Netzwelt-Ticker: Handy-Daten sind leichte Beute - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Handy-Daten sind leichte Beute

Handys, hat ein US-Unternehmen herausgefunden, verraten eine Menge über ihre Besitzer - nachdem sie verkauft wurden, und obwohl der Speicher gelöscht wurde. Außerdem im Überblick: Telefonieren im Flugzeug, eine aufgebohrte PSP und noch mehr.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Gesprächige Handys

Wer ein gebrauchtes Handy oder einen alten PDA verhökert, löscht vorher den Speicher. Man will ja nicht, dass der neue Besitzer sämtliche privaten oder beruflichen Informationen aus dem Gerät auslesen kann. Dass es aber bei weitem nicht damit getan ist, dafür die Standardfunktionen aus dem Handbuch zu verwenden, bewiesen die Mitarbeiter der Sicherheitsfirma Trust Digital. Sie besorgen sich bei eBay zehn gebrauchte Mobiltelefone und PDAs, schrieben ein winziges Programm von nur 30 Zeilen Länge und extrahierten damit 30.000 Seiten Text aus den Second-Hand-Gadgets. Laut Associated Press  fanden sich darin nicht nur äußerst private SMS-Aufzeichnungen, sondern auch vertrauliche Firmen-Informationen sowie Bankdaten samt Passwort.

Wieso es so einfach ist, an die scheinbar gelöschten Daten heranzukommen, erklärte Norm Laudermilch, Chief Technology Officer von Trust Digital gegenüber "TechWeb".  "Das Dateisystem in einem PDA oder Handy ist genauso aufgebaut wie bei einem PC", sagt Laudermilch. "Wenn man etwas löscht, überschreibt man nicht wirklich die Daten, sondern löscht nur deren Eintrag im Inhaltsverzeichnis." Um auf Nummer sicher zu gehen sollte man die Daten vor dem Verkauf daher nicht einfach löschen. Stattdessen muss ein so genannter "Harter Reset" durchgeführt werden, der den gesamten Speicher in den Auslieferungszustand zurückversetzt. Wie das geht, erfährt man für gewöhnlich aus dem Handbuch des jeweiligen Geräts. Bei einigen Modellen, so "TechWeb", muss dazu allerdings die Service-Hotline des Herstellers kontaktiert oder gar ein Service-Techniker bemüht werden. Doch diesen Aufwand sollte man nicht scheuen. Sicher ist sicher.

Handys sollen sicherer werden

Als hätten sie sich mit Trust Digital (siehe oben) abgesprochen, plant eine Gruppe von Handy-Herstellern und Telekommunikations-Anbietern, kommenden Monat neue Sicherheits-Standards für Mobiltelefone festzulegen. Diese sogenannte "Mobile Security Specification" soll es Datendieben schwerer machen, an fremden Handys herumzupfuschen, heißt es beim "CIO Magazine".  Als Basis für den neuen Standard sollen Technologien der Trusted Computing Group dienen. Ähnlich wie bei Trusted Platform Modulen, wie sie in PCs eingesetzt werden, sollen vertrauliche Daten in Mobiltelefonen künftig in einem besonders gesicherten Bereich, dem Mobile Terminal Modul, abgelegt werden. Als Zusatznutzen könnte dieses Modul von Netzbetreiber genutzt werden, um verlorene oder gestohlene Geräte zu deaktivieren. Roger Kay, Analyst von Endpoint Technologies Associates, rechnet allerdings damit, dass die Einführung dieser neuen Sicherheitstechnologie einige Jahre dauern werde.

Mit Ryanair nach Hause telefonieren

Kunden der irischen Ryanair, Europas größter Lowcost-Airline, können ab 2007 während des Fluges mit ihrem Handy telefonieren sowie E-Mails und SMS-Nachrichten empfangen und versenden, meldet AFP . Den Auftrag für die technologische Umsetzung erhielt das Airbus-Tochterunternehmen OnAir. Bis Ende 2007 sollen die ersten 50 Boeing-Jets der Fluggesellschaft mit der notwendigen Technologie ausgerüstet werden. Der Rest der derzeit 134 Flugzeuge umfassenden Flotte wird laut Plan bis Ende 2008 umgerüstet sein. Damit wird Ryanair nach eigenen Abgaben die erste Fluggesellschaft sein, die auf ihrem gesamten europäischen Streckennetz mobile Telefonie ermöglicht. Die französische Air France beispielsweise plant vorerst nur ein Flugzeug testweise mit einem solchen System auszustatten.

Die Gebühren für Handy-Gespräche während des Fluges sollen laut Ryanair auf dem Niveau internationaler Roaming-Gebühren liegen. Ryanair’s CEO Michael O’Leary sieht in dem neuen Angebot denn auch nicht nur einen zusätzlichen Service für die Passagiere, sondern vor allem eine weitere Einnahmequelle, die es ihm ermöglichen soll, im hart umkämpften Markt der Billigflieger "weiterhin die niedrigsten Preise anzubieten."

Sonys PSP wird generalüberholt

Schon im März 2007, so heißt es bei "engadget",  will der japanische Elektronikkonzern Sony in seinem Heimatland eine neue Version der Playstation Portable herausbringen. Demnach soll der Arbeitsspeicher mit einem Flash-Modul von jetzt 32 Megabyte auf gewaltige 8 Gigabyte ausgebaut werden. Miniaturfestplatten scheiden offenbar aus. Gleichzeitig soll die mobile Spielkonsole etwas leichter und dünner werden. Darüber hinaus soll die neue PSP mit einer integrierten Digitalkamera für Foto- und Video-Aufnahmen ausgestattet werden. Eine offizielle Bestätigung von Sony steht noch aus.

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