Netzwelt-Ticker: Apple zahlt 100 Millionen an Creative - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Apple zahlt 100 Millionen an Creative

Der Streit um ein Patent für die Menüs von MP3-Player läuft schon länger. Jetzt haben sich Apple und Creative geeinigt. Außerdem: Neuer Akku-Standard soll Rückrufe verhindern. Und China macht Ernst gegen Spammer.
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Patentklage: Für Apple nur Kleingeld

Im Streit um ein Patent für hierarchische Menüstrukturen in der Benutzeroberfläche von Musikplayern haben sich Apple und Creative geeinigt. Der iPod-Hersteller zahlt der klagenden Creative Technology einen Lizenzgebühr in Höhe von 100 Millionen US-Dollar. Im Gegenzug darf Apple weiterhin die von Creative patentierte Baumstruktur nutzen, bei der man beispielsweise zuerst den Namen eines Künstlers, dann den des gewünschten Albums und schließlich den Titel des zu spielenden Songs auswählt. Creative hatte das Patent am 5. Mai 2001 eingereicht. Wenige Monate später, im Oktober, wurde der erste iPod vorgestellt. Apple-Chef Steve Jobs kommentiert die Einigung daher auch mit der Bemerkung, Creative habe "viel Glück gehabt, dass Ihnen das Patent so früh zugeschrieben wurde".

Die nun getroffene Vereinbarung dürfte auf Creative deutlich größere Auswirkungen haben als auf Apple. Schließlich, so sagte es Patentanwalt Michael Kroll gegenüber Associated Press , seien die 100 Million für Apple nur Kleingeld. Allein im vergangenen Quartal erzielte die Firma einen Gewinn in Höhe von 472 Millionen US-Dollar, was nahezu dem Gesamtwert von Creative entspricht.

Als nicht zu überwindende, übermächtige Konkurrenz auf dem Markt der Musik-Player erwies sich der iPod auch für Dell. Der Computer-Versender tilgte gerade klammheimlich seine eigenen "Ditty"-MP3-Player aus dem Angebot, die er vor nicht ganz einem Jahr als Konkurrenz zum iPod-Shuffle an den Start schickte.

Und das eigentlich sogar guten Verkaufsargumenten: Zum gleichen Preis boten die Dinger deutlich mehr als die iPods, was allerdings kaum jemanden interessierte. Dell behauptet allerdings, die Einstellung habe nichts mit Erfolglosigkeit zu tun, man wolle sich einfach lieber wieder auf seine Kernkompetenzen konzentrieren. Wie zum Beispiel den Verkauf von Creative-MP3-Playern?

Chinesischer Spammer verurteilt

China, bisher eher als Paradies für Spammer, Hacker und Raubkopierer bekannt, arbeitet offensichtlich daran, diesen Ruf loszuwerden. So ist bei "The Register"  zu lesen, dass in der Industrie-Metropole Shenzen erstmals ein Spam-Versender zur Zahlung einer Strafe in Höhe von 5.000 Yuan, das sind knapp 500 Euro, verurteilt wurde. Die Höchststrafe für Spam-Versender liegt bei 30.000 Yuan. Mit dem Urteil hoffen die Behörden, andere Missetäter abschrecken zu können. Zu hoffen wäre es, stammen doch laut Sophos insgesamt 20 Prozent des weltweiten Spam-Aufkommens aus chinesischen Quellen.

PC-Hersteller beraten über Akku-Standard

Das Treffen war schon länger geplant, bekommt angesichts des Rückrufs von 4,1 Millionen Laptop-Akkus durch Dell nun jedoch einen viel höheren Stellenwert. Wie "Appleinsider"  berichtet tagen kommenden Monat Vertreter von Apple, Dell und Lenovo, um gemeinsam über einen Standard für Lithium-Ionen-Akkus zu beraten. Alle drei Firmen sind Mitglieder in der IPC-Association Connecting Electronics Industries, einen Zusammenschluss von 2400 Elektronik-Firmen, die sich um die Standardisierung elektronischer Komponenten bemühen. Laut dam IPC-Vorsitzenden John Grosso hat das Gremium zuletzt innerhalb einer Rekordzeit von nur einem Jahr einen Standard für Kühlungs-Lüfter entwickelt. Diese Geschwindigkeit will man beibehalten und so rechnet Grosso damit, dass der neue Akku-Standard spätestens im Juli 2007 verabschiedet wird. Dann muss man vielleicht auch nicht mehr die Feuerwehr rufen , wenn’s dem Notebook zu heiß wird.

Sophos entfernt Rootkits – kostenlos

Rootkits sind richtig fiese Dinger. In ihnen verstecken sich böswillige Programme wie Viren und Trojaner, um nicht von Virenscannern entdeckt zu werden. Berühmt wurde diese Technologie im vergangenen Jahr, als Sony BMG Music Entertainment Rootkits nutzte, um die hauseigene Kopierschutzsoftware vor einer Entdeckung zu schützen. Dummerweise nutzten auch Hacker die von Sony eingeführte Tarnvorrichtung. Der Ärger war entsprechend groß und der Hersteller gezwungen, Millionen Musik-CDs umzutauschen. Die Firma Sophos hat nun einen kostenlose Software bereitgestellt, mit der sich die nur schwer auffindbaren Rootkits auf einem PC identifizieren und entfernen lassen, schreibt "Infoworld".  Die Software soll unter Windows NT, 2000, XP sowie Server 2003 laufen und durch eine grafische Oberfläche einfach bedienbar sein. Das sollte man sich nicht entgehen lassen.

Eine Cray zum Schnäppchenpreis

Die Supercomputer von Cray genießen Kultstatus. In etlichen wissenschaftlichen Einrichtungen der Welt berechnen sie Wettermodelle, Molekülketten, Kristallstrukturen oder Atomexplosionen und sehen dabei manchmal sogar aus wie Designer-Möbel. Ein solcher Rechner steht derzeit im San Fransisco zum Abholen bereit. Dort wird eine Cray Y-MP EL98  zum Startpreis von 400 US-Dollar versteigert – ursprünglich muss ihr Wert deutlich sechsstellig gewesen sein. Zwar fehlen laut Anbieter einige wichtige Subsysteme, um die Kiste zum Laufen zu bringen, aber ansonsten sei sie in einem guten Zustand. Einziges Hindernis: Der 350 Kilo schwere Oldie muss bis Freitag abgeholt werden. LKW, Gabelstapler und kräftige Helfer sind mitzubringen.

Der USB-Grill

Eine praktische Eigenschaft von USB-Anschlüssen ist, dass die angeschlossenen Geräte direkt über das USB-Kabel mit Strom versorgt werden können. Allerdings ist die abrufbare Leistung sehr gering. Dennoch gibt es immer wieder mehr oder minder nutzlose USB-Gadgets wie USB-Warmhalteplatten und –ventilatoren, die diese Eigenschaft ausnutzen. Ein paar offensichtlich sehr PC-fixierte Japaner haben nun ausprobiert, ob sich per USB auch ein Elektro-Grill realisieren lässt. Dazu stopften sie sechs USB-Erweiterungskarten mit je fünf Anschlüssen in einen PC, schlossen die verknoteten Kabel an einen Heizplatte an und siehe da: Es geht. Zum Beweis fertigten die Bastler nicht nur eifrig Fotos an, sondern zeigen mit zwei Videos, wie sie tatsächlich Fleischlappen per USB braten. Bon Appetit. 

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