Netzwelt-Ticker Chinas Firewall geknackt
Computerexperten der Universität von Cambridge behaupten, die ominöse Große Firewall von China durchbrochen zu haben. Zudem glauben sie zu wissen, wie man diese Firewall für Denial-of-Service-Attacken gegen spezielle IP-Adressen in China richten kann. Die Firewall, die laut ZDNet.Asia auf Cisco-Routern basiert , scannt den chinesischen Web-Traffic hinsichtlich bestimmter Keywords, die auf Wunsch der chinesischen Regierung zensiert werden; zum Beispiel politische Ideologien und Gruppen, die sie inakzeptabel findet.
Die Forschergruppe aus Cambridge testete die Firewall, indem sie Datenpakete, die das Wort "Falun" trugen, verschickte die religiöse Falun Gong-Bewegung ist in China verboten. Dabei stellten sie fest, dass es möglich ist, das System zu umgehen, das in so einem Fall die Verbindung zwischen privatem Rechner und Server zurücksetzt. Das sei sogar sehr trivial, wie ein Forscher meinte: "Wenn man alle Reset-Pakete an beiden Enden der Leitung fallen lässt, wird eine Website ganz normal übertragen."
Füttert man die Firewall mit präparierten Datenpakete, sodass sie anbeißt, könnte man sogar die Internetverbindung von Rechnern der chinesischen Regierung lahmlegen. Dazu müsse man einfach nur die IP-Adresse eines Rechners hinter der Firewall kennen. Gefälschte IP-Pakete führten dann zum Stillstand der Internetverbindung sogar über Stunden hinweg. Auf diesem Weg könnte man Rechnern der Regierung ein automatisches Windows Update oder chinesischen Botschaften den Zugriff auf bestimmte chinesische Seiten verweigern.
Portrait des MySpace-Gründers
Seine Website hat ganz nebenbei die Musikindustrie revolutioniert, die Arctic Monkeys in den Rockhimmel geschossen und nicht nur eine Generation Teenager gefesselt, sondern auch Medienmogul Rupert Murdoch. Aber bis jetzt hat MySpace nur an der Oberfläche gekratzt. In einem Gespräch mit Chris DeWolfe, dem Gründer der Erfolgsseite, geht der Guardian der Frage nach , wer hinter dem atemberaubenden Erfolg einer doch so schlichten Community-Seite steht.
Ein smarter, entspannter Kerl scheint DeWolfe zu sein. Sogar für Rupert Murdoch hat er ein paar nette Worte übrig. Murdochs News Corporation hat MySpace letzten Juli für knapp 479 Millionen Euro aufgekauft und abseits von einigen Marketingverträgen wenig verändert. Musiker veröffentlichen hier ihre neuen Songs und Videos, jeden Tag werden 200.000 neue Mitglieder freigeschaltet bald gibt es 100 Millionen MySpace-Profile. Der nächste Schritt werden nun lokalisierte Versionen von MySpace sein. Vor allen Dingen sollen Mobile-Versionen der Community ganz frischen Wind ins Geschäft bringen. Wie das aussehen wird? Wahrscheinlich wenig spektakulär, aber wahnsinnig erfolgreich
Electronic Frontier Foundation wird 16 Jahre alt
Im März 1990, so schreibt die AP , als nur wenige Leute vom Internet gehört hatten, nahmen Geheimdienstagenten das in Texas gelegene Büro eines kleinen Brettspielherstellers auseinanders, beschlagnahmten Computer und lasen E-Mails von Geschäftskunden. Eine Gruppe Onlinepioniere sah sich in ihren Befürchtungen bekräftigt: Wie staatliches Recht auf neue Techniken angewendet wurde, das empfanden sie als furchterregend, da müsse man doch einschreiten.
So wurde die Electronic Frontier Foundation gegründet, am 10. Juli vor sechzehn Jahren. Die Geheimagentenaktion war ihr erster Fall und den gewann sie spektakulär. Die Regierung, so wurde festgestellt, habe kein Recht, die E-Mails zu lesen und das Computerequipment zu behalten.
Heute dreht sich die Arbeit der EFF vor allem um Themen wie Geistiges Eigentum und staatliche Überwachung. Ihr größter Fall war bis dato die mutmaßlich illegale Zusammenarbeit zwischen dem Telefondienstleister AT&T und der amerikanischen National Security Agency, NSA. Dabei wurden von NSA und AT&T umfassend Telefongespräche und Internetkommunikation überwacht.
"Beim NSA-Programm kollidieren Technik und Bürgerrechte auf besondere Weise," so EFF-Geschäftsführer Shari Steel. Aber es dürften noch viele Aufgaben auf die EFF warten. Noch sei man dem Ende der digitalen Revolution nicht einmal nahe, so die EFF-Mitstreiterin Cindy Cohn. Es käme noch viel auf uns zu, neue Probleme oder alte im neuen Gewand. Die EFF, so Cohn, verschreibe sich nach wie vor dem Kampf gegen Probleme, über die heute noch niemand spreche.
Wo ist mein Google-PC?
Da baut Google ein Superrechenzentrum und alle Welt denkt: Kommt jetzt das Betriebssystem von Google? Und wenn ja oder nein, wie könnte das überhaupt aussehen? Ein interessanter Artikel auf Slate.com sagt : Probier's doch einfach aus. Vier College-Absolventen haben ihr Web-basiertes YouOS-Betriebssystem online gestellt und jeder kann in einer beeindruckenden Demo sehen, wie so ein Web-Desktop aussieht und funktioniert. Nämlich wie jedes herkömmliche Betriebssystem, nur dass alle Dateien auf einem Server gespeichert werden und vor allem, dass man seinen Desktop von jedem Internetrechner der Welt einsehen und benutzen kann. Einige User haben bereits Programme für YouOS geschrieben, eine Flickr-RSS-Software, ein Textverarbeitungsprogramm, Chat, Dateibrowser.
"Jeder der sich einloggt", so Slate, "kapiert sofort, was die große Idee dahinter ist: Man braucht kein Windows! Man braucht nicht einmal einen PC! Man kann sich von überall aus einloggen und losarbeiten. Alles was man braucht ist irgendein Gadget mit Bildschirm und Tastatur." Wir mögen es zwar noch nicht bemerken, aber wir haben alle längst einen Google-PC.
Herr Itagaki, woher nehmen Sie all die verrückten Ideen?
Die Opposable-Thumbs-Rubrik auf Arstechnica.com sieht das ganz richtig: Jedesmal, wenn man Tomonubo Itagaki, den Kopf des legendären Spieleentwicklers Team Ninja, interviewt, sagt er irgendetwas völlig hanebüchenes. Einmal basht er Tekken, dann bezeichnet er die Mädels aus Dead or Alive als seine Töchter. Gerade arbeitet er an Dead or Alive Xtreme Beach Volleyball und Ninja Gaiden 2 aber woher, fragt das Game-Portal Kikizo , nimmt Itagaki die verrückten Ideen, wenn er gerade Jetski-Level und neue Bikinis für Volleyballspiele designt? Kikizo: Also, wie viele Drinks braucht es, bis aus umsetzbaren, guten Ideen totaler Blödsinn wird?
Itagaki: Haha, das ist schwierig zu beantworten, weil ich rund um die Uhr trinke. Natürlich gibt es Hochs und Tiefs, auch bei der Menge, die ich trinke. In den letzten zehn Jahren nicht, dass Du danach gefragt hattest hatte ich glaube ich bessere Ideen, wenn ich Whisky getrunken habe. Wenn ich Shochu trinke, ein konservativer Drink, sind die Ideen nicht so gut. Bier ist für mich wie Wasser, es ist hilft mir ein wenig und entspannt mich aber trägt nicht zum Ideenfindungsprozess bei.
Opposable Thumbs dazu: Man muss zugeben, die Vorstellung, wie Itagaki im Team Ninja Headquarter herumstolpert und jeden anschreit, die Bikinis kleiner zu machen, ist ziemlich amüsant