Netzwelt-Ticker Ein Plattenspieler aus Papier
MySpace-Werbung hijackt Millionen Rechner
Eine Bannerwerbung, die auf MySpace.com und anderen Seiten platziert wurde, infizierte in den letzten Wochen mehr als eine Million Rechner mit einer Werbe-Spyware, die eine altbekannte Sicherheitslücke in Windows ausnutzt. Dabei reichte für eine Infektion aus, wenn die Werbung angezeigt wurde. Wie Malware-Spezialist Michael La Pilla von iDefense gegenüber dem Blog der Washington Post angab , fiel ihm der Hijack-Hack auf, als er mit seinem Linux-Computer auf MySpace.com surfte und vom Browser gefragt wurde, ob er die Datei "exp.wmf" ausführen wolle. Im Januar veröffentlichte Microsoft bereits einen Patch, der eine kritische Sicherheitslücke in WMF-Dateien schloss, über die beliebiger Programmcode in einen Rechner geschleust werden konnte. Auf einem ungepatchten Windows-System erfährt der User jedoch nichts von der Infektion, Firefox-Nutzer werden immerhin gefragt, ob sie die Datei auch wirklich herunterladen wollen.
Derweil geht in diversen Blogs und Kommentaren MySpace-Usern der Hut hoch. Wie kann es sein, fragen sich dort viele, dass MySpace.com keinen Schutzmechanismus vorgesehen hat, der offiziellen Werbekunden untersagt, schadhaften Code in Onlinewerbung unterzubringen?
In den letzten Tagen ist MySpace.com bereits Opfer eines Wurms geworden, der sich in den Profilen einnistete und durch bloßes Betrachten des Profils weiterverbreitete.
IPod-Gerüchte ohne Ende
Bei Apple muss es längst Betriebssport sein, auf Gerüchte zu wetten, die fast täglich über den iPod oder andere zukünftige Apple-Produkte im Netz auftauchen. Ganz frisch aus der Gerüchteküche: Zum einen sollen sich die Hinweise auf ein iPod-Mobiltelefon verdichten. Good Morning Silicon Valley berichtet von Programmzeilen im neusten Firmware-Update für den iPod, die verdächtig nach Handy klingen. Vielleicht ist's aber auch nur eine Bluetooth-Erweiterung, mit der man zum Beispiel VoIP-Telefonate führen könnte, wie Leser auf Ars Technica kommentieren .
Aber damit nicht genug. Nachdem ein Wall-Street-Analyst Nvidia als Lieferant für 3D-Grafikchips für zukünftige iPod-Generationen sieht, vor einiger Zeit eine Jobausschreibung bei Apple für Spieleentwickler erschien und auch noch Skizzen aus einem angeblichen Patentantrag von Apple auftauchten, die nach einem iPod-Gamecontroller aussehen ( alles bei Macrumors.com ), drehen Apple-Fans jetzt völlig durch: IPods, so das jüngste Gerücht, sollen klassische Nintendo-Games abspielen können! Nun gut, denken sich da gelassenere Gemüter, solange iPods keinen Kaffee kochen können, gibt es eigentlich wirklich keinen Grund zu grenzenloser Euphorie.
Aber irgendwann werden Erfinder auch das in den Griff bekommen immerhin haben sie schon Plattenspieler aus Papier und Koffer-Bürotisch-Chimären für Unterwegs zur Welt gebracht...
Google hilft Blinden
Google wird heute eine spezielle Suchseite online stellen, die Suchergebnisse danach sortiert, wie gut sie von Text-to-Speech-Software gelesen werden können. Die neue Google-Accessible-Suchseite wird laut Cnet News.com unter labs.google.com/accessible erreichbar sein. Die Erweiterung untersucht, wie komplex eine Webseite aufgebaut ist Frames zur Seitenaufteilung gelten zum Beispiel als Hürde für die Blindensoftware, ebenso wie aufwändige Flash-Kompositionen.
Damit wird die Google-Accessible-Seite allerdings auch interessant für alle die, die auf der Suche nach Informationen und nicht Grafikgimmicks und Blendwerk sind. Denn eine alte Regel in Sachen barrierefreies Netz lautet: Was Behinderten hilft, hilft jedermann.
Sicherheitslücke in Microsoft Powerpoint
In einer Pressemitteilung warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik vor einer Sicherheitslücke in Microsofts Präsentationssoftware Powerpoint, die einem Angreifer erlaubt, unbemerkt Schadsoftware auf einem Rechner zu installieren, wenn ein argloser Anwender eine präparierte Powerpoint-Präsentation öffnet. Bis zum 8. August will Microsoft diese Lücke geschlossen haben, derweil soll man besonders sorgfältig mit E-Mail-Anhängen umgehen, die so eine präparierte Datei enthalten könnten. Konkret sei derzeit eine Präsentation im Umlauf, die, wie die BBC schreibt , User in asiatischen Ländern mit 18 humorvollen Folien locke, die "Liebe zwischen Mann und Frau" darstellen
Samsung bringt 8-Gigabyte-Flashspeicher in Produktion
MP3-Player und Speicherkarten könnten bald ein bedeutsames Upgrade verpasst bekommen, nachdem Samsung angekündigt hat, 8 Gigabyte NAND Flashspeicher-Chips noch dieses Quartal auszuliefern. Gleichzeitig bekamen dadurch die Gerüchte über einen iPod nano mit 8 Gigabyte Speicher verstärkt Gewicht. Grundlage für die neuen Speicher ist laut TGDaily.com Samsungs alter 8-Gbit-Flash-Speicher, der bereits im September 2004 angekündigt wurde und momentan auf 60-nm-Basis produziert wird 10 nm kleiner als zuvor. Die kleineren Schaltkreise ermöglichen es, zwei 4-Gigabyte-Packs zusammenzupacken, ohne auf Platz auf der Platine verzichten zu müssen. Wie Samsung ankündigte, wird das Unternehmen die neuen Speicher nun schnell in den MP3-Player-Markt drücken und damit die Player-Speicherkapazität "auf 2000 MP3-Dateien oder 225 Minuten Video in DVD-Qualität im dritten Quartal 2006" erhöhen.
Microsoft verspricht Fairplay
Microsoft hat gestern eine Reihe von Prinzipien vorgestellt, nach denen der Softwaregigant die Entwicklung von Vista und anderen zukünftigen Versionen von Windows ausrichten will. In einer Rede vor dem National Press Club in Washington hat Microsofts Chefsyndikus Brad Smith einem Bericht von Techweb.com zufolge die freiwilligen Prinzipien enthüllt, die jedoch keinen offensichtlichen Einfluss auf das aktuelle Kartellverfahren oder die jüngste Geldstrafe über 357 Millionen Dollar, die von der Europäischen Kommission verhängt worden ist, haben. Die sogenannten Windows Principles sind in drei Kategorien aufgeteilt und sollen laut Smith "sowohl die Industrie und Verbraucher an den Vorteilen der voranschreitenden Innovation teilhaben lassen als auch robuste Wettkampf-Möglichkeiten schaffen und aufrechterhalten". Die Prinzipien gingen dabei über die Anforderungen des amerikanischen Anti-Kartell-Urteils hinaus. In der ersten Kategorie verspricht Microsoft Windows so zu designen und lizenzieren, dass Verbraucher ohne Probleme auch Produkte von Drittanbietern installieren und benutzen können. Das zweite Set von Prinzipien soll Entwicklern eine Plattform bieten, Produkte zu entwickeln, die direkt mit Microsofts eigener Software konkurrieren. Und letztlich will Microsoft den Wünschen der Verbraucher nach Interoperabilität entgegenkommen Firmen sollen problemlos Daten zwischen verschiedenen Computersystemen und Anwendungen austauschen und kontrollieren können.