Netzwelt-Ticker: Apple wird nicht grüner - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Apple wird nicht grüner

Erneut watscht Greenpeace den Computerhersteller Apple wegen Verwendung giftiger Chemikalien und Mängeln beim Recycling als größten Umweltsünder ab. Außerdem im Nachrichtenüberblick: Microsoft will auch Bücher scannen, Musikfirmen versuchen es mit DRM-freien MP3 und mehr.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Während viele Tech-Firmen große Anstrengungen unternehmen, ihre Produkte umweltfreundlicher zu gestalten, scheint Apple sich nicht viel um Umweltverträglichkeit zu scheren. Im aktuellen, vierteljährlichen Elektroschrott-Bericht von Greenpeace, schneidet Apple mit 2,7 von 10 Punkten unverändert am schlechtesten ab, während sich andere Computerhersteller in den letzten Monaten im Rating nach vorn gearbeitet haben, allen voran Motorala, die vom vorletzten, 9. Platz auf den 4. aufrückten.

Bewertet werden im eWaste-Rating unter anderem die Verwendung von giftigen Chemikalien in den Produkten und der Herstellung, Müllmanagement und ein Rückgabesystem für gebrauchte Teile. Letzteres bietet Apple zwar an – andere Hersteller scheinen jedoch ein deutlich besser ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein zu haben. Ein Greenpeace-Sprecher gegenüber Macworld.com : Als weltweit aktives Unternehmen sollte Apple auch dementsprechend Verantwortung zeigen. Doch davon sei bei anderen Herstellern mehr zu spüren. Nokia führe beispielsweise dank einer guten Konzernpolitik für den Umgang mit Chemikalien und Elektroschrott das Rating an.

Rumänischer Hacker stört NASA

Mit bis zu 54 Jahren Haft muss ein rumänischer Hacker rechnen, der laut Anklage in Computersysteme der NASA, des amerikanischen Energie-Ministerium und der Navy eingedrungen ist und dort Schäden in Höhe von knapp 1,5 Millionen Dollar angerichtet hat. Ihm werden insgesamt neun Hack-Angriffe und "Verschwörung" zur Last gelegt.

Dabei habe eher Übermut als Geldgier die Attacken motiviert: Der Angeklagte war Kopf der Hackergruppe "The WhiteHat Team" – auf den angegriffenen Systemen hosteten sie laut The Register  ihre Chat-Sessions. Dies führte im Fall der NASA angeblich sogar dazu, dass NASA-Wissenschaftler auf Backup-Systeme zurückgreifen mussten, als ein fehlerfreier Datenaustausch mit Raumschiffen durch die Angriffe gefährdet war.

Noch sitzt der 26-jährige Hacker in Rumänien wegen anderer Vergehen in Haft. Sollte er schuldig gesprochen werden, droht ihm die Auslieferung in die USA – und damit die unverhältnismäßig lange Haftstrafe von bis zu 54 Jahren.

Microsoft will mitscannen

Seit heute macht Microsofts eigene Onlinebibliothek Live Book Search  als Betaversion seinem Vorbild von Google Konkurrenz. Beide Projekte wollen die Bücher der Welt einscannen und – falls nicht urheberrechtlich geschützt – per Download zugänglich machen.

Der Live-Search-Projektleiter kündigte in einem Blog an , bald einen Testballon von Live Search Books loszulassen, der zehntausende nicht mehr urheberrechtlich geschützte Bücher umfassen soll.

Die Microsoft Büchersuche macht auf den ersten Eindruck keine schlechte Figur. Die Suche ist enorm schlank gehalten, die Suchergebnisse werden mitsamt Cover vorgestellt, innerhalb dreier Klicks ist man bereits im Buch. Allerdings auch nur, wenn man mit dem Internet Explorer sucht – Live Seach verweigert die Zusammenarbeit mit Firefox.

