Netzwelt-Ticker Brasilien schaltet YouTube ab
YouTube zu heiß für Brasilien?
Dreidimensionale Formen ganz anderer Art bringen YouTube derzeit in ernstliche Bedrängnis: Daniela Cicarelli, Model und Ex-Ehefrau von Fußballstar Ronaldo, hat vor Gericht geklagt , die Videoplattform möge solange abgeschaltet werden, bis ein Sexfilmchen entfernt wird. Das Video, worin das Sternchen beim lustvollen Herumplantschen mit ihrem neuen Freund zu besichtigen ist, war in Brasilien tagelang der meistgesehene Clip.
Nun hat ein brasilianisches Gericht dem Ansinnen entsprochen und eine Abschaltungsverfügung für YouTube erlassen. Die Klägerin will außerdem für jeden Tag, an dem der freizügige Streifen noch zu sehen ist, 119.000 Dollar Entschädigung erhalten. Zwar wurde der Film bereits wiederholt gelöscht, aber von interessierten Nutzern auch immer wieder aufs neue eingestellt.
Allerdings ist zweifelhaft, ob sich ein brasilianisches Urteil in den USA, dem Sitz des Videoportals, überhaupt durchsetzen lässt.
Gratis-WLAN in San Francisco
Mal wieder ein Grund, neidvoll über den Großen Teich zu blicken: Ab diesem Frühling beginnt die Stadt San Francisco, gemeinsam mit Google und Earthlink ihren Bürgern kostenloses WLAN anzubieten. Ursprünglich sollte dieser Service schon im letzten Jahr funktionieren, aber nun wird der Dienst wohl erst 2008 flächendeckend angeboten werden können.
Earthlink wird das Netz aufbauen und für Nutzungsrechte knapp 500.000 US-Dollar per annum an die Stadt entrichten. Finanziert werden soll das Ganze mit Google-Anzeigen, die im konstenlosen Service erscheinen. Außerdem ist ein diesmal kostenpflichtiger Premiumzugang geplant, der viermal schneller als die Gratisversion sein soll. Um die Anzeigen genauer auf die Nutzer zuzuschneiden, sollen sie entsprechend zum jeweiligen Standort angepasst werden, dieses User tracking ist aber optional.
Demnächst mehr als 500 Überwachungskameras in Bangkok
Nachdem an Silvester in der thailändischen Hauptstadt mehrere Bomben explodiert waren und an die 40 Menschen verletzt hatten, sollen in den nächsten Wochen 540 Überwachungskameras an besonders gefährdeten Orten installiert werden. Zwar ist derzeit noch nicht klar, wer für die Anschläge verantwortlich ist, seien es islamistische Terroristen aus dem Süden Thailands oder Anhänger des durch den Militärputsch seines Amtes enthobenen Ex-Premiers Shinawatra. Dennoch versucht Gouverneur Kosayothin, mit der Überwachung von Märkten und anderen belebten Plätzen ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln.
USA und Russland tauschen Passagierdaten aus
Was die USA und die EU bereits seit Oktober vereinbarten, wird nun auch Usus mit Russland: der Austausch von Flugpassagierdaten . Wie der russische Verkehrsminister Igor Lewitin am Wochenende ankündigte, werde die Staatsduma demnächst ein Gesetz verabschieden, das die bisherige Vertraulichkeit von Passagierdaten aufhebt. Sollte der Umfang der nun zugänglichen Daten dem der europäisch-amerikanischen Übereinkunft entsprechen, dann haben die Behörden auf bis zu 34 verschiedene individuelle Daten von Reisenden in die USA Zugriff, von Kreditkarten- und Telefonnummern bis hin zur Zahl der mitgeführten Gepäckstücke.
British Telecom startet Handy-VoIP
Diese Woche will British Telecom mit großem Werbeaufwand einen VoIP-Dienst für Handys starten, die dazugehörigen Mobiltelefone sollen den über den BT-Partner Phones4U in über 20 unterschiedlichen Versionen vertrieben werden. Bereits zuvor wurde ein dichtes Netz von 2000 WLAN-Hotspots an Flughäfen, Bahnhöfen und Hotels installiert, wie der Sunday Telegraph berichtet . Bis März sollen außerdem zwölf weitere innenstädtische Zonen erfasst werden, darunter Birmingham, Edinburgh und Liverpool.
Sobald ein Nutzer während seines Telefonats diese Zonen verlässt, wird sein Gespräch nicht beendet, sondern vom Mobilfunknetz von Vodaphone übernommen, wobei keine Extrakosten anfallen: jedes im WLAN-Netz begonnene Telefonat kostet nur ein Viertel des üblichen Preises, ganz egal, wo es beendet wird. Steve Andrews, Chef der BT-Mobilfunksparte, erwartet einen Massenmarkt: "Über 60 Prozent der Handygespräche werden innerhalb von Gebäuden geführt." Damit baut BT seinen bisher nut über Bluetooth verfügbaren Service aus. Bisher nämlich war man in Sachen Internet-Telefonie an den heimischen Computer gebunden.
Microsofts Patch-Day halbiert
Der zweite Dienstag im Monat ist der traditionelle Microsoft-Patchday. Morgen ist es wieder soweit, aber diesmal nur in halbierter Ausführung. Von den acht ursprünglich angekündigten Sicherheitsflicken werden nur vier verteilt . Drei davon sollen Sicherheitslücken bei Microsoft Office (eine davon als "kritisch" eingestuft) schließen, der vierte bezieht sich auf ein Problem bei Windows selbst.
Die vier anderen Patches sollen bei einem der kommenden Patchdays nachgeliefert werden. Erstaulich daran ist zweierlei: dass Microsoft dabei auch einen Patch für eine weitere als "kritisch" eingeschätzte Lücke zurückzieht und dass dies ohne jeden Kommentar geschieht.
Neues 3D-Eingabegerät mit "Rückstoß" lässt Oberflächen ertasten
Unter den auf der heute in Las Vegas gestarteten Consumer Electronics Shows gezeigten Neuheiten gibt es auch ein neuartiges Eingabegerät zu sehen: Die Firma Novint hat einen 3D-Controller namens "Falcon" entwickelt, der zwar dem Raubvogel nicht im mindesten ähnlich sieht, aber einige erstaunliche Eigenschaften besitzt. Eigentlich für 3D-Designer zur Erleichterung ihrer Arbeit geplant, vermag das Gerät auch Gamern neue Erlebnisse zu bescheren.
Das Besondere ist eine Art Kraftrückkopplung, die den Bediener das Gewicht eines Basketballs genauso spüren lassen wie den Schwung und den Abschlag beim Golfen oder den Rückstoß einer Feuerwaffe. Sogar verschiedene Oberflächen werden ertastbar, ob sie glatt oder rauh sind, ebenso die Beschaffenheit von Stoffen, je nachdem, ob sie weich, hart oder sogar klebrig sind. Bei einem Preis von ungefähr 150 Euro ist das Gerät sogar recht erschwinglich.
Günstiges Telefonieren
Zum Schluss eine gute Nachricht: Alles wird teurer, bloß Telefonieren nicht. Das Statistische Bundesamt verkündete heute die frohe Botschaft: Über zehn Prozent günstiger ist Mobiltelefonieren im Jahre 2006 geworden, auch für sonstige Telekommunikationsdienstleistungen mussten die Verbaucher drei Prozent weniger tief in die Tasche greifen als noch 2005. Nur Ortsgespräche wurden ein bisschen teurer. Aber da gibt es einfache Abhilfe: man kann sich ja auch einfach besuchen.