Netzwelt-Ticker: AOL schockt Kunden - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker AOL schockt Kunden

Wie löchrig die Anonymisierung der AOL-Nutzer, deren Daten die Firma fahrlässig veröffentlicht hatte, wirklich war, zeigt sich drei Tage nach dem Daten-GAU: Erste Personen wurden identifiziert. Außerdem im Überblick: Vista-Gutscheine, dringende Sicherheitswarnungen, PR-Panne bei Blackberry und mehr.
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Thelma Arnold, AOL-Nr. 4417749

Vor wenigen Tagen machte AOL den fatalen Fehler, Details über mehr als 20 Millionen Suchanfragen seiner Kunden im Netz zu veröffentlichen. Während Marketing-Fachleute über diesen Datenschatz jubilierten, bangten Datenschützer um die Privatsphäre der mit Codenummern leidlich anonymisierten AOL-Kunden. Mit Recht, wie sich jetzt herausstellt, denn die New York Times  (Registrierung erforderlich) meldet bereits Vollzug. Die vielfältigen Suchanfragen der Nr. 4417749 führten die Reporter schnurstracks zu Thelma Arnold, einer 62-jährigen Rentnerin aus dem Örtchen Lilburn im US-Bundesstaat Georgia. Sie hatte nach Gärtnern in ihrem Heimatort gesucht, Informationen zu mehreren Verwandten abgerufen und außerdem nach Häusern gesucht, die zum Verkauf stehen.

Frau Arnold reagierte schockiert auf diese Offenlegung ihrer Suchanfragen. Schließlich sei darin ihr ganzes Privatleben aufgeschlüsselt: "Ich hatte ja keine Ahnung, dass mir dabei jemand über die Schulter schaut." Wenig tröstlich dürfte für sie sein, dass laut AOL-Sprecher Andrew Weinstein bereits etliche weitere Personen aufgrund der veröffentlichen Suchdaten identifiziert wurden. Als persönliche Konsequenz aus der Affäre will sie nun ihren AOL-Vertrag kündigen.

Web-Surfer werden vorsichtiger

Wie die University of New Hampshire im Rahmen einer Studie  herausgefunden hat, werden immer weniger Kinder und Jugendliche in den USA Opfer sexueller Belästigung per Internet. Demnach wurden von den 1500 Befragten im Alter zwischen 10 und 17 Jahren nur noch 13 Prozent online bedrängt. Vor fünf Jahren waren es noch 19 Prozent gewesen. Als Grund für diesen Rückgang sehen die Forscher eine bessere Aufklärung und Medienkampagnen an.

Ein ähnlicher Trend scheint sich auch in Großbritannien zu zeigen, wo eine Studie der British Computer Society  zutage förderte, dass britische Online-Nutzer immer vorsichtiger im Umgang mit dem Internet werden. So treffen rund 90 Prozent der 2000 befragten Anwender aktive Sicherheitsvorkehrungen beim Web-Surfen. Ebenso viele schützen sich vor Datenmissbrauch beim Online-Shopping. Trotz dieser Sicherheitsvorkehrungen mussten immer noch acht Prozent der Befragten eingestehen, bereits Opfer eines solchen Missbrauchs geworden zu sein. Probleme mit Viren und Spyware beklagten sogar 42 Prozent der Befragten.

Happy Birthday Flash

Bereits am Dienstag feierte Flash seinen zehnten Geburtstag. 1996 als einfaches Animationsprogramm geboren, mauserte sich die Software im vergangenen Jahrzehnt zum Internet-Dauerbrenner. Laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens NPD Online ist die Software mittlerweile auf 96 Prozent aller mit dem Web verbundenen Computer installiert. Um das Jubiläum der Software, die man entweder lieben oder hassen muss, zu feiern, hat Hersteller Adobe eigens eine Geburtstags-Website  eingerichtet. Viel interessante als diese Selbstbeweihräucherung liest sich jedoch das "Wired"-Interview  mit dem Flash-Produktmanager Mike Downey, in dem auch mit Kritik an der bunten Multimedia-Technologie nicht gespart wird.

PCs mit Vista-Gutschein

Die Verzögerungen bei der Entwicklung von Windows Vista machen den großen PC-Herstellern zu schaffen. Offenbar verschieben viele Anwender ihren geplanten PC-Kauf auf das Frühjahr 2007, den avisierten Start-Termin des Windows XP-Nachfolgers. Um dieser Entwicklung entgegenzutreten und die Umsätze - vor allem des Weihnachtsgeschäfts - anzukurbeln, hat Microsoft sich nun mit einigen PC-Produzenten darauf geeinigt, Vista-fähigen Computern ab Oktober Gutscheine für ein Upgrade auf Windows Vista beizulegen. Wie "DigiTimes"  meldet, bestätigte Ray Chen von Compal Electronics dieses Vorhaben im Rahmen einer Investoren-Konferenz. Demnach sei die Vereinbarung bereits im Juli getroffen worden, wurde aber noch geheim gehalten, um die Verkaufszahlen nicht negativ zu beeinflussen.

Homeland Security fordert zum patchen auf

Wenn sich das US-amerikanische Department of Homeland Security zu Wort meldet, ist immer alles ganz wichtig. So auch dieses Mal. Die Behörde fürchtet, so "InfoWorld,"  dass eine Sicherheitslücke in den Windows Server Services eine Bedrohung für die nationale Infrastruktur darstelle und bereits von einigen Exploits ausgenutzt wird. Einen Patch, der die Lücke schließt, hat der Windows-Hersteller erst gestern freigegeben. Er sollte von verantwortungsbewussten Systemadministratoren bereits installiert worden sein. Doch darauf scheint sich die US-Heimatschutz-Behörde lieber nicht verlassen zu wollen.

Multimedia-Blackberry demaskiert

Der Presseabteilung des für seine E-Mail-Handys bekannten Herstellers Research In Motion scheint eine Pressemitteilung entglitten zu sein. In dem Dokument, das eigentlich bis zum 18. September einer Verschwiegenheitserklärung unterliegt, ist von einem BlackBerry Pearl die Rede, der als "very cool" bezeichnet wird. Als Novum soll das Gerät mit einer integrierten Digicam und Multimedia-Fähigkeiten ausgestattet sein, ist dort zu lesen. Damit würden die Kunden in die Lage versetzt, nicht nur das zu tun, was sie müssen, sondern auch das, was sie wollen. Das Dokument in seiner vollen Länge ist bei "engadget"  nachzulesen.

Grafikkarten-Quartett für jedermann

Hardcore-Gamern kann es bekanntlich nie schnell genug gehen. Dem steten Wunsch nach immer mehr Grafikleistung kam die Firma nVidia mit so genannten Quad SLI-Systemen nach, in denen vier Grafikkarten gemeinsam Pixel auf den Bildschirm werfen. Bisher allerdings stand dieser Weg nur PC-Herstellern, wie etwa der Firma Alienware, offen. Mit einem jetzt veröffentlichen Treiber  können sich nun auch Bastler an eine solches Experiment wagen. Die Zielgruppe dürfte allerdings recht eng bemessen sein. Schließlich kosten allein die vier dazu notwendigen GeForce 7950 GX2-Grafikkarten bereits deutlich über 2000 Euro.

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