Netzwelt-Ticker: HP bespitzelt eigenen Aufsichtsrat - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker HP bespitzelt eigenen Aufsichtsrat

Das Durchsuchen privater Aufzeichnungen von HP-Aufsichtsräten hat womöglich ein juristisches Nachspiel - und könnte Firmenchefin Patricia Dunn den Job kosten. Außerdem im Newsticker: Microsoft will total cool sein, PS3-Prozessoren treiben Supercomputer an und eine USB-Aromalampe.
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Auf der Suche nach einer undichten Stelle im Aufsichtsrat bediente sich HP-Chefin Patricia Dunn ungewöhnlicher Mittel. Um herauszufinden, wer wohl vertrauliche Informationen an die Presse weitergab, ließ sie private Telefonaufzeichnungen der Aufsichtsratsmitglieder untersuchen. Tatsächlich wurden dabei Beweise dafür gefunden, dass Aufsichtsrat George A. Keyworth II. die Quelle der Informationen gewesen sein muss. So weit, so gut. Doch musste selbst HP zugeben, man sei sich nicht sicher, ob die Aktion "in jeder Hinsicht mit geltendem Recht vereinbar ist".

Das sieht wohl auch der kalifornische Generalstaatsanwalt Bill Lockyer so, findet dafür allerdings etwas drastischere Worte, wenn er die Aktion gegenüber Associated Press  als "kolossal dumm" bezeichnet. Noch jedoch befindet er sich in einer Meinungsbildungsphase und sammelt Fakten, um entscheiden zu können, ob gerichtlich gegen Patricia Dunn sowie die von ihr beauftragten Privatdetektive vorgegangen werden muss.

Doch damit nicht genug. Auch im Aufsichtsrat selbst regt sich nun massiver Widerstand gegen Dunns Methoden. So legte der Venture-Kapitalist Tom Perkins sofort sein Mandat nieder , als er von den kruden Spionagemethoden der Vorsitzenden erfuhr. Peter Morici, Professor an der Robert H. Smith School of Business und der University of Maryland, sieht dagegen eine ganz andere Lösung und sagt: "Wenn die Vorsitzende glaubt, dies sei der richtige Weg eine Firma zu führen, ist es für sie vielleicht an der Zeit, ein Sabbatical zu nehmen."

Microsoft will cool sein

Im Rahmen der Citibank Global Technology Conference gab Bryan Lee, Microsofts Corporate Vice President Entertainment, zu besten, dass es für ihn eine erschreckende Aufgabe sei, im Markt für portable Abspielgeräte mit Apple zu konkurrieren . Um erfolgreich zu sein, so Lee, müsse Microsofts Player in seinen Kernfunktionen ebenso gut sein wie Apple. Außerdem sagte er, müsse man eine "coole" Marke haben. Eine harte Einschätzung, schließlich gilt das Windows-Unternehmen nicht gerade als Verkörperung von Coolness. Immerhin gab er noch einige wenige Details zu Microsofts MP3-Player "Zune" bekannt. Demnach will man sich an Apples integriertem Konzept orientieren, was bedeutet, dass es eine geschlossene Lösung aus Player, Abspielsoftware und Shopsystem geben wird. Auf Kompatibilität zu bestehenden Systemen will man verzichten. Und, ganz wichtig: der Name "Zune", so Lee, habe nichts, aber auch rein gar nichts zu bedeuten. Hoffentlich wird er dennoch nicht vollkommen bedeutungslos.

Schlauere Computer-Gegner

Obwohl Prozessoren und Grafikkarten immer leistungsfähiger werden, gibt es ein paar kleine Firmen, die PC-Spielern immer noch ein wenig mehr Realismus verkaufen wollen. Etwa so wie jüngst die Firma Ageia, welche Zusatzkarten zur Berechnung physikalischer Effekte entwickelt (deren Nutzen Fachmagazine bisher nicht bestätigen konnten). Das Startup-Unternehmen AISeek hat sich der Aufgabe verschrieben, die Intelligenz der von Computer generierten Gegner zu erhöhen. Die sind ja meist viel zu leicht zu durchschauen. Eigentlich eine prima Idee, findet "joystiq" , allein die Umsetzung dürfte schwierig werden. Das Projekt, so "joystiq" leide unter dem Henne-Ei-Dilemma. So würde sich niemand eine der von AISeek entwickelten Zusatzkarten kaufen, solange es dafür keine angepassten Spiele gibt. Umgekehrt werde sich aber auch kein Entwickler die Mühe machen, seine Software für eine Technologie umzuschreiben, die noch keine Kunden hat. Fürs erste wird man also weiterhin mit dummen Computer-Dummys umgehen müssen. Oder besser noch: Online spielen und an LAN-Partys teilnehmen. Bei solchen Gelegenheiten trifft man häufig auf überraschend trickreiche Gegner.

Ein PS3-Supercomputer

Obwohl Sony den Marktstart der Playstation 3 in Europa auf den März 2007 verlegt hat, müssen sich die für die Playstation entwickelten Cell-Prozessoren keine Sorgen darüber machen, arbeitslos zu werden. Statt sie nur zum Daddeln einzusetzen, plant IBM daraus einen Supercomputer für das Los Alamos National Laboratory, an dem die erste Atombombe entwickelt wurde, zu bauen. In dem sollen, so "Red Herring",  stattliche 16.000 Cell-Chips gemeinsam mit ebenso vielen AMD Opteron Server-CPUs werkeln. Diese Kombination soll eine Rechenleistung von 1,6 Petaflops erreichen, was fast sechsmal mehr wäre als der derzeit schnellste Computer, IBMs Blue Gene L, erreicht. Als Betriebssystem dient dem "Roadrunner" getauften Zahlenmonster Linux. Schade eigentlich, denn für Linux gibt es kaum Spiele.

Chinas Software-Richter

Um in China Richter zu werden, muss man weder einen Hochschulabschluss vorweisen können noch über eine umfassende juristische Ausbildung verfügen. Wohl aus diesem Grund soll den Richtern der chinesischen Provinz Shandong nun ein Computerprogramm bei der Urteilsfindung helfen, berichtet AFP . Auf diese Weise sollen Gerichtsentscheide stärker vereinheitlicht werden, nachdem es in der Vergangenheit häufig zu Beschwerden aufgrund willkürlicher Urteile und Bestechlichkeit kam. Das letzte Wort haben aber weiterhin die Richter selbst. Die Software darf nur Vorschläge unterbreiten.

Die USB Aroma-Lampe

Und wieder erreicht uns Kunde von einem wenig sinnvollen, dafür umso kurioseren Elektronik-Spielzeug mit USB-Anschluss: die swingende Aroma-Lampe. Nicht genug damit, dass das "Aroma Geur" genannte Gerät mit Lichteffekten für Stimmung sorgen soll, laut "Digital-Lifestyles"  verströmt sie sogar zur gerade spielenden Musik passende Düfte. Autor Mike Slocombe regt das zu Spekulationen an, ob Motörhead wohl nach altem Leder und die irischen Pogues nach einem Glas Guinness duften werden. Am meisten interessiert ihn jedoch der Duft von Bob-Marley-Songs. Ob er den jemals erschnüffeln wird ist jedoch fraglich. Vorerst wird das Riech-Radio ausschließlich in Japan angeboten.

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