Netzwelt-Ticker: Geld oder Löschung - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Geld oder Löschung

Wie lang Ihre wichtigen Word-Dokumente noch leben, mag von Ihrer Zahlungsbereitschaft abhängen: Ein aktuell kursierender Trojaner greift Dokumente ab, verschlüsselt sie und gibt sie nur noch gegen Zahlung frei. Als anfällig für Viren entpuppen sich auch RFID-Chips. Das und mehr im Überblick.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Trojaner erpresst User

Wie eWeek.com in Erfahrung brachte 

, ist ein neuer Trojaner im Umlauf, der persönliche Dateien auf dem infizierten Computer verschlüsselt und das Passwort nur gegen Zahlung von 300 Dollar an ein E-Gold-Konto wieder herausgibt. Word-, Excel-, PDF- und JPG-Dateien seien unter anderem von der Verschlüsselung betroffen. Nachdem der Trojaner diese erfolgreich verschlüsselt hat, erstellt er eine Datei, die in schlechtem Englisch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung bereithält, wie das Opfer an das zehnstellige Passwort und damit an seine Daten kommt.

"Wenn Du dir wirklich um die verschlüsselten Dokumente und Informationen Sorgen machst, kannst Du 300 Dollar in elektronischer Währung überweisen. Der Polizei davon zu berichten, wird dir nichts bringen, sie kennen das Passwort nicht. Irgendjemand anderem von unserem E-Gold-Konto zu erzählen, wird dir auch nicht helfen, die Daten wiederherzustellen. Dies ist der einzige Weg, an deine Dateien zu kommen." Viren-Experten sehen im Cryzip-Trojaner einen Vertreter einer neuer Malware-Generation, die zum einen durch Social-Engineering, zum anderen durch relativ unauffälliges Verhalten statt Viren-Flut eine große Gefahr darstellen. Sie sind recht erfolgreich, obwohl und gerade weil sie unter dem Radar der großen Anti-Virus-Lösungen bleiben.

Verwirrungen um iTunes-Film

Nach einer entsprechenden Ankündigung durch Apple stand gestern nun der erste Spielfilm - ein High-School-Musical von Disney - über iTunes zum Download bereit - für gerade einmal 1,99 Dollar, berichtete Macrumors.com  . Ein relativ günstiger Preis für einen 487 MB Download in 320x240er-Auflösung. Doch kurz nach Start war das Angebot auch schon wieder offline und kehrte später am Tag mit neuem Preis zurück: 9,99 Dollar - einem reichlich hohen Preis für ein Video ohne Untertitel, Making-ofs, verschiedenen Sprachen oder gar Surround-Sound, zumal es Blockbuster im Supermarkt schon für die Hälfte des Preises gibt.

RFID-Chips sind anfällig für Viren

Eine Gruppe europäischer Forscher hat gezeigt, dass es möglich ist, einen Virus in den winzigen Speicherplatz eines RFID-Funkchips zu packen, so berichtet die "New York Times" . RFID-Chips werden verstärkt zum Tracking, zur Verbuchung und zum Schutz von Gegenständen eingesetzt. Sie kommunizieren über kurze Distanzen passiv mit einem Scanner, ihr geringer Speicherplatz hat sie bislang unverdächtig gegenüber einer Virenbedrohung erscheinen lassen. Die nun neu hinzukommende, wenn auch theoretische Virenbedrohung durch RFID-Chips, dürfte den Gegnern der Überwachungs-Chips neue Argumente liefern. So schnell wie möglich sollen möglichst viele Gegenstände und sogar Menschen mit den Chips ausgerüstet werden, geht es nach den Verfechtern der RFID-Chips. Auch wenn die theoretischen Viren keine wirklich Bedrohung darstellen werden sie die Diskussionen über die Handhabbarkeit eines umfassenden RFID-Systems anheizen.

Neue Microsoft-Patches

Als Teil ihres monatlichen Updates ("Patch Tuesday") hat Microsoft nun sechs Sicherheitslöcher in Office und einen Fehler in Windows behoben, meldet ZDnet.com . Fünf der Probleme in Office drehen sich um Excel, die schlimmsten davon könnten es einem Angreifer erlauben, die Kontrolle über den PC zu erlangen. Microsoft empfiehlt ein Update, nicht zuletzt, weil die Office-Lücken als kritisch eingestuft werden. Die insgesamt sieben Patches gibt es per Windows-Update seit gestern zum Download.

Acht iPod Hacks

Es ist immer gut, wenn sich Anleitungen wie folgt lesen: "Jetzt hat man entweder einen funktionierenden iPod nano mit 7,2 GB Platz, oder zwei nutzlose. Wie auch immer, dieser ambitionierte Hack sollte problemlos ein spaßerfülltes Wochenende hergeben"...

Die Rede ist von einem der acht iPod-nano-Hacks, die Playlistmag.com auf ihrer Seite veröffentlichen . Egal, ob es um den Austausch von PSP- und nano-Displayplatte geht, das Aufspielen von iPod Linux oder die oben erwähnte Verdopplung des Speichers, der nano ist ein ganz schön teures Spielzeug und bietet dem geneigten Bastler eine Menge Freude und Möglichkeiten.

Microsoft gibt zu: iPod-Parodie ist von uns

"Und sie haben doch einen Sinn für Humor :)", so kommentiert ein Leser von Ipodobserver.com einen Bericht der Seite , in dem Microsoft die Verantwortung für die kürzlich aufgetauchte Parodie rund um die iPod-Verpackung  übernimmt. Zu sehen: eine stylische iPod-Verpackung, die im Microsoft-Stil mit Logos, Bullet-Points und Grafiken zugekleistert wird. Auffällig war die hohe Qualität der Parodie, schnell kamen Gerüchte auf, dass das Video tatsächlich von Microsoft-Kreativen gemacht wurde. Jetzt ist klar: das stimmt. Microsoft-Sprecher Tom Pilla hat gegenüber Ipodobserver.com zugegeben, dass die Packaging-Abteilung von Microsoft das selbstironische Video gemacht habe, das eigentlich nur intern Verbreitung finden sollte.

Böser Streich mit AOL Messenger!

Dass hinter der aufgeschlossenen Singlebiene mit Modellkörper im Chat auch gern eine zugeknöpfte Hummeldrohne mit Fastfoodkörper stecken kann, ist bekannt. Dass hinter der heißen Victoria im AOL-Messenger aber gleich ein ganzer Haufen Fans der gegnerischen Mannschaft steckt, musste Basketballspieler Gabe Pruitt bitter erfahren . Eine Woche vor dem Beginn eines wichtigen Spieles wurde Pruitt im Chat von dem vermeintlich weiblichen Fan im Messenger angesprochen, die Gespräche wurden recht heiß - Pruitt und Victoria verabredeten sich nach einem wichtigen Spiel zwischen Pruitts Mannschaft der University of Southern California (USC) gegen die University of California Berkeley (CAL) zu einem Date.

Doch Victoria war nur eine Erfindung der UCLA-Fans, als Pruitt das Spielfeld betrat begann der gegnerische Fanblock seine "Victoria, Victoria!"-Gesänge, Transparente mit der vermeintlichen Telefonnummer von Pruitts Date und Zitate aus dem Chat ("Sieht so aus, als ob du einen ganz schön knackigen Körper hast") wurden hochgehalten. Wie erwünscht fiel dann auch das Spiel aus. Pruitt versemmelte Würfe, von 13 Versuchen versenkte er nur drei... Ein Nachspiel im Internet wird aber Pruitts Gesichtsausdruck  zu Beginn der Victoria-Rufe haben. Die ersten Photoshop-Künstler haben sich wohl längst ans Werk gemacht...

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