Netzwelt-Ticker Google sorgt sich um die Privatsphäre
Google will Sie bald nicht mehr kennen
Kaum zu glauben, aber wahr: Google will, angeblich nach intensiven Gesprächen mit Datenschützern, die Privatsphäre seiner Nutzer noch mehr respektieren. Gestern teilte der Beherrscher der Internetsuche mit, man wolle bis Ende des Jahres zwar nicht aufhören, unsere Suchgewohnheiten zu protokollieren so genau es geht und sie zu speichern, also die Anfragen plus die IP-Adressen der Rechner, von denen wir sie abschickten. Auch nicht, damit, zu erfassen, um welche Art Rechner es sich dabei handelte und was für einen Browser wir benutzten oder welche ergoogelten Adressen wir danach anklickten. Ebenso wenig will man damit aufhören, weiter sogenannte Cookies auszulesen, kleine Notizschnipsel, die man selbst oder ein Werbepartner auf unserem PC hinterlassen hat. Aber man will das so aufgetürmte Datengebirge Datengebirge auftürmen ist Googles Geschäftsmodell dann nur noch zwei Jahre lang komplett vorhalten und danach immerhin unsere IP-Absenderkennung unleserlich machen. Zumindest dann, wenn Google damit nicht irgendwo gegen irgendwelche Gesetze verstößt. Aber das Internet wäre nicht das Internet, wenn es in Sachen safer surfen nur auf Googles Fürsorge gewartet hätte; nicht nur mit der Blackbox-Suche oder mit dem Scroogle Suchservice etwa soll sich Googles Neugier bereits seit längerem austricksen lassen.
Schickes Alphabet, wem gehört das?
Der Name klingt wie ein Staubsaugermodell in einem Loriot-Sketch. Aber es handelt sich um eine nützliche Windows-Anwendung für Vielsurfer im Web: der Polyglott 3000 . Denn immer mehr Erdenkinder publizieren ihre Webseiten gottlob nicht nur in ihrer Sprache, sondern dem Unicode-Standard sei Dank auch in ihren eigenen seltsamen Schriftzeichen und Alphabeten. Der kostenlose Polyglott 3000 hilft klären, ob man gerade eine japanische, eine georgische oder thailändische Seite auf dem Schirm sieht. Es erkennt angeblich über 400 Sprachen - übersetzt sie aber leider noch nicht.
Online-Desktop erspart Datenabgleich
Wer sowohl seinen Tischrechner als auch sein Notebook regelmäßig nutzt, der interessiert sich zwangsläufig für die Möglichkeiten, seine Daten auf beiden Geräten synchron zu halten. Interessant wäre es, könnte man seine Arbeit demnächst komplett online vorhalten. Aber ob der sogar kostenlose myGoya Online Desktop, über den man bei Heise liest, eine prima Alternative zur doppelten offline-Oberfläche wäre? Oder ob der bloß ein drittes Synchonisierungsglied in der ewigen Abgleichkette sein wird? Demnächst soll es möglich sein, dies in einem Probebetrieb selbst herauszufinden.
Nicht nur langweilige Politiker
Der großartige Online-Videoplayer Democracy soll bald in einer finalen, ersten Version erscheinen. Die quelloffene, kostenlose Software für Windows, Mac- und Linux-Rechner hilft nicht nur, die eigene Videosammlung auf der Festplatte zu sortieren, sondern zeigt auch Onlinevideos, spielt Web-TV und Videocasts, greift auf YouTube und andere Filmdienste zu, zeigt deren Material und/oder lädt es herunter. Wie die Futurezone nun meldete, soll der Democracy-Player in der Vollversion allerdings umbenannt werden. In Miro. Der Grund dafür: man wolle vermeiden, dass potentielle User dächten, man könne mit dem Programm nur Videos über Politiker ansehen.
Multimediasteuerung für Blinde
Wie Golem.de meldet, wird IBM recht bald eine Software veröffentlichen, die Blinden und Sehbehinderten helfen soll, sich per Tastatur durch immer lauter werdende Multimedia-Webseiten zu navigieren. Deren Problem: nicht selten übertönen automatisch startende Videos oder Animationen die nötige Vorlesesoftware, die entsprechenden Player lassen sich oft genug nur mit der Maus stoppen. Hier sollen dann künftig gewisse Tastenkombinationen auf der Tastatur dafür sorgen, verwirrendes Gedudel und nervtötendes Geschrammel ganz fix zu stoppen. Eine voraussichtlich bequem zu bedienende Lösung, die dann auch die Sehenden begeistern dürfte.
"Bitte verzeiht mir"
Michael Crook ist ganz offensichtlich kein netter Mensch, und endgültig bewiesen hat er es im vergangenen Jahr. Da schaltete er online eine Kleinanzeige, in der er sich als 19-jähriges, williges Ding darstellte, nur um nicht nur die Antworten darauf auf einer eigenen Webseite zu veröffentlichen, sondern dabei auch die Einsender outete und deren Fotos veröffentlichte. Als ein Blog schließlich darüber berichtete und dabei ein Foto von Crook - einen Screenshot aus einem TV-Auftritt des Denunzianten - veröffentlichte, versuchte dieser, den Betreiber unter Berufung auf den berüchtigten US-amerikanischen Digital Copyright Millenium Act DCMA in die Knie zu zwingen. Woraufhin sich wiederum die durchaus mächtige Electronic Frontier Foundation einschaltete; wie eigentlich stets, wenn es sich DCMA-Sachen handelt. Die EFF verklagte Crook und der musste nun klein beigeben. Er erklärte sich bereit, sich in aller Form beim Internet zu entschuldigen: in einem Video . Er sähe ein, sagt er darin, dass das alles falsch war von ihm und zählt es auch brav einzeln auf. Vor allem sieht er sehr, sehr fertig aus. Er hat sich ganz offensichtlich mit den falschen Jungs angelegt.
Zweischneidig: Anleitungen im Internet
Was ist zum Beispiel der Unterschied zwischen Frühlingsgefühlen und einer Flasche Bier? Ganz einfach: Gefühle soll man zulassen, eine Flasche Bier dagegen muss man aufmachen. Und falls gerade kein Kapselheber zur Hand ist, dann tut es auch ein Blatt Papier, wie eine Anleitung im Internet freundlicherweise vorführt. Eine Anleitung, die zur Abwechslung einmal nicht gemeingefährlich oder kriminell oder unmoralisch oder gleich alles zusammen ist. So eine verbotene Frucht dürfte dagegen die Bauanleitung für einen Mobilfunkzerhacker sein, mit dem man ferngesteuert auch Handygespräche unterbrechen kann. Auch wenn man ihn sich in Bus oder Bahn oft genug selbst in die Hand wünschte - gezielt lässt sich so ein Wavebubbler kaum einsetzen; Risiken und Nebenwirkungen womöglich auf Herzschrittmacher sind nicht auszuschließen.