte der Skandal um den Energiekonzern Enron die USA. Über Jahre hatten dessen Manager massive Bilanzfälschung begangen und sich kräftig in die eigenen Taschen gewirtschaftet. Im Rahmen der Ermittlungen erklärte die mit der Aufarbeitung der Geschehnisse befasste US Federal Energy Regulatory Commission rund 200.000 konzerninterne E-Mails der Jahre 1999 bis 2002 zu öffentlichem Eigentum und stellte sie online – ein gefundenes Fressen für jeden halbwegs voyeuristisch veranlagten Web-Surfer. Das einzige Manko: Bisher gab es keine wirklich komfortable Möglichkeit, in diesem Datenwust zu wühlen.

Abhilfe schafft nun der Enron Explorer  des britischen Startup-Unternehmens Trampoline Systems. Auf der Suche nach einer großen Datenbank, die man nutzen könnte, um die Technologie des Unternehmens zu demonstrieren, stolperte man über die Enron-E-Mails. Und das hat sich gelohnt. So erfährt man bei der Lektüre, dass die Unternehmenslenker von reichlich Spam geplagt wurden, die sie ungefiltert in ihren Eingangkörben liegen ließen. Vor allem aber stellt man fest, dass dem Management sogar während der bereits laufenden FBI-Ermittlungen nichts wichtiger war als ihre reservierten Parkplätze in der Tiefgarage .

Microsoft will wieder einmal besser suchen

Auf ein Indiz für Microsofts künftig verstärktes Engagement in Suchtechnologien weist "Slashdot" hin . Dort ist zu lesen, der Konzern habe am 2. November rund 90 Patente rund um derartige Technologien eingereicht. Darunter auch einige, die wirklich viel versprechen, etwa jenes, das die Suchergebnisse automatisch um Spam bereinigt. Ebenfalls interessant: ein Geschichten-Generator, der Kinder dabei helfen soll, eigene Geschichten zu Papier zu bringen. Hört sich zumindest interessant an.

Hardware-Entwicklung wird durch Vista beschleunigt

Wer Windows Vista in all seiner bunten Pracht nutzen will, braucht einen leistungsstarken PC, so viel ist klar. Weniger klar ist hingegen, wann man PCs kaufen können wird, die wirklich in jeder Hinsicht den Anforderungen der Software entsprechen. So ist beispielsweise von der Grafiktechnologie DirectX 10, einer Kernkomponente künftiger PC-Spiele, bisher weit und breit nichts zu sehen. Dabei wird DirectX 10, das ausschließlich unter Windows Vista laufen soll, von Game-Fans sehnlichst erwartet, Schließlich soll die neue Technologie dem Hauptprozessor mehr Arbeit abnehmen und fotorealistische Spiele-Grafik ermöglichen.

Laut "Digitimes"  beschleunigen Hardware-Hersteller nun die Entwicklung entsprechender Produkte. So soll etwa der Grafikkarten-Hersteller nVidia noch in diesem Monat den DirectX10-kompatiblen G80-Grafikprozessor vorstellen. Komplette DirectX-10-Chipsätze von Herstellern wie Intel und SiS werden dagegen frühestens im Sommer 2007 erwartet. Bis sich Microsofts neue Grafiktechnologie auf breiter Front durchsetzt dürfte es also noch ein Weilchen dauern.

Wie Vista werden sollte

Für alle, die sich wundern, weshalb Microsoft so lange gebraucht hat, um den Windows XP-Nachfolger Vista fertig zu stellen: Ein Werbe-Video , das nicht nur die gesamte Windows-Historie aufarbeitet, zeigt auch, wie Vista, damals noch unter dem Codenamen "Longhorn" gehandelt, eigentlich aussehen sollte.

Neuer Pseudo-Mac-Virus

Wieder einmal ist ein Virus für das sonst so von Virenprogrammierern geschmähte Apple-Betriebssystem Mac OS X aufgetaucht. Allerdings stuft selbst der Antiviren-Software-Hersteller Symantec die Gefährlichkeit des als OSX.Macarena bezeichneten Schädlings als "sehr niedrig" ein  und bezeichnet ihn als Konzeptstudie. Das Mac-Blog fscklog fasst zusammen, was es mit der Schadsoftware auf sich hat . Demnach infiziert der Virus alle in einem Ordner enthaltenen Dateien, kann sich aber nicht selbstständig verbreiten. Allerdings, so warnt "Techweb,  sei der Quellcode des Virus frei verfügbar. Deshalb könne es nicht ausgeschlossen werden, dass künftig weiterentwickelte Varianten mit verändertem Funktionsumfang auftauchen. Mac-User sollten also wachsam sein.

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