Majorlabels experimentieren mit DRM-freier Musik

Bereits zum drittenmal veröffentlicht ein Majorlabel ungeschützte Musik über den Musikshop von Yahoo. Die neuste Norah-Jones-Single und ein paar Tracks von den Sanktorockern Reliant K (nicht: Resistant X!) werden für die auch sonst üblichen 99 Cent pro MP3 verkauft. Ars Technica nennt dies einen "weiteren schüchternen Schritt weg von DRM-verkrüppelten Formaten, die User an ein iPod-, PlaysForSure- oder Zune-Ökosystem binden".  Doch woher kommt das unerwartete Interesse der Plattenfirmen an unbeschränkten Formaten? Zum einen zeigt beispielsweise der Erfolg freier Webshops, dass sich MP3s auch ungeschützt wunderbar verkaufen – hinter iTunes verkauft der alternative Musikladen eMusic die meisten Musikdateien. Zum anderen beschränken sie ihre Dateien mit DRM meist nicht nur für den User – sondern auch auf einen Shop, zum Beispiel iTunes. Durch den Schutz vor Kopien verlieren die Plattenfirmen gleichzeitig auch Verkaufsmöglichkeiten.

Wie unsicher und vorsichtig die Plattenfirmen jedoch mit dem MP3-Format hantieren, zeigen zwei Kommentare von EMI, der Plattenfirma hinter Norah Jones und Reliant K: Zum einen habe man das Projekt gegen höhere Positionen durchboxen müssen. Zum andere fiel die Wahl auf Songs von Norah Jones und Reliant K, weil man sich bei der einen erwartet, dass ihre Hörer zu alt zum illegalen Tauschen sind – und die anderen zu christlich …

Gadgets für Superhelden und Paranoide

Der Helikopter fliegt über den unscheinbaren Vulkankrater – Stille. Düsenjäger sausen im Tiefflug über den harmlosen Felsbrocken – Stille. Ein Suchtrupp zerrt am gut gemachten Plastikbusch - alle Alarmanlagen schrillen laut: Das Geheimversteck von Mr. Roboto ist enttarnt! Doch Mr. Roboto drückt, informiert von einem seiner Helfer, den kleinen, dreieckigen Knopf, eine Schutzblende fährt zurück und legt den großen roten Knopf frei. "Drück ihn jetzt, Mr. Roboto, sonst können die bösen Mächte des Bösen in deine Geheimbasis eindringen. Dann wäre sie ja nicht mehr geheim!" Mr. Roboto drückt den Knopf  Schuss– und hiebfeste Superpanzerstahltüren rasten ein, zerquetschen alles, was zwischen sie kommt – sogar Luft! Saus, Zisch, Brrrrm: Jetzt nur noch auf "Herunterfahren" klicken und Windows … fährt herunter.

Willkommen in der Abteilung sinnlose Gadgets, die in jedem Büro für gefährlichen Neid bei den männlichen Kollegen und nervöse Blicke bei den weiblichen sorgen. Wer sich den Geheimbasen-Button  kauft, sollte also auf alle Fälle nicht auf den USB-Raketenwerfer  zur Kollegenabwehr (funktioniert auch in Meetings!) verzichten. Ist zurzeit aber leider ausverkauft.

Aber zahlen Sie ihnen doch all die kleinen Bürosünden heim, indem Sie vor der Flugreise den leeren PCMCIA-Slot im Firmenlaptop mit dieser Geheimfach-Steckkarte  aufrüsten. Bemerkt der Kollege erst am Sicherheitscheck im Flughafen. Sorgt aber sicherlich für Aufregung.

Deutscher Internetpreis 2006

Anlässlich des Deutschen Internetpreis 2006 wurden die Firmen Adaptis GmbH aus Fulda und die iPoint-systems GmbH aus Reutlingen mit Preisen bedacht. Sie setzten sich in den Kategorien "Mobile Anwendungen im Mittelstand" (Adaptis) und "Unternehmensübergreifendes E-Business" (iPoint-systems) gegen 420 Bewerber durch.

Adaptis wurde für ihr Internetportal OPUZZ und die daran angebundenen joBBox-Endgeräte ausgezeichnet, mit dem das Internet und mobile Geräte zu einem ortsunabhängigen Zeitwirtschaftssystem kombiniert werden können, wie es auf den Seiten des Deutschen Internetpreises fachjargongelt . Ipoint-systems wurden für ihren "Automotive Agent" gekürt, der Zulieferer der Automobilindustrie unterstützen soll, indem er selbständig Daten mit den Automobilherstellern abgleicht, wodurch sich Geschäftsprozesse verkürzen lassen.

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