Netzwelt-Ticker George Clooney spammt Stalker
Millionenfacher Identitätsdiebstahl
Laut einer Umfrage des US-Justizministeriums sind etwa drei Prozent aller US-Haushalte von Identitätsdiebstahl betroffen. Dazu zählt das Ministerium den Missbrauch von Kreditkarten, Bankkonten und anderen Guthabenkonten sowie die Nutzung von Personendaten, um unter den Namen der Opfer Konten einzurichten, Kredite zu beantragen oder sie auf andere Weise kriminell zu verwenden. Insgesamt seien 3,6 Millionen US-Bürger von derlei Straftaten betroffen, was Associated Press dazu verleitet , ihren Artikel zum Thema mit den Worten "Regierungsuntersuchung findet weniger Opfer von Identitätsdiebstahl," zu überschreiben.
Das hört sich zunächst einmal recht positiv an und ist irgendwie auch richtig. Schließlich lagen die Zahlen mit 10,1 Millionen Opfern in 2003 und 9,3 Millionen in 2004 zuvor deutlich höher. Allerdings gibt das Justizministerium selbst zu bedenken, dass diese gravierenden Unterschiede möglicherweise durch unterschiedliche Methoden der Datensammlung und -auswertung begründet sein könnten. "Infoworld betitelt den Bericht zum Thema denn auch mit den Worten "3,6 Millionen in den USA von Identitätsdienstahl betroffen". Diese Überschrift dürfte auch den Opfern besser passen, denen durchschnittlich 1290 US-Dollar gestohlen wurden, was sich zu stattlichen 6,4 Milliarden US-Dollar pro Jahr akkumuliert.
Wurlitzer goes iPod
Eine Jukebox findet man heutzutage nur noch in Kneipen die auf Namen wie "Bei Heinz" oder "Giselas Eck'" hören. Das könnte bald vorbei sein, denn die Deutsche Wurlitzer GmbH hat ihr Modell "One More Time CD" um ein iPod-Dock erweitert. Fortan kann der Nachbau der legendären Wurlitzer 1015 aus dem Jahre 1946 Musik also nicht mehr nur vom integrierten CD-Wechsler, sondern auch von Apples Media-Player wiedergeben. Werden sich Heinz und Gisela also künftig darum streiten, wessen iPod in die Jukebox darf?
Warum Phishing funktioniert
Wer E-Mail hat, der kennt auch Phishing-Mails. Mit fingierten E-Mails versuchen gewiefte Verbrecher, an persönliche Daten, Passwörter und Bank-Informationen zu gelangen. Drei US-Akademiker haben sich des Problems angenommen und untersucht, weshalb immer noch so viele Menschen, trotz häufiger Warnungen, auf die Tricks der Betrüger hereinfallen. Dabei stellte sich heraus, dass 90 Prozent der Probanden eine gut gemachte Phishing-Mail nicht von einer echten unterscheiden konnten. Zudem tappten fast alle in die Falle, als sie auf eine gefälschte Bank-Website belockt wurden. Kaum jemand beachtete, dass in der Adressleiste des Browsers eine falsche URL zu sehen war, berichtet "CNet" . Im Vorteil scheinen allerdings ältere Surfer zu sein. Eine Studie der Marktforschungsfirma YouGov hat ergeben, dass ältere Online-User wesentlich vorsichtiger dabei sind, wenn es darum geht, online Daten preiszugeben, als die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen.
Aufkleber statt OS
Nachdem Microsoft die Pläne zur Veröffentlichung XP-Nachfolgers Vista auf Anfang 2007 verschoben hat bangen PC-Hersteller um ihre Umsätze. Viele potentielle Käufer würden anstehende Anschaffungen bis zum Vista-Start verschieben, so die Befürchtung. Microsoft versucht diesem Trend nun mit einem Aufkleber entgegenzuwirken. Ein "Vista Capable"-Sticker soll Käufern die Sicherheit geben, dass entsprechend markierte Systeme auch mit dem Windows Vista klarkommen werden.
Der Gartner-Analyst Michael Silver warnt allerdings bei "NewsFactor" davor, dass der Aufkleber eine falsche Sicherheit vermitteln könnte. So seien die Mindestanforderungen so niedrig angesetzt, dass vor allem einige der aufwändigen 3D-Funktionen der neuen, "Aero" genannten, Benutzeroberfläche nicht genutzt werden könnten. Silver empfiehlt Microsoft daher, die Aufkleber-Kampagne noch einmal zu überdenken. "Käufer die einen PC haben wollen, der wirklich Windows Vista-fähig ist sollten sichergehen, dass das was sie kaufen auch mit Windows Aero umgehen kann," so Silver.
Nie mehr Ärger mit EULA
Man kennt das: bevor eine Software sich installieren lässt, fordert der Hersteller dazu auf die Lizenzbedingungen abzunicken, die, meist seitenlang, in einen viel zu kleinen Fenster dargeboten werden. Klar, dass man da schnell mal auf "Akzeptieren" klickt, ohne wirklich zu wissen, was man da akzeptiert. Dabei sind in diesen sogenannten EULAs oft fiese Stolperfallen verborgen. Die Kollegen von der PC World haben für ihre monatliche Freeware-Übersicht nun ein Tool aufgetan, das solche Texte automatisch auf Fallstricke analysiert, den EULAlyzer. Der findet zwar nicht alle, aber doch eine Menge Formulierungen, welche die Installation einer Software überdenkenswert erscheinen lassen. Leider nur in englischen Texten. Aber da viele Programme mit einer mehrsprachigen EULA kommen, sollte das kein Hinderungsgrund sein.
Clooney spammt Stalker
Schauspieler George Clooney ist genervt von einer neuen Funktion der Promi-Website "Gawker Stalker" . Dort können User seit einiger Zeit nicht nur aufschreiben, wo sie einen Promi gesichtet haben, sondern dessen genaue Position in einer Straßenkarte einzeichnen. Clooneys Antwort: Per Mail rief er Kollegen und deren PR-Firmen auf, die Website mit gefälschten Sichtungsmeldungen zu überfluten. "Ein paar hundert gegensätzliche Meldungen und die Website wird nutzlos", so Clooney in seiner Mail. Gawker reagierte sofort. Dem ersten Leser, der ein Handy-Foto des Hollywood-Stars auf die Website lädt wurden DVDs der Clooney-Filme "Oceans Eleven" und "Oceans Twelve" versprochen.
America Online heißt jetzt AOL
Schon lange nennt kaum noch jemand den größten amerikanischen Internet-Provider America Online bei seinem vollen Namen. Stattdessen sagt man einfach AOL. Seit gestern kann man das auch mit Fug und Recht tun, den America Online hat sich offiziell in AOL umbenannt . Die ursprüngliche Mission die der Name ausdrücken sollte, Amerika online zu bringen, habe man schließlich längst erfüllt, ließ AOL-Chef Jon Miller, verlauten.
Kultur für die PSP
Sonys Playstation Portable ist nicht nur zum daddeln da, man kann auch mit ihr Filme schauen, wenn man welche bekommt. Ab sofort wird sie aber auch zum Träger wertvollen Kulturgutes, weiß die BBC zu berichten. Demnach will das London Institute of Contemporary Arts alle zwei Wochen eine zehnminütige Kultur-Show zum Download anbieten. Dabei geht es aber weder um verstaubte Gemälde noch um Kabinettstückchen. Stattdessen sind ein Band-Battle in New York sowie der Fantasy-Film "Mirrormask" Themen der ersten Folge .