Netzwelt-Ticker Gerüchte über Apple-Games
JPEG-Standard am Ende?
Viele Versuche wurden bereits unternommen, das angegraute JPEG-Bildformat durch modernere Varianten wie das PNG-Format zu ersetzen. Gleich zwei Meldungen bringen das alte Vorhaben nun wieder ins Rampenlicht. Zum einen berichtet DerStandard.at , dass das Patent für das populärste Bildformat möglicherweise ganz aufgehoben wird. Vorausgegangen ist ein Rechtsstreit zwischen der Public Patent Foundation und dem Patent-Inhaber Forgent. Die Technologie hinter JPEG sei vor der Patentierung bereits von anderen "erfunden" worden, das Patent damit null und nichtig. Das amerikanische Patentamt habe dabei festgestellt, dass "mit Kenntnis der jetzt dargelegten Fakten das JPEG-Patent nie erteilt worden wäre."
Gleichzeitig hat Microsoft angekündigt, zukünftig ganz auf das Format zu verzichten. Der eigene Standard Windows Media Photo soll nun das Format der Wahl im Betriebssystem Vista werden. Das hat Microsoft laut PCPro.co.uk in einer Konferenz bekanntgegeben. Das neue Format erreicht gegenüber JPEG doppelt so gute Kompressionsraten bei gleicher Qualität und unterstützt unter anderem verschiedene Farb-Formate, Kodier-Techniken, verlustfreie Kompression und eine effiziente Dekodierung für verschiedene Auflösungen. Mit der Einführung des neuen Formats scheint Microsoft nun einen Schlussstrich unter die lange anhaltenden Streitigkeiten um die Lizenz-Gebühren für die JPEG-Technologie zu ziehen.
Rechteinhaber Forgent hat nach der Übernahme des Patents von Compression Labs seit 2002 von zahlreichen Unternehmen Lizenzzahlungen eingefordert und das, wo JPEG längst das am weitesten verbreitete Bildformat war. Unter anderem Microsoft und Google weigerten sich, diese Gebühren zu zahlen und handelten sich damit Klagen von Forgent ein. Andere Firmen wie Yahoo oder Adobe einigten sich laut DerStandard.at außergerichtlich. Dadurch seien Forgent in den letzten Jahren mehr als 105 Millionen Dollar in die Kassen geschwemmt worden.
Befürchtungen, Microsoft könnte einen neuen De-Facto-Standard schaffen und ebenso über Lizenzierungen Geld verdienen, versuchte man in Redmond zu zerstreuen: "Lizenzierungen werden keine Einschränkung sein."
Absurd: iPod-Kläger von eigenen Anwälten verklagt
Die gleichen Anwälte, die Apple wegen der verkratzten iPod-Displays vor Gericht gebracht haben, verklagten nun den Mann, der sie auf das Problem aufmerksam gemacht hat.
Jason Tomscak, so PCPro.co.uk , wurde in der Sammelklage gegen Apple nach eigener Aussage unfreiwillig zum Hauptkläger ernannt. In einem offenen Brief an die Mac-Community schreibt Tomscak, er habe die Anwälte weder engagiert noch ausgesucht, noch wolle er irgendetwas mit der Klage zu tun haben. Er fühle sich von der Welt gehasst, sein Name werde in Schmutz gezogen und er von Menschen rund um den Globus teils bedroht, teils belästigt. Er habe deshalb eine andere Kanzlei beauftragt, ihn aus dem Gerichtsverfahren zu holen.
Zeitgleich fordert die Kanzlei, die die Klage gegen Apple führt, nun die Anwaltskosten von Tomscak ein. Zahlen will der freilich nicht. "Egal, wie es am Ende aussieht, ob ich finanziell angeschlagen oder als Sieger aus dem Streit hervorgehe: Ich will einfach die Wahrheit sagen über das, was geschah und nach all den Anfeindungen, die mir die missbräuchliche Verwendung meines Namens in der Klage um den iPod nano einbrachte, endlich Frieden finden."
Werbung schauen, kostenlos telefonieren
Die Kosten für Handy-Telefonate fallen in den USA - und nun will Virgin Mobile USA seinen Kunden gleich gänzlich kostenfreie Gespräche ermöglichen. Allerdings nur, wenn sie 30-sekündige Werbespots auf einer Website anschauen oder Werbe-SMS empfangen.
Dass die Kunden auch wirklich aufgepasst haben, müssen sie allerdings anschließend erst über einige Quizfragen zu den Clips beweisen. Für 30 Sekunden Zwangs-Bewerbung gibt es dann eine kostenlose Gesprächsminute. Bei 75 Gratis-Minuten pro Monat ist aber Schluss. Microsoft Xbox, Pepsi und die Anti-Raucher-Kampagne "The Truth" seien als Werbepartner bereits im Boot. Allerdings scheint das Konzept laut der "New York Times" unter "Telekommunikationsexperten" nicht unbedingt auf Begeisterung zu stoßen. "Wer seine Freizeit für Werbung tauscht," so Roger Entner von Ovum Research, "hat nicht unbedingt den dicksten Geldbeutel." Und wenn man schon zu wenig Geld für eine normale Gesprächsminute hat, wie soll man sich dann noch eine teure Xbox leisten können?
Was will Apple mit Game-Designern?
Es werden viele Witze über Computerspiele und den Mac gemacht. Einer davon lautet: "Es gibt viele Spiele für den Mac wenn man stattdessen Windows benutzt." Mit der neusten Ausgabe der Rumor-Control-Reihe auf Gamespot.com brodelte die Gerüchteküche um Apples Game-Ambitionen nun jedoch heftig auf: angeblich heuert Apple Spieleentwickler an für die iTunes Division! Ein anonymer Entwickler sei von Apple angesprochen worden, an einem höchst geheimen Projekt mitzuarbeiten, für das gerade C/C++Programmierer mit Games-Hintergrund gesucht werden. Ob es dabei um Spiele für den Mac geht oder gar für die neulich angekündigten Touchscreen-iPods ist dabei die große Frage. Mehr Gedanken zum Thema hat sich das Arstechnica-Blog gemacht .