Netzwelt-Ticker Apple-Gerüchteküche läuft heiß
Kommt der iMovie-Store?
Und wieder einmal ist es soweit: Am 12 September lädt Apple Journalisten zu einem der berühmten Special Events ein. Wieder werden Schreiberlinge aus aller Welt zeitgleich in San Fransisco und London versammelt, um sich von Apple-Boss Steve Jobs verkünden zu lassen, was die Macintosh- und iPod-Company für die Weihnachtssaison im Köcher hat. Dabei glauben die Gerüchteküchen längst zu wissen, worum es gehen wird. So prognostiziert der Analyst Shaw Wu von American Technology Research bei Cnet , Apple habe die Entwicklung eines, meist als iPhone bezeichneten, Mobiltelefon nunmehr abgeschlossen und starte die Produktion. Sogar Kenntnisse über die Farbgestaltung will Wu haben. In Schwarz, Silber und Weiß soll es das iTunes-kompatible Handy geben. Allerdings gibt er als Verkaufsstart erst das kommende Jahr an. Da wäre eine Ankündigung am 12. September reichlich früh.
Sehr viel wahrscheinlicher scheint es da, dass Jobs den lange rumorenden iTunes-Movie-Store, einen Apple-Shop für Filme, eröffnet und gleichzeitig neue iPods vorstellt, wie es Red Herring orakelt. Untermauert wird diese Vermutung durch Aussagen eines UBS-Analysten, der glaubt, Apple wolle sich mit dem Event als führend im Bereich der Unterhaltungselektronik manifestieren. Ob das so gelingen wird, bleibt fraglich. Denn laut Wall Street Journal (Registrierung erforderlich) werden bei Apple vorerst ausschließlich Disney-Filme zu sehen sein während Amazon in Kürze mit einem Film-Shop online gehen will, bei dem die übrigen Hollywood-Studios unter Vertrag stehen. Wie es heißt, gab es zwischen Apple und den Studios unterschiedliche Auffassungen über die einzufordernden Kaufpreise. Ob sie sich vielleicht doch noch rechtzeitig geeinigt haben, werden wir kommende Woche erfahren.
Fasse Dich kurz
Online-Nutzer mögen lieber kurze Videos. So lautet das Ergebnis eine Studie, die Associated Press zusammen mit AOL durchgeführt hat. Nur ein Fünftel der Befragten gaben an, je einen kompletten Film oder eine TV-Sendung online betrachtet zu haben. Kürzere Clips hingegen hat sich schon mehr als die Hälfte der Befragten angesehen. Vor allem Nachrichten stehen dabei, mit 72 Prozent, hoch in der Gunst der Online-Gucker. Hört sich so an, als stünden Ehrensenf goldene Zeiten bevor. Schließlich sind das auch nur Nachrichten nur eben etwas andere.
Vista-Preise offiziell bestätigt
Nur rund eine Woche, nachdem Amazon die Preise für das kommende Windows Vista durchblicken ließ, hat Microsoft selbst nun ganz offizielle Preise bekannt gegeben. Und, wen wunderts, sie stimmen exakt mit dem überein, was schon bei Amazon zu lesen war. Bei ars technica sieht man allerdings noch einige Marketing-Probleme auf den Software-Giganten zukommen. Insbesondere bezüglich der Ultimate-Version, die stattliche 399 US-Dollar kosten soll. Mit einem Marketing-Budget in Höhe von 900 Millionen US-Dollar sollte Redmond dafür allerdings gut gerüstet sein. Bis es tatsächlich soweit ist, haben Microsofts Programmierer aber noch alle Hände voll zu tun. So weist CRN darauf hin, dass einige Microsoft-Partner auch in der jüngst veröffentlichten RC1-Version der Software noch gravierende Probleme sehen. Demnach sei die Tablet-PC-Funktionalität noch nicht ausgereift und auch bei der Interoperabilität von Software und Hardware hake es noch manchmal. Es bleibt also weiterhin spannend, ob Vista wirklich rechtzeitig fertig wird.
Ambilight für alle
Mit Ambilight soll Fernsehen schöner werden. Das sagt zumindest der Elektronikkonzern Philips, der einige seiner LCD-Fernseher mit einer Ambilight genannten Hintergrundbeleuchtung ausstattet. Die illuminiert die Wand hinter dem Gerät in Farbtönen, die dem jeweiligen TV-Bild angepasst werden. So sollen die Augen entspannt und das TV-Bild optisch aufgeweitet werden. Bisher war diese Technologie allerdings nur im Komplettpaket mit Philips-Fernsehern der gehobenen Preisklasse zu bekommen. Diesen Zustand will das holländische Unternehmen A-R-E (Ambient Reality Effects) ändern. Wie Pocket lint erfahren hat, bietet A-R-E ein Ambilight-System zum nachrüsten an. Dessen Windows-basierte Software soll auf Media-Center-PCs den Bildinhalt analysieren und entsprechend eine Lichtleiste steuere, die man idealerweise hinter Monitor oder TV-Gerät anbringen sollte. So richtig billig ist aber auch dieser Spaß nicht: 199 Euro soll das Set laut Hersteller kosten. Viel Geld, für wenig Licht.
Ist Zune bloß ein Gigabeat?
Wie das Weblog Video Bubble befürchtet, könnte es sich bei Microsofts zum Weihnachtsgeschäft erwarteten MP3-Player Zune um nicht anderes handeln, als eine Varianten des von Toshiba hergestellten Gigabeat. Das Blog zitiert den American Technology Research-Analysten Shaw Wu mit den Worten es scheint, dass der Zune im Wesentlichen nichts anderes ist, als ein neu verpackter Toshiba Gigabeat. Der, so Wu, habe jedoch nur wenig Erfolg gehabt. Auch sonst teile der Microsoft-Player etliche Eigenschaften mit anderen Möchtegern iPod-Bezwingern, die allesamt dabei versagt hätten, dem Apple-Produkt signifikante Marktanteile anzujagen. Insbesondere an Microsofts Click-wheel-Klon mäkelt er herum. Damit sei keine vernünftige Navigation durch große Musiksammlungen möglich, so Wu. Hoffentlich täuscht er sich damit. Schließlich würde etwas mehr kompetente Konkurrenz dem Markt der Audio-Player gut tun.
Blogs, die nerven: Splogs
Als wäre man nicht schon genug damit beschäftigt, seinem Mail-Programm das automatische Aussortieren unerwünschter Werbemails anzutrainieren, werden zunehmend auch Blogs als Spam missbraucht. Äußerst lesenswert erklärt Charles C. Mann bei Wired , wie die Spam-Blogs, oder kurz Splogs funktionieren, weshalb sie für ihre Betreiber eine sprudelnde Einnahmequelle sind und wie Suchmaschinenbetreiber versuchen, sich gegen sie zur Wehr zu setzen.
Mobilfunk wächst langsamer
Ausgerechnet der britische Register klärt uns über das Siechtum des deutschen Mobilfunkmarktes auf. Siechtum auf hohem Niveau freilich. Demnach wird der hiesige Handytelefonie-Markt in 2006 nur um 0,5 bis 1,5 Prozent wachsen. Ein deutlicher Rückschlag nachdem vergangenes Jahr noch 4,7 Prozent Wachstum erreicht wurden. Allerdings sei es wohl auch schwer, noch Wachstumschancen in einem Markt zu finden, der bereits zu 99,4 Prozent gesättigt ist, führt The Register aus. Mehreinnahmen können nur durch neue Dienste erzielt werden, heißt es da. So stiegen die Einnahmen aus Datendiensten von 924 Millionen auf eine Milliarde Euro. Gleichzeitig sanken allerdings die Einnahmen aus Telefongesprächen von 4,31 auf 4,2 Milliarden Euro.