Netzwelt-Ticker: Haste mal Vista - oder doch noch später? - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Haste mal Vista - oder doch noch später?

Nein, das schafft Microsoft nicht, sagt Gartner: Auf Vista, glauben die Marktforscher, müssen wir noch länger warten. Außerdem im Überblick: Drachen mit Mona-Lisa-Appeal, kauffreudige Konzerne, klaffende Sicherheitslecks, verwässerte Gesetze und mehr.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Wann kommt Vista?

Geht es nach den IT-Forschern von Gartner, wird Microsoft das neue Windows Vista um mindestens drei weitere Monate nach hinten verschieben müssen. Die Analytiker gaben am Dienstag die hohe Komplexität von Vista als Grund für die Verschiebung an, wie Reuters berichtet .

Microsoft will davon allerdings nichts wissen und hält an den alten Launch-Terminen zwischen November und Januar fest. Die Vorhersage Gartners basiert vor allem auf den Testphasen von Windows XP und Windows 2000, ersteres brauchte fünf Monate vom zweiten Test Release bis zur Produktion, letzteres ganze sechzehn Monate. Gartner sieht die Komplexität von Vista eher mit Windows 2000 vergleichbar als mit Windows XP, daher die Verschiebung. Sei die Produktion einmal angelaufen, dauere es zwischen sechs und acht Wochen, bis PC-Hersteller das neue Betriebssystem installieren könnten.

Welches Gewicht Gartners Vorhersagen haben, konnte man gestern Nachmittag noch am Nasdaq ablesen – Microsoft-Aktien fielen um 22 Cents auf 24,07 Dollar…

Ein IE-Fehler folgt dem nächsten

Als Forscher vor weniger als einer Woche eine Sicherheitslücke im Internet Explorer entdeckten, fanden sie dabei einen völlig neuen Fehler. Der könnte laut CNET News.com  dazu missbraucht werden, beliebigen Code auszuführen und so dem Rechner schaden zuzufügen oder den User auszuspähen. Microsoft bestätigte das Problem. Allein durch das Besuchen einer präparierten Website könnte schadhafter Code unbemerkt in den Computer schlüpfen. Wie die Viren– und Sicherheitsforscher von Secunia mitteilen, arbeitet Microsoft aber bereits an einem Patch.

Französisches Anti-DRM-Gesetz verwässert

Ein französischer Sonderausschuss hat den Aufsehen erregenden Gesetzesentwurf verwässert, der französische Musikliebhaber vor DRM geschützt und Apple dazu gezwungen hätte, seine Fairplay-Technik zu lizenzieren. Das Gesetz, so "The Register" , sollte dafür sorgen, dass Technikhersteller ihre DRM-Methoden untereinander kompatibel machen – so dass beispielsweise iTunes-Musik auch auf anderen portablen Musikplayern abgespielt werden könnte. Doch das verbraucherfreundliche Gesetz wurde nun überraschend stark verwässert – der neue Text zerstört den Traum der Interoperabilität und schützt Kopierschutz-Hersteller vor der Veröffentlichung ihres Source Codes. Zunächst aber muss noch über das Gesetz abgestimmt werden, französische Verbrauchergruppen rufen deshalb zu Protesten auf. Der nächste findet am 7. Mai auf der Place de la Bastille in Paris statt. Ars Technika sieht bereits die nächsten Unruhen aufziehen …

Corel kauft Winzip

Die Corel Corp hat nach Berichten der Associated Press den Hersteller des bekannten Dateipacker WinZip im Austausch gegen 4.322.587 Corel-Aktien vom alten Inhaber Vector Capital gekauft. WinZip dürfte mit circa 150 Millionen Downloads zu den meist heruntergeladenen Programmen im Netz gehören. Jede Woche kommen circa 500.000 neue Downloads dazu. Wer WinZip nach einer 30-tägigen Testphase weiterbenutzen will, muss die Shareware für 30 Euro freikaufen – viele User taten dies nicht, weswegen das massenhaft heruntergeladene Programm kaum Millionäre in der Firmenleitung hervorbrachte. Vielleicht auch gut so, sagen OpenSource-Verfechter – etwas so Essentielles wie ein guter Dateipacker gehört kostenlos verbreitet. Der neue OpenSource-Packer 7-Zip  will genau das - und lockt mit hohen Kompressionsraten (30-70 Prozent besser als WinZip), einer sauberen Einbindung in Windows und allen Möglichkeiten, die eine OpenSource-Entwicklung für so ein wichtiges Werkzeug mit sich bringt.

I'm a PC. I'm a Mac.

Eine neue Kampagne von Apple zielt ganz auf die kleinen Unterschiede zwischen Mac und PC ab. Ein biederer Bürohengst im grauen Anzug ("I'm a PC.") stellt sich einem smarten jungen Kerl ("'I'm a Mac.") in den Get a Mac-Spots . Seien es Virus-Erkrankung, nette Chinesinnen im Netzwerk oder Reboots – etwas unbeholfen und trottelig verliert der PC-Spießer gegen den Mac-Slacker. Das ist ja fast so wie in Wirklichkeit!

Achtung, jetzt wird es kryptisch: Wer hier nicht klickt, versteht den Text nicht

 Die einen reduzieren die Google Maps auf ein paar ASCII-Zeichen , die anderen machen sich Gedanken darüber, welche Gedanken sie sich auf der Erde machen. Oder besser: Statten sich mit einem GPS-Gerät und einem Stress-Messer aus und wandern durch die Stadt. Beide Daten mit den Google-Maps überlagert ergeben tiefere Einsichten in den alltäglichen Stress  (z.B. Busverkehr von links) und Befindlichkeiten zwischen dem letzten Kaffee und der Supermarktschlange. Einzige Verhaltensdirektive: nie, nie, nie dem Lebenspartner die Daten zeigen! Stresslevel sagen zwar nicht sehr viel über die Gefühle aus – wer allerdings zu Hause kälter bleibt als bei der Mittagspause mit dem netten Kollegen… der kann sich vielleicht damit herausreden, dass er die neuen erstaunlich simplen 3D-Bilder  gesehen hat oder gleich den hirnverdrehenden 3D-Drachen zum Selberbasteln. 

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