Netzwelt-Ticker Die WM, der Tod des Internet?
Internet-Meltdown durch Fußball-WM?
Für große Freude unter Fußballfans sorgte die Ankündigung der BBC, all ihre Spiele auch online als Videostream zu senden zumindest für Einwohner und Gebührenzahler im Vereinigten Königreich . Doch jetzt werden auch kritische Stimmen laut, die Furcht vor dem großen Internet-Meltdown macht sich breit: Wird das Internet unter der Last all der Videostreams zusammenbrechen? Großevents wie der World Cup waren schon immer ein gefundenes Fressen für PR-Agenturen und Presseabteilungen, seit einigen Jahren auch für IT-Sicherheitsfirmen. Als einer der ersten Netzwerkhersteller hat Packeteer nun die Chance ergriffen und vor dem Meltdown in Firmennetzwerken gewarnt Firmen sollen (wohl mithilfe von Packeteer) Mechanismen installieren, "die nicht-gebilligten Traffic im Firmennetzwerk erkennen und kontrollieren, um die Produktivität der Mitarbeiter aufrecht zu erhalten, das Netzwerk vor Überlastung zu schützen und Bandbreite für die wichtigsten Anwendungen zu sichern, damit die Performance während der Arbeitszeit garantiert ist". Zu deutsch: So schütze ich meine Angstellten vor der Torschusspanik am Arbeitsplatz!
Wohlgemerkt: Hier ist nur von Firmennetzwerken die Rede. Vom großen Internetcrash sprechen derweil nur die Presse und Kommentatoren in Blogs. Aber wäre er denn denkbar, der große Crash?
Dazu gehen die Meinungen auseinander. Sicherlich könnten WM-Viren, Ticket-Scam und Terror-Kettenbriefen, die Mausstrecke bis zur nächsten Website in einen Spießrutenlauf verwandeln (und sicherlich bereiten IT-Firmen schon ihre Pressemitteilungen dafür vor ). Und sicherlich stellen gerade Videostreams theoretisch eine neue Herausforderung an Bandbreiten dar. Aber sehr sicher ist auch, dass sich das Problem - gerade der Fußball-Streams - von selbst lösen wird. The Register ist sich sicher : Erlahmt das Netz, wird der Fußballfan entnervt den ruckligen, körnigen Videostream abbrechen und lieber ins Pub um die Ecke gehen, so wie's Mutter Natur ja auch vorgesehen hat
YouTube muss Musikvideos löschen
Nachdem die Musikindustrie immer härter gegen die Verbreitung von Songs über Peer-to-Peer-Netzwerke, Blogs und andere Vertriebswege vorgeht, haben die großen Labels plötzlich ein ganz neues Problemkind ausgemacht: Musikvideos. Wie Reuters berichtet habe das Aufkommen von Seiten wie YouTube, MySpace, Google Video und iFilm eine Revolution für die virale Verbreitung von Musikvideos bedeutet. Da gibt es nur ein Problem: bis auf wenige Ausnahmen geschieht diese Verbreitung ohne das Einverständnis der Plattenfirmen. In den letzten Wochen habe die Recording Industry Association of Amerika (RIAA) als einen ersten Schritt dagegen einigen Usern der rasant wachsende YouTube-Website eine Unterlassungserklärung zugeschickt, Videos zum Beispiel von Nelly Furtado, Beyonce und Rihanna mussten darauf von der Seite gelöscht werden.
Noch vor wenigen Monaten wäre Video-Sharing wie bei YouTube kein Problem für die Labels gewesen. Damals sah man die Clips als reines Promotion-Tool für den Albumverkauf an. Nicht zuletzt dank iTunes und anderer Webshops sind Musikvideos aber ein schnell wachsender Markt. Die RIAA schätzt, dass der Verkauf von Musikvideos seit Oktober über 3,7 Millionen Dollar eingebracht hat. Ein Markt, den sich die Musikindustrie nicht durch kostenlose Video-Sammlungen kaputt machen lassen will
Google macht auf Kalkulation
Ist das jetzt ein weiterer Schritt zur Internet-Revolution, ein Online-Experiment oder nur ein Hieb in Richtung Microsoft? Google hat heute laut AP eine Internet-basierte Tabellenkalkulation und damit Konkurrenz zu Microsofts Excel zum öffentlichen Betatest freigegeben. Mit ihr soll es Usern, die erfolgreich ins Programm aufgenommen wurde, möglich sein, gemeinsam mit Arbeitskollegen, Freunden oder Verwandten an einer Kalkulation zu arbeiten. Diese werde online gespeichert und verwaltet. Der Funktionsumfang von Googles Spreadsheet-Tool ist trotz der offensichtlichen Konkurrenz jedoch nicht mit Microsofts Excel vergleichbar. Der Fokus liegt laut Google ganz allein auf dem verteilten und gleichzeitigen Arbeiten an einem Dokument.
Allerdings wird auch schon Kritik laut. Seitdem die Vermutungen aufkommen, Google werde von der US-Regierung ausgehorcht, dürften immer weniger User Lust haben, ihre privaten Daten oder noch viel eher Firmengeheimnisse auf Google-Servern zu speichern.
Doch eines macht Google eben auch klar : Wir fürchten keine Konkurrenz, schon gar nicht die Office-Hegemonie von Microsoft!
Die 25 schlechtesten Tech-Produkte aller Zeiten
Kann sich eigentlich noch irgendjemand an die Heilsversprechungen der sogenannten RAM-Doubler erinnern: groß beworbene Programme, die den Arbeitsspeicher verdoppeln konnten, ganz in Software natürlich. Ein großer Blödsinn, aber 1995 ein großes Ding. Und heute Platz Nummer drei in der Liste der schlechtesten Tech-Produkte, die PC World auf ihrer Website veröffentlicht hat . Platz Nummer eins erreichte America Online (AOL) durch den schändlichen Umgang mit Kunden und die Dauerbespammung mit Werbe-CDs. Auf Platz zwei schaffte es der RealNetworks RealPlayer, der nicht nur ständig veraltet war, sondern auch durch Werbung und ein etwas zu inniges Verhältnis mit dem PC des Users auffällig wurde
Steve Ballmer doch nicht allmächtig
Da tratschen schon die Kollegen auf der Hochzeit eines Freundes sei Steve Ballmer vom Vater der Braut angesprochen worden, sein Computer sei in letzter Zeit so langsam. Ballmer, der dreizehntreichste Mensch der Welt (18 Milliarden Dollar) habe daraufhin zwei Tage vergeblich versucht, den Computer von Viren, Würmern, Spyware und anderer Malware zu reinigen, bevor er ihn Microsoft-Technikern übergab. Einige Tage später haben diese über 100 verschiedene Malware-Programme entdeckt, denen teils fast nicht beizukommen war. "Dies habe uns wirklich die Augen geöffnet, was in der echten Welt los ist", so Microsoft-Manager Jim Allchin, der die Ballmer-Geschichte einem Bericht auf Australian IT zufolge auf einer Windows-Vista-Konferenz ausplauderte.
Das dürfte allerdings nicht ganz von ungefähr gekommen sein. Mit Windows Live OneCare will Microsoft eine fest installierte Sicherheitslösung in Windows Vista einbauen, die praktisch von selbst auf den Rechner aufpasst sehr zum Missfallen vieler Sicherheitsfirmen, die ihren Markt durch Microsofts Engagement in Gefahr sehen.