Netzwelt-Ticker British Telecom zerreißt Spam-Netze
Die British Telecom (BT) will künftig jede E-Mail, die über ihr Breitbandnetz übertragen wird, auf Spam checken und damit die Botnetze zerreißen, die für den Großteil der Spam-Mails verantwortlich sind. Ein Botnetz besteht aus virenverseuchten Rechnern, die vom Virenautor gesammelt ferngesteuert werden können, ohne dass die Besitzer dies überhaupt merken.
Das vollautomatische System Content Forensics von StreamShield Networks wird täglich Millionen von E-Mails überprüfen und einen detaillierten Bericht über den Ursprungsort und das Ausmaß eines Spam-Problems im British-Telecom-Netz erstellen. Der Kundendienst von BT kann darauf Gegenmaßnahmen ergreifen, um das Spam-Problem zu beenden: missbräuchlich verwendete Accounts sperren und IP-Adressen blacklisten.
So nobel das Ansinnen sein mag: Das Prüfen von Millionen E-Mails, und sei es nur durch einen Automaten, wird nicht nur auf Gegenliebe stoßen. Spamchecking sollte Privatsache bleiben, die Gefahr von (ungewollter) Zensur ist zu groß, das Vorsortieren von E-Mails zweifelhaft. Ob das Spamchecking für die Kunden freiwillig passieren oder ihnen aufgezwungen wird, geht leider aus dem Bericht bei Earthtimes.org nicht hervor.
Aufruf: Feature-Vorschläge für Firefox
Die zweite Version des Firefox ist noch nicht mal veröffentlicht, schon sammeln die Browser-Entwickler Ideen für Versionsnummer 3. Jeder User ist aufgerufen, sich am Brainstorming zu beteiligen : Was braucht der Browser, was sollte man weglassen, was könnte man verbessern? Und wie es halt läuft, wenn man die Welt nach einer guten Idee fragt: Die Liste wächst und wächst und wächst.
Viele interessante Ansätze darunter, eine Menge doch arg spezielle Wünsche oder technisches Kauderwelsch, das nur Insider verstehen. Doch wer genau hinschaut, wird merken, was der Surfer will. Denn oft sind es die kleinen Wehwehchen, die besonders nerven. Formularfelder, die eingegebenen Text nicht speichern, zickige Zurück- und Vorwärts-Tasten und nicht zuletzt die Tatsache, dass 15 Prozent der Bildschirmfläche von Steuerleisten, Menüs und Buttons des Browsers belagert werden - anstatt den Blick aufs Internet freizugeben.
RIAA lässt peinlichen Fall fallen
Paul Wilke, ein 52-jähriger Mann aus Chicago, hat wohl sehr gestaunt, als er das Anwaltsschreiben der Vereinigung der US-Musiklobby, RIAA, bekam: Er habe Musik illegal heruntergeladen und über eine Tauschbörse verteilt. Gegen eine Zahlung von 3750 Dollar könne der Fall aber ohne Richterspruch beigelegt werden, berichtet P2Pnet.net . Das Problem: Wilke hatte nach eigenen Angaben nie die beklagten Dateien getauscht, MP3s auf seinem Rechner seien von seiner privaten Sammlung gekaufter CDs, und zu allem Überfluss sei sein Name nicht "Paule Wilke", wie es im Schreiben stand, sondern Paul - ohne E.
Der Fall ging vor Gericht, doch noch bevor ein Richter den Fall als unbegründet zu den Akten legen konnte, hat die RIAA nun selbst der Posse ein Ende gemacht, schreibt Ars Technica . Paul Wilke wird nicht mehr beklagt, die RIAA kann weiter behaupten, kaum einen Fall vor Gericht verloren zu haben.
Reuters öffnet virtuelles Büro in Onlinespiel
Second Life gilt als das ambitionierteste und erfolgreichste Virtual-Reality-Projekt, das es je gab. Über 900.000 Menschen machen schon mit, kaufen ein Grundstück im Cyberspace, verkaufen Bit-Möbel für echtes Geld oder besuchen Konzerte, zum Beispiel von Duran Duran oder Suzanne Vega. Das Bruttoinlandsprodukt von Second Life beträgt angeblich 150 Millionen Dollar jährlich. Second Life ist ein virtuelles Land mit echten Menschen - und zieht wie MySpace oder YouTube PR- und Marketingstrategen an, die dort nach neuen Werbemöglichkeiten suchen.
Parallel wurde bekannt, dass Second Life die umstrittene Nachnamen-Regel ändern wird. Künftig wird es wohl möglich sein, seinen eigenen Nachnamen zu wählen, statt vom System einen aufgedrückt zu bekommen. Doch der eigene Name wird ein teures Vergnügen. Für Privatpersonen kostet der Spaß 100 Dollar Einrichtungsgebühr und jährlich 50 Euro Instandhaltungskosten, für Firmen gibt's das Schnäppchen schon für lächerliche 1000 Dollar (einmalig) und 500 Dollar (jährlich), hat CNET News erfahren .
Fastfood-Player mit Spyware
Man möchte sich beinahe vor Fremdschämen krümmen, wenn man an die PR-Abteilung von McDonald's denkt. Die muss jetzt nämlich eine höchst peinliche Panne in Japan glattbügeln. Dort hat der Fastfood-Verbreiter laut Newlaunches.com zusammen mit Limonadenhersteller Coca-Cola ein Gewinnspiel veranstaltet, bei dem 10.000 Audioplayer weggegeben wurden. Doch neben den zehn Songs, die schon auf jeden Player aufgespielt waren, versteckte sich dort auch die Passwort-stehlende QQpass-Spyware. Die ist zwar wenig verbreitet und theoretisch ist ihr leicht beizukommen . Doch könnte sie dank der Verloseaktion nun weitere Verbreitung finden, als es zuvor durchs Netz möglich war.