Netzwelt-Ticker Anruf aus der Werbehölle
Frisch aus der Werbehölle: Skype-Spam
In Amerika ist Telefonmarketing längst eine Pest, kein Vergleich zu Deutschland, wo unerwünschte Werbeanrufe noch relativ selten sind. Doch es häufen sich die Klagen über eine ganz neue Quelle von lästiger Werbung: Spam über Skype!
Wie am Telefon ruft ein Telefon-Roboter unzählige Skype-User an und spielt ihnen eine voraufgezeichnete Werbebotschaft vor. Schon rufen die ersten User nach einem System, das wie Caller-ID funktioniert nur wer eine Art Passwort hat, kann User in Skype dann direkt anrufen, die anderen werden umgeleitet oder abgewiesen. Ein System, das für ganz normale Festnetztelefone in den USA schon recht weit verbreitet ist aber den Traum von einfacher, ständiger Erreichbarkeit und sorgenloser Kommunikation noch ein Stückchen tiefer begräbt. Telefonwerbung über VoIP hat einen entscheidenden Vorteil für die Werber: Sie ist bis jetzt völlig kostenlos und ideal über Computer zu steuern. Die große Werbewelle dürfte uns also erst noch ins Haus stehen
MySpace schränkt Zugang zu Jugendlichen ein
Aus Sorge um die Sicherheit ihrer jugendlichen Mitglieder wird MySpace Erwachsenen die Kontaktmöglichkeiten zu jüngeren Usern einschränken. Bisher muss man zwar mindestens 14 Jahre alt sein, um in die Community aufgenommen zu werden und Profile von 14- und 15-Jährigen sind für andere User nur vollständig einsehbar, wenn sie in der Kontaktliste der Jugendlichen sind.
Doch einem Bericht von AP zufolge plant MySpace Usern, die über 18 Jahre alt sind, den Kontakt zu jüngeren Usern gänzlich zu verwehren. Zumindest, solange sie nicht entweder deren E-Mail-Adresse oder den vollen Namen wissen. Diese Maßnahme ist aber leicht auszuhebeln MySpace hat bislang keine Möglichkeit zu überprüfen, ob das Alter, das ein User bei der Registrierung angibt, auch seinem echten Alter entspricht. Das bedeutet, dass Erwachsene sich als Teenager ausgeben und so in Kontakt mit Jugendlichen treten können.
In den letzten Tagen ist MySpace erneut in die Schlagzeilen geraten, weil die Mutter einer 14-Jährigen den Community-Service auf 30 Millionen Dollar verklagte, nachdem ihre Tochter von einem 19-jährigen User sexuell belästigt wurde. Die geplante Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen stehe aber nicht in Zusammenhang mit diesem und anderen Fällen, in denen die MySpace-Plattform angeblich eine entscheidende Rolle spielte
Ipod-Ausbeutung: Apple untersucht die Vorwürfe
Apple Computer hat nach den Sweatshop-Vorwürfen in der britischen "The Mail on Sunday" eine "gründliche Untersuchung" in den chinesischen Produktionsstätten des iPod-Produzenten Foxconn begonnen. Die Untersuchung, so gab Apple gegenüber Reuters an, werde sich auf die Arbeits und Lebensbedingungen der Angestellten konzentrieren, Angestellte und Manager werden interviewt, die Einhaltung von Überstunden- und Gehaltsregelungen überprüft. Außerdem werde man auch in anderen Bereichen nachsehen, ob Apples Verhaltenskodex für Zulieferer eingehalten wird. Welche Konsequenzen ein Zuwiderhandeln haben könnte, gab Apple aber nicht an
Foxconn dementierte derweil, wie gestern berichtet, irgendetwas falsch gemacht zu haben im Gegenteil: man verhalte sich sogar vorbildlich, wie selbst die lokale chinesische Verwaltung konstatierte.
Ägyptischer Blogger frei
Alaa Abd El-Fatah, am 7. Mai inhaftierter Blogger, ist nach Angaben des Blogs seiner Unterstützer wieder frei. Wegen "illegaler Versammlung", "Verkehrsbehinderung" und "Beleidigung von Präsident Mubarak und Polizeibeamten" wurde er im Laufe einer Demonstration vor einem Gericht in Kairo festgenommen. Sein Blog Manal and Alaa's bit bucket wurde 2005 von Reporter ohne Grenzen und der Deutschen Welle zum "Besten Blog" gekürt. Seine Festnahme führte zu Protesten aus aller Welt, noch aus dem Gefängnis fütterte er sein Weblog, indem er eine Nachricht von einem freigelassenen Freund aus seiner Zelle schmuggeln lies.
Jeder fünfte Bundesbürger hat keine Ahnung vom PC
Ungefähr 37 Prozent aller Menschen, die in der Europäischen Union leben, können nicht mit Computern umgehen. Das geht aus einer Studio hervor, die das europäische Statistikamt Eurostat am Dienstag veröffentlichte. Wie Reuters berichtet , führen die skandinavischen Länder die Statistik an gerade einmal jeder zehnte Däne und Schwede weiß nichts mit Maus und Monitor anzufangen. Griechenland (65%), Italien (59%) und Ungarn (57%) bilden das Schlusslicht. In Großbritannien und Deutschland sieht es im Vergleich dann doch recht gut aus 25 Prozent der Briten und 21 Prozent der Deutschen rechnen nicht mit dem Rechner.
Die Studie hat aber auch Lücken. Befragt wurden Europäer im Alter von 16 bis 74 Jahren die Computer-affinen Jugendlichen und Kinder fallen ganz aus der Statistik.
Noch mehr Zahlen: Im europäischen Schnitt sind Menschen mit höherer Schulbildung mit höherer Wahrscheinlichkeit mit Computern bewandert, nur jeder Zehnte hat keine Ahnung, ebenso wie bei den 16- bis 24-Jährigen. Wenig überraschend: Mit 65 Prozent ist der Anteil der Computer-Verächter bei Menschen zwischen 55 und 74 Jahren am höchsten
Wie Eurostat aber auch hervorhebt: Die Erhebung beruht auf einer Selbsteinschätzung der Befragten. Das könne auch die Zahlen für Deutschland in ein anderes Licht rücken. 23 Prozent der Bundesbürger schätzen ihre Computerkenntnisse als "gering" ein deutlich mehr als in allen anderen Ländern. Heise mutmaßt, dass das daran liegen könnte, dass die Befragten in den anderen Ländern einfach ganz ehrlich zugaben, keine Ahnung zu haben