Netzwelt-Ticker Das iPhone ist da - aber nicht von Apple
Überraschung: Das iPhone ist da irgendwie
Obwohl erst im Januar mit der großen Handy-Revolution gerechnet wurde, ist das iPhone heute freigelassen worden. Nicht jedoch von Apple. Und revolutionär ist es schon gar nicht. Die große Überraschung brachte Linksys, 2001 von Cisco geschluckter Hersteller von Heimnetzwerken. Statt eines Handys mit iPod-Funktionalität ist das nun präsentierte WIP320 ein recht normales Skype-Phone, das schon länger präsenten Modellen von Belkin und Netgear recht ähnlich ist. Mit Apple teilt es höchstens die Farbgebung: weiß.
Das komplette iPhone-Lineup umschließt fünf Handsets, die bereits einige Zeit auf dem Markt sind. Das aktuellste ist das 802.11g WLAN-kompatible WIP320 und das CIT400, das sowohl DECT als auch Skype unterstützt. Laut TGDaily.com werden beide Modelle im ersten Quartal 2007 in den Verkauf gehen. Reghardware.co.uk geht derweil davon aus , dass Apples eigene Handy-Pläne wohl kaum durch den vermeintlich dreisten Namensklau gefährdet sind. "Obwohl iPhone ein praktischer Name für ein noch nicht angekündigtes Produkt war, sind wir uns sicher, dass Apple mit einem besseren Titel aufwarten kann, als einem, der schon seit Jahren von einer handvoll anderer Firmen als Marke benutzt wird."
Böses, böses Vista
Während David Pogue in der "New York Times" zum Schluss kommt , dass Windows Vista "unendlich angenehmer" als all seine Vorgänger ist und das wohl, weil es ziemlich dreist bei Mac OSX geklaut hat (Video) und darüber hinaus auch noch einige eigene gute Features mitbringt - ist die Free Software Foundation da etwas kritischer.
Auf der Seite Badvista.com sammelt die Stiftung für freie Software Gründe gegen Vista, um auf die kostenlosen und zum Beispiel nicht durch DRM-Bestrebungen verkrüppelten freien Betriebssysteme hinzuweisen. In einem Blog wird mit Bannern und Grafiken Stimmung gegen Vista gemacht. Ein Vorgehen, das ausgerechnet bei anderen Vista-Kritikern auf Ablehnung stößt: zu emotional, zu gängelnd. Anstatt den Usern vorzuschreiben, was sie zu benutzen hätten, sollten lieber grundsätzliche Alternativen zu proprietärer Software angeboten und aufgezeigt werden.
Yahoo-Messenger: Gefährliche Nachrichten
Eine gerade entdeckte Lücke im Yahoo-Messenger wirft ein neues Licht auf ein oft wenig beachtetes Sicherheitsproblem in Firmen: Instant Messenger. Die sind nämlich drauf und dran, die E-Mail als innerbetriebliches Kommunikationsmittel der Wahl abzulösen. Und das, obwohl System-Administratoren noch immer mit der Gefährdung, die durch E-Mails erwachsen, kämpfen.
Doch neben der Vielzahl neuer Einfallswege für Übelcode bergen Messenger noch eine ganz andere Gefahr, so Newsfactor.com : Sie speichern zu viel. Standardmäßig sichern die Chat-Tools jede Onlineunterhaltung in einer History. Neue Verordnungen, vor allem in den USA, könnten diese Chat-Protokolle nun zu einer Beweismittel-Fundgrube im Rahmen von Ermittlungen machen. Neue Gesetze zwingen Firmen zur Herausgabe ihrer auf Rechnern gespeicherten Daten die privaten und geschäftlichen Chats der Mitarbeiter könnten damit in Zukunft auch dazu gehören.
"Feind des Internets" soll Blogger freilassen
Reporter ohne Grenzen ruft die ägyptische Regierung dazu auf, den 22-jährigen ägyptischen Blogger Kareem Amer freizulassen. Der Jura-Student ist seit sechs Wochen inhaftiert, nachdem er angeschuldigt wurde, Hass gegen den Islam zu schüren und Gerüchte zu verbreiten, die die öffentliche Ordnung gefährden. Bereits im Oktober 2005 wurde er für 18 Tage festgehalten; am 6. November dieses Jahres dann erneut.
Wie die Organisation Reporter ohne Grenzen schreibt , habe Kareem Amer in seinen Postings die Regierung für "religiöse und autoritäre Exzesse" kritisiert. Die meisten Blog-Einträge seien in Arabisch aber eines seiner Profile in Englisch zeige, dass sich Amer zum Beispiel für Frauenrechte einsetze. Sein Blog linkt zu der Arab Women's Solidarity Association , einer Vereinigung, die sich der Befreiung der arabischen Frauen verschrieben hat. Außerdem verweise Amer auf die Website der Historical Society of Jews from Egypt und einer Seite, die Zensur in Bahrain beenden will.
"Die Gefangennahme dieses Blogger, der keinerlei Gefahr für die nationale Sicherheit bedeutete, ist nicht akzeptabel", so Reporter ohne Grenzen in einem Statement . "Seine Freimütigkeit mag nicht beliebt sein und er muss sich für seine Kommentare verantworten. Aber ihn ohne ein Verfahren in Haft zu behalten ist ein Schande für die ägyptische Justiz."
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