Netzwelt-Ticker: Alles nur geklaut? - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Alles nur geklaut?

Nicht ganz uneigennützig wettert Real-Chef Rob Glaser gegen das Konzept iPod: Das Gros der auf den Playern gespeicherten Musik sei geklaut. Außerdem im Überblick: Frankreich macht Rückzieher bei "DRM-Gesetz", Chinas Wikipedia-Konkurrenz zensiert sich selbst, Inkompetenz kann eine Tugend sein und mehr.
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Real Networks-Boss: Hälfte der iPod-Musik geklaut

"Die Hälfte der Musik auf einem iPod ist illegitim erworben – entweder von illegalen Peer-to-Peer-Netzwerken oder von CDs von Freunden gerippt, was illegal ist." – Das geht nicht etwa aus einer neuen Studie hervor, sondern aus einem Interview, das Real Networks-Chef Rob Glaser dem "Guardian" gab. Damit verbündet er sich mit Microsoft-Geschäftsführer Steve Ballmer, der im Oktober 2004 angeblich sagte: "Das weit verbreitetste Musikformat auf dem iPod ist gestohlen."

Beide scheinen nicht einzuberechnen, wie viele User ihre eigenen CDs rippen, wie The Register hervorhebt , sondern verfolgen viel mehr eigene Interessen. Ballmer wollte wohl Microsofts "Play for Sure"-Initiative anschieben, die das WMA DRM-Format verbreiten soll. Glaser geht es vor allem um die Musik aus dem eigenen Real Rhapsody Musikladen, dessen Musik nur über ein Tool auf dem iPod landen kann. Er sagt, durchschnittlich seien 25 Songs pro iPod gekauft – auch wenn die Verkaufszahlen bei iTunes und Rhapsody ansteigen. Der größte Fehler der Industrie sei nicht etwa das Abkommen auf Festpreise bei iTunes gewesen, sondern das Zugeständnis an Apple, einen Musik-Player zu starten, der nicht interoperabel ist, also nur das eigene Dateiformat liest.

"Wenn man heute interoperable Musik will, gibt es eine einfache Lösung, genannt Stehlen… Das ist die einzige Möglichkeit, an nicht-kopiergeschützte, portable, interoperable Musik zu kommen."

Französischer Senat schwächt iPod-Gesetz ab

Der Gesetzentwurf war eine Bombe! Unter dem Stichwort Interoperabilität sollten Verkäufer digitaler Musik gezwungen werden, ihre DRM-Technik für alle Hersteller von portablen Musikplayern offen zu legen. In Frankreich sollte das Motto gelten: Jede Musik auf jedem Player!

Doch ausgeträumt, am Mittwoch passierte der Entwurf den französischen Senat in einer deutlich entschärften Version. Zwar gilt nach wie vor die Forderung nach Interoperabilität, Musikverkäufern bietet sich aber ein denkbar willkommener Ausweg, wie Macworld schreibt . Eine neue Behörde soll zwischen Herstellern von Musikplayern und den Musikverkäufern vermitteln. Die Behörde könne Firmen zwingen, Details zu ihrer DRM-Technik herauszurücken.

Diese jedoch können sich verweigern, wenn das DRM-System den Einsatz von Filmen und Musik nur insoweit beeinträchtigt, wie der Autor oder Rechteinhaber das für gutheißt. Das bedeutet: Durch einfache Neuverhandlungen mit Plattenfirmen und Künstlern können Verträge so verändert werden, dass der neuen Behörde die Hände gebunden sind. Und man kann davon ausgehen, dass sowohl Künstler wie Plattenfirmen einen DRM-Schutz wollen.

Auch Entwickler von Open-Source-Software, die ihren Code interoperabel mit einem DRM-geschützten System und Dateien machen wollen, betrifft die Neuregelung. Falls der Musikverkäufer nachweisen kann, dass die Veröffentlichung von DRM-Quellcode die Effektivität und die Sicherheit eines solchen Schutzes beeinträchtigt, muss er sein Programm nicht mehr freigeben. Kurz gesagt: Das neue Gesetz wird nichts am Status Quo ändern.

Neuerungen für den Mac

Neue Versionen von zwei Programmen schickt Apple auf die Reise . Zum einen ein 49,1 MB großes Update auf QuickTime 7.1, das viele Bugs behebt, Unterstützung für iLife '06 hinzufügt und die Performance vom H.264-Videocodec verbessert.

Das gerade einmal vier Megabyte große Update auf Front Row 1.2.2 behebt dagegen unter anderem Probleme mit der Shuffle-Funktion, dem Abspielen von autorisierten Audible Audiobooks, und Macken mit der Kompatibilität einiger DVDs.

Neues Gmail-Feature: Bilder

Die "What's New"-Seite von Gmail weist auf ein neues Feature hin , das bald an den Start geht – Gmail Pictures. Damit können E-Mail-Adressen mit Bildern erknüpft werden, die man beim Lesen oder Browsen von Mails sehen kann. Seinen E-Mail-Kontakten kann man zudem ein Bild von sich selbst zukommen lassen, das zukünftig die eigenen Mails ziert. Wer nicht jedem ein Bild von sich übermitteln will, der kann einstellen, dass nur Kontakte, die einen als "online" sehen, auch die Bilder zu Gesicht bekommen. Und sehr praktisch: Wenn man wissen will, welche Bilder die anderen User für die einen selbst verwenden, dann spuckt eine Funktion diese Information auch aus. Böse Überraschungen inklusive…

Wer die What's New-Seite nicht öffnen kann, findet alle Infos auch im ZDNet-Blog .

Baikupedia: Chinas zensierte Wikipedia

Nach dem in China blockierten Vorbild der Wikipedia hat die größte chinesische Suchmaschine Baidu.com nun eine eigene Online-Enzyklopädie gestartet. Die Einträge in der Baidupedia  werden jedoch von der chinesischen Regierung zensiert. Die Suche nach "Falungong" oder "Dalai Lama" führten nach Informationen des "Sydney Morning Herald" zum Beispiel nur zu einer "Diese Seite kann nicht dargestellt werden"-Sackgasse. Die Zensur betrifft vor allem politisch sensibles Material und manche religiöse Inhalte. Konkret verhindert Baidupedia die Einpflegung von "schadhaften Einschätzungen des aktuellen nationalen Systems", jeder "Angriff auf Regierungsinstitutionen" und verhindert die "Befürwortung einer mutlosen oder negativen Sicht aufs Leben"…

Inkompetenz-Kompensierungs-Kompetenz

Es gibt Menschen, deren größte Fähigkeit ist es, aus Unfähigkeit höhere Stufen der Alltagstauglichkeit zu erreichen. Life Hacks nennen sich die tausend kleinen Tricks, mit denen man sich das tägliche Leben vereinfachen kann, indem man dessen Fehler ausnutzt, Gegenstände zweckentfremdet oder die Kunst der Aufschiebung (Prokrastination) vervollkommnet. Zu einer ganzen Reihe solcher Life Hacks führt die Wiki von 43 Folders . In Kategorien wie "Verhalte dich zufällig", "Praktische Landminen" und "Kindererziehungshacks" finden sich Weisheiten wie "Erst Zucker oder Milch, dann Kaffee – kein Umrühren mehr nötig!" oder "Knoten aus flachen Schubbändeln halten besser". Allein 28 Hacks drehen sich um das Thema Kaffee, zahllose Einträge drehen sich um Büromanagment: wie man Stifte zurückbekommt, den Schreibtisch und sein Territorium organisiert und im Stehen arbeitet.

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