Netzwelt-Ticker Gates größte GAUs
Wo Gates irrte
Nachdem Microsoft-Gründer Bill Gates vergangene Woche bekanntgeben ließ, er werde sich in zwei Jahren aus dem Tagesgeschäft zurückziehen und sich fortan in erster Linie humanitären Projekten widmen, schwappte eine Welle von Lobhudeleien durch das Web. Nicht so bei Mary Jo Foley und ihrer "Microsoft Watch". Sie hat sich stattdessen daran gemacht, die schlimmsten Fehlentscheidungen des reichsten Mannes der Welt zusammenzutragen natürlich rein subjektiv.
Herausgekommen ist ein Gruselkabinett der Megaflops. Angefangen bei Microsoft BOB über Microsoft TV bis hin zum Microsoft Linux, das Gates nach Foleys Meinung hätte entwickeln lassen sollen, findet man in ihrer Liste viele alte Bekannte, die man längst vergessen wähnte. Nicht gerade ein charmantes Abschiedgeschenk, das Mrs. Foley dem Großen Vorsitzenden da macht. Aber es zeigt, dass Microsoft nicht immer wegen, sondern manchmal eben auch trotz seines Weitblicks zum größten Software-Konzern der Welt aufstieg. Und für freundliche Abschiedsworte ist bis 2008 ja noch genügend Zeit.
E-Mail: 86 Prozent sind Spam
Für fünf Sechstel des weltweiten E-Mail-Aufkommens sind Spammer verantwortlich. So lautet das Ergebnis einer Studie die der "TechNewsWorld" vorliegt. Dabei handelt es sich freilich nicht ausschließlich um bösartige Mails, mit denen Trojaner, Viren oder Würmer in einen PC eingeschleust werden sollen. Vielmehr geht ein großer Teil dieser Mails auf das Konto schlicht unerwünschter Nachrichten.
Nach eigenen Angaben hat die Sicherheitsfirma Postinin, welche die Studie durchführte, allein im Mai 25 Milliarden E-Mails untersucht, um zu diesem Ergebnis zu kommen. Viel schlimmer noch, soll das Aufkommen von Instant Messaging Spam nach Angaben der Firma um 500 Prozent zugenommen haben. Den Grund für diesen Anstieg haben die Spezialisten allerdings auch schon ausgemacht: die Nutzung vom Instant Messaging-Lösungen in Firmen nimmt dramatisch zu. Aber es gibt Hoffnung. Wie John S. Quarterman, ein Experte für Internetsicherheit und Chef der Beratungsfirma Internetperils, gegenüber "TechNewsWorld" sagt, wird es immer einfacher, die Server ausfindig zu machen, von denen Spam und Phishing-Mails verschickt werden. Erst vor kurzem konnte seinen Firma betroffenen Banken helfen, mehrere solcher Rechner in Florida zu lokalisieren.
Apple mag Parallels
Seit vergangener Woche ist die Software Parallels Desktop for Mac verfügbar, mit der auf Intel-basierten Macs parallel zu Mac OS X auch Windows und Linux ausgeführt werden können. Nun scheint Apple eine besondere Vorliebe für dieses Programm zu entwickeln. Wie fscklog berichtet, wurden von einer Apple-Website zum Thema "Windows auf dem Mac" sämtliche Hinweise auf die hauseigene Lösung "Boot Camp" entfernt. Stattdessen werden klar die Vorteile der Parallels-Lösung hervorgehoben und diese auch namentlich genannt. Das gibt natürlich Anlass zu Spekulationen darüber, Apple könne den Hersteller der Software übernehmen oder doch zumindest unterstützen. Zumindest jedoch scheint man es bei Apple derzeit darauf anzulegen, die Aufmerksamkeit von Boot Camp abzulenken.
Wer online liest, gibt online Geld aus
Na? Juckt es Ihnen nicht in den Fingern, jetzt, da Sie diesen Text lesen? Würden Sie jetzt nicht gerne die Kreditkarte zücken und etwas kaufen? Online natürlich. Müsste eigentlich so sein. Zumindest wenn man einer Studie der Newspaper Association of America glaubt. Die hat herausgefunden, dass Menschen, die online Nachrichten lesen, auch online Einkaufen. So sollen 82 Prozent der sogenannten Power-User, die täglich online gehen, schon im Web eingekauft haben. Dem stehen 55 Prozent jener gegenüber, die nur gelegentliche Ausflüge ins Netz unternehmen. Das sind natürlich gute Nachrichten für die Online-Zeitungen, deren Einnahmequelle unter anderem Anzeigen von Webshops sind.
Australiens Fußball-Technologie
Nach 30 Jahren WM-Abstinenz hat endlich mal wieder eine Mannschaft von "Down Under" die Qualifikation für das wichtigste Fußballereignis geschafft. Da wollte man wohl nichts dem Zufall überlassen. Wie "BBC News" berichtet, lassen die Aussies jeden Spielzug von ihrem Technik-Coach Ron Smith per Software analysieren. Seine Ergebnisse sollen helfen, das Training zu optimieren. Zudem sollen auf Basis seiner Erkenntnisse auf den jeweiligen Gegner zugeschnittene Strategien entwickelt werden. Gegen Brasilien scheint aber auch das nicht viel geholfen zu haben. Am Ende mussten sich die Australier ja 0:2 geschlagen geben.