Netzwelt-Ticker: Ein Handy aus purem Gold - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Ein Handy aus purem Gold

Telefone für wirklich reiche Menschen, AMD-Chips für Dell-Rechner, Rechtsanwälte mit harten Bandagen, träumende Elefanten in hoher Auflösung - das und mehr im täglichen Nachrichtenüberblick.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Dell macht’s mit AMD

Kaum kündigte Dell CEO Kevin Rollins gestern an, der Intel-Stammkunde werde künftig auch Prozessoren aus dem Hause AMD verbauen, ging der Aktienkurs nach oben. Dabei wird der Computer-Hersteller AMDs Chips nicht etwa flächendeckend, sondern nur in einigen Highend-Mulitprozessor-Servern sowie in Highend-Gaming-PCs der jüngst übernommenen Firma Alienware verwenden. "Es ist nicht klar, ob sie sich dazu genötigt sehen werden, AMD auch anderswo einzusetzen, zumindest nicht, solange die Kunden nicht explizit danach fragen," sagte Analyst Frank Gillett von Forrester Research gegenüber Associated Press . Immerhin haben mit Dells Ankündigung endlich die ewigen Gerüchte darüber ein Ende, wann, wie und ob der größte PC-Produzent der Welt überhaupt jemals AMD-Chips verwenden wird. Darüber, dass ohnehin sämtliche Gerüchteköche mit ihren Voraussagen weit daneben lagen und wohl niemand ernsthaft Quad-CPU AMD-Server von Dell in seiner Kristallkugel gesehen hat, lässt sich Michael Kanellos bei "CNet"  ein wenig boshaft aus. Aber nur ein wenig.

Goldvish macht’s teuer

Wer sich die Jackentasche gern mit einem massiven Klumpen Gold ausbeulen möchte, wird bei der schweizerischen Mobiltelefon-Manufaktur Goldvish fündig. Gegen knapp eine Million US-Dollar bekommt man dort ein Handy, das nicht nur aus 140 Gramm Gold gefertigt wurde, sondern auch noch mit etlichen Diamanten und Krokodilleder verziert ist. Außerdem verfügt es natürlich über sämtlichen "Mobilfunk-Chi-Chi,“ berichtet "Macadelic"  - und merkt vollkommen richtig an, wie schade es doch ist, dass man das edle Kommunikationsgerät nicht mit der eingebauten Kamera ablichten kann.

Eine Milliarde Onliner

Laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens eMarketer  haben derzeit mehr als eine Milliarde Menschen Zugang zum Internet. Ein Viertel davon verfügt über Breitband-Anschlüsse. Die USA stehen mit 175 Millionen Internet-Anwendern weltweit auf Platz Eins. Die meisten Online-Haushalte befinden sich dagegen im asiatischen Raum. Fast 40 Prozent aller vernetzten Familien weltweit sind dort zu finden. Das schnellste Breitband-Wachstum verzeichnet allerdings Lateinamerika mit einer Steigerungsrate von 70 Prozent – bei bescheidenen 70 Millionen Anschlüssen insgesamt.

Drei Millionen Online-Glotzer

Innerhalb der ersten zwei Wochen haben US-amerikanische TV-Gucker bereits drei Millionen mal einzelne Folgen beliebter Fernsehserien online über das Portal des TV-Senders ABC Television betrachtet, schreibt Reuters . Das verwundert kaum, denn das Angebot ist – zumindest während der zweimonatigen Testphase, kostenlos nutzbar. Die Anwender werden lediglich von einer kurzen Werbeeinblendung zu Beginn sowie von drei weiteren Werbespots im Laufe einer Sendung gestört. Übergehen oder wegklicken kann man die Werbung allerdings nicht. Nun überlegt man, wie das Angebot ausgebaut werden könnte. Dazu gehört, laut Disney-CEO Bob Iger auch die Möglichkeit, Gebühren für das Online TV-Programm einzufordern. Dann müsste allerdings die Werbung wegfallen, denn werbefreie Versionen einiger ABC-Shows gibt es schon seit einiger Zeit im US-amerikanischen iTunes Music Store zu kaufen.

Sony Ericsson macht Spaß

Sony Ericsson, weltweit die Nummer Fünf der Handy-Hersteller, hat gestern sein Aufgebot für die diesjährige Weihnachtssaison präsentiert. Als Top-Modell geht das UMTS-fähige Walkman-Handy W850i  mit 2-Megapixel-Kamera und 1 GB Speicher an den Start. Es soll numehr "alle gängigen Musikdateiformate, einschließlich des Formats eAAC+" unterstützen, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Zudem lässt sich der Speicher per Memorystick auf bis zu 4 GB ausbauen. Besonders interessant ist jedoch, dass das 449 Euro teure Musik-Telefon den Bluetooth-Standard A2DP unterstützt über den drahtlose Kopfhörer in Stereo mit Musik versorgt werden können.

Eher an Hobby-Sportler wendet sich das Modell W710i . Es verfügt unter anderem über einen Bewegungssensor, "der beim Laufen die Geschwindigkeit, Distanz und Zeit misst oder einfach beim Gehen die Schritte zählt". Damit es dabei nicht zu langweilig wird, kann es ebenfalls Musik abspielen und verfügt zusätzlich über ein eingebautes Radio. Der Preis liegt bei 349 Euro. Eher für den Business-Bereich ist dagegen das Z710i  gedacht, bei dem der Musikplayer fehlt. Eine 2-Megapixel-Kamera sowie ein Radio sind aber auch bei diesem 249 Euro teuren Modell dabei, während sich das 10 Euro günstigere Z550i  mit einer 1,3 Megapixel-Digicam begnügt. Alle vier Neulinge sollen ab dem dritten Quartal 2006 verfügbar sein.

Nokia macht Geschäfte

Mit dem E50  stellt Nokia sein bis dato kleinstes Business-Handy vor. Wie seine großen Brüder wird die flache Flunder mit einer Software ausgeliefert, die eine Integration in diverse E-Mail-Systeme wie etwa Blackberry Connect, Microsoft Exchange oder Intellisync Wireless Email ermöglicht. Auf WiFi oder UMTS, wie es andere Modelle der E-Serie bieten, muss man jedoch verzichten. Über Preis und Verfügbarkeit des Quadband-Mobiltelefons schweigt sich Nokia aus.

Streithähne

Nachdem der MP3-Player-Hersteller Creative Apple wegen Patentstreitigkeiten verklagt und ein Verkaufsverbot für iPods verlangt hat, schlägt Apple nun postwendend zurück. Angeblich, so Apples Anwälte, verletzt Creative mit seinen Playern nicht weniger als vier Apple-Patente, berichtet der EHerald Tribune" . Darüber gibt man sich bei Creative erstaunt. Schließlich habe man im Vorfeld der Streitigkeiten einige Gespräche mit Apple geführt. Dabei seien Apples Vorwürfe gegen Creative jedoch nie erwähnt worden. Tja, man sollte sich eben lieber nicht mit Apples Rechtsabteilung anlegen, denn die steht nicht nur in dem Ruf gewaltige Ausmaße zu haben, sondern auch gnadenlos zurückzuschlagen, wenn man ihr ans Bein pinkelt.

3G für alle

Die Autoren von "Tech Digest"  haben vollkommen Recht, wenn sie fürchten, der neue 3G-Router von D-Link könnte "eine Telefonrechnung erzeugen, groß genug, um ein kleines Land zu ruinieren". Dabei scheint die Idee verlockend. In den Cardbus-Slot des Geräts schiebt man eine UMTS-Karte deren Verbindung der Router mehreren Computern via WLAN, Ethernet oder USB zur Verfügung stellt. Ohne Daten-Flatrate könnte das in der Tat ein teurer Spaß werden. Ohnehin scheint man sich bei D-Link noch nicht sicher zu sein, wie, wann und ob man das Produkt auf den Markt bringen soll, da bisher weder ein Preis noch ein Verfügbarkeitsdatum genannt werden.

Wenn Elefanten träumen

Was passiert wohl, wenn ein ganzer 3D-Animationsfiln ausschließlich mit Open Source-Software hergestellt, sämtliche Produktionsdateien als Open Source publik gemacht und der Film selbst in Auflösungen bis hin zu HD-Video mit Surround-Sound zum gebührenfreien Download freigegeben wird? Klar, der Server bricht zusammen. Trotzdem sollte man versuchen sich das kostenlose Kunstwerk nicht entgehen lassen. Schließlich zeigt der als "Elephants Dream"  betitelte Streifen nicht nur eine surreale Welt voller ungewöhnlicher Figuren und Darsteller, sondern stellt unter Beweis, dass auch ohne Hollywoods Multimillionen-Dollar-Budgets professionelle Produktionen möglich sind.

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