Netzwelt-Ticker Geheimprojekt Anti-iPod
Geheimer iPod-Konkurrent im Anflug
Im kalifornischen San Diego haben sich offenbar einige altgediente Manager der MP3-Player-Szene zusammengetan, um nun endlich ein Gerät zu entwickeln, das Apples iPod Paroli bieten könnte.
Viel ist noch nicht bekannt über den Player an dem Jim Cady, Dennis Mudd und Jonathan Sasse mit ihrem Unternehmen Broadband Instruments arbeiten. Nur so viel, dass USB bei ihm eine untergeordnete Rolle spielen soll. Viel wichtiger, so orakelt "Wired" , werden drahtlose Schnittstellen sein. Über die könnte nicht nur Internet-Radio auf das Gerät gestreamt, werden, sie sollen auch zu "sozialen Zwecken" genutzt werden.
Mit anderen Worten, man soll Musik drahtlos austauschen können. Hoffentlich besser als bei Microsofts Zune. Zuzutrauen wäre es den drei Managern. Schließlich haben alle drei bereits bei glücklosen Unternehmen - iRiver, Diamond Multimedia und MusicMatch - gearbeitet. Da sollten sie wissen, welche Fehler man in diesem Geschäft lieber nicht machen sollte.
mak
Peinlich: RSA Sicherheitskonferenz mit ungeschützter WLAN
Regelmäßig treffen sich IT-Experten auf der RSA-Sicherheitskonferenz, um Trends und Entwicklungen im Bereich der Informationssicherheit kennenzulernen und zu bewerten. So auch jetzt in San Francisco: Da sollte man eigentlich erwarten, dass die vor Ort benutzten WLAN-Geräte ordentlich gegen Eindringlinge gesichert sind.
Von wegen. Ausgerechnet jene Netzwerkexperten, die mit dem Schutz sensibler Firmendaten befasst sind, schützen ihre eigenen nicht. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, die während zwei Tagen den WLAN-Verkehr auf dem Netzwerk der Konferenz überprüfte . An beiden Tagen zeigte sich, dass mehr als die Hälfte der WLAN-Netze unverschlüsselt und somit verwundbar waren. Besonders Peinlich: Ein Hacker konnte eine Attacke auf und die Übernahme von acht Computern demonstrieren.
Und es geht doch: Der E-Pass ist auslesbar
Die neuen biometrischen Pässe seien sicher und gegen unbefugtes Auslesen ausreichend geschützt, wird das Innenministerium nicht müde zu betonen. Bei dieser Formulierung scheint eher der Wunsch denn die Wirklichkeit ausschlaggebend gewesen zu sein.
Wie der "Tagesspiegel" berichtet, ist es zwei Computerexperten gelungen, die auf einem Pass gespeicherten Daten berührungslos mit einem Lesegerät auszulesen, das in der Innentasche eines Jacketts steckte. Laut Innenministerium sollte der seit Ende 2005 in neu ausgegebenen Pässen enthaltene Chip keineswegs so einfach auszulesen sein.
"Bevor ich einen E-Pass auslesen kann, muss ich ihn erst einmal aufklappen", zitierte der "Tagespiegel" eine Sprecherin des Ministeriums. Für einen Scan benötige man überdies einen Code, der sich aus der Passnummer, Geburtsdatum des Besitzers und Ablaufdatum des Dokuments ergebe. Allerdings seien ebendiese Daten auch in diversen Datenbanken abgespeichert, die über das Internet frei zugänglich sind, wendeten die Computerexperten ein.
NRW-Staatstrojaner: Verfassungsbeschwerde eingelegt
Noch vor Weihnachten wurde es angekündigt, nun wurde gegen das neue Geheimdienstgesetz in Nordrhein-Westfalen Verfassungsbeschwerde erhoben . Im Dezember hatte der Landtag in NRW beschlossen, dass die Polizei mit behördlicher Erlaubnis ab sofort private Computer hacken darf. Durch den Einsatz sogenannter Polizei-Trojaner sollen die Aktivitäten von Extremisten überwacht werden.
Bedenklich daran ist vor allem die Ausspähung der Computerdaten, ohne die Betroffenen davon in Kenntnis zu setzen. Außerdem wären von solchen Maßnahmen stets auch private Daten berührt. Der Rechtsanwalt der Beschwerdeführerin, Frederik Roggan, wird mit der Schlussfolgerung zitiert: "Im Einzelfall hat der Geheimdienst damit Zugriff auf Informationen, die ansonsten nur für die Polizei mit einer Hausdurchsuchung zu erlangen wären. Deshalb kann die Online-Durchsuchung einen Eingriff in das Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung darstellen."
Außerdem ist gerade für Journalisten der unbeeinträchtigte Umgang mit vertraulichen Daten besonders wichtig. Ein weiterer Kritikpunkt am NRW-Gesetz liege in der Erlaubnis für eine aktive Teilnahme am Internet, also zum Beispiel an Chatrooms. Dazu Roggan: "Hier wird erstmals gesetzlich eine Mitwirkung des Geheimdienstes an Veranstaltungen, die er seinem Auftrag entsprechend eigentlich nur zu beobachten hätte, zugelassen. Dass dies ein Irrweg ist, hat das Bundesverfassungsgericht zuletzt im NPD-Verbotsverfahren herausgestellt."
Wal-Mart Download-Videos nur mit dem Internet Explorer
Der amerikanische Einzelhandelsriese Wal-Mart erhofft sich von seinem letzte Woche aus der Taufe gehobenen Video Download Service ein schönes Zubrot. Allerdings scheinen die hauseigenen Programmschrauber nicht ganz auf der Höhe der Zeit zu sein.
Sofort nach dem Start der Plattform wurden nämlich Klagen laut , der Dienst funktioniere nicht mit Browsern wie Firefox oder Safari. Eigentlich ein Phänomen, das man eher mit 1997 verbindet als mit 2007. Damals war es nicht unüblich, wenn manche Seiten nur mit bestimmten Browsern besuchbar waren. Doch gegenwärtig scheint Wal-Mart nur Surfer zu akzeptieren, die mit Microsofts Internet Explorer auf die Download-Seite gehen.
Wie Centernetworks berichtet, gilt auch für Mac-User: Wir müssen draußen bleiben, denn das Wal-Mart-DRM akzeptiert kein Mac OS. Doppelt rätselhaft: Nicht nur, dass sich Wal-Mart damit schon direkt um einen beträchtlichen Teil des möglichen Umsatzes bringt, auch der Image-Schaden ist erheblich. Die Betreiber von iTunes & Co wird's freuen.
Googles Radioreklame kommt nicht in die Gänge
Egal, was Google bisher angefasst hat, es ging den Suchmaschinenbetreibern wie dem sagenhaften König Midas: Es wurde zu Gold. Doch mit der Vermarktung von Radiowerbung gibt es offensichtlich Probleme, wie die "New York Times" zu berichten weiß. Eigentlich wollte man mit Google Audio groß ins Geschäft einsteigen und erwarb zu diesem Zweck mit dMarc auch einen Dienstleister, der das entsprechende Know-how mitbrachte.
Ähnlich wie bei Online-Anzeigen sollen auch hier automatisierte Systeme Werbezeiten im Radioprogramm vermitteln. Allerdings läuft das Prozedere bisher hauptsächlich über festangestellte Sales-Manager, und die sind neuen Vertriebswegen gegenüber nicht sonderlich aufgeschlossen. Da sich Google daher nicht genügend und vor allem zeitlich nicht genügend interessant platzierte Werbezeiten sichern kann, ist der Service für Werbetreibende nicht sehr attraktiv. Die beiden Gründer des eingekauften Dienstleisters dMarc, Chad und Ryan Steelberg, haben Google mittlerweile verlassen. Wie es heißt, sei der magere Erfolg des gemeinsamen Projektes dafür der Hauptgrund.
Yahoo macht Handy-Werbung
Auch der ewige Zweite im Suchmaschinenmarkt, Yahoo, will jetzt Erlöse in neuen Bereichen erzielen. So berichtet Associated Press , Yahoo wolle auf dem 3GSM World Congress in Barcelona ein Konzept zur Vermarktung von Werbung auf dem Handy vorstellen. Zum Start soll der Service in 18 Ländern angeboten werden und den Anwendern die angepriesenen Produkte mit interaktiven Features schmackhaft machen